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recht.de • Thema anzeigen - Architekturvisualisierung-Urheberrecht
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BeitragVerfasst: 17.04.18, 10:14 
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Interessierter

Registriert: 17.04.18, 09:24
Beiträge: 6
Wohnort: Bayern
Sehr geehrte Forumsmitglieder,

mittels diverser Computerprogramme von mir erzeugter 3D Bilder, bzw. auch Video prüfe ich zur Zeit, welche Rechte ich auf meine Architekturvisualisierung habe. Mit diesen Bildern möchte mein Kunde diverse Eigentumswohnungen verkaufen, ich spreche hier von mindestens 20 Stück!!!
Folgende Aussagen:

1. Filmwerke einschließlich der Werke, die ähnlich wie Filmwerke geschaffen werden;

2. Visualisierungen, Architekturvisualisierungen, Animationen und andere computergenerierte Bilder und Laufbilder sind als sog. Gebrauchskunst in der Regel urheberrechtliche Werke und dürfen nicht ohne Erlaubnis des Urhebers genutzt werden.

Treffen obige Aussagen auf meine Bilder, bzw. Video zu?

Die Bilder sind nicht ausschließlich 1:1 nach einem Architektenplan entstanden, sondern wurden von mir aufwendig weiterentwickelt, d.h. das gesamte Umfeld, Bäume, Landschaft, Lichteinfall etc. nach meinen eigenen "Vorstellungen" realistisch umgesetzt.

Mein Kunde verweigert Zahlung meiner Bilder. bzw. Video, da sie ihm "plötzlich" nicht mehr gefallen (Nach ca. 14 Monaten Arbeitsaufwand!!)
Bis zur Rechnungsstellung waren sie laut seiner Aussagen (Mailverkehr) in einwandfreiem Zustand.
Die lange Dauer liegt nicht an meiner Arbeitsweise, sondern vom Kunden wurden immer wieder Änderungen hinsichtlich Veränderungen im Bauplan vorgenommen.

Der Kunde hat diese Bilder, nachweislich (Mailverkehr) bereits für Verkaufsgespräche, Behördengänge genutzt!
Ein vom Kunden beauftragter Makler hat mit unseren Bildern zudem eine Verkaufspräsentation erstellt und bereits eine Wohnung durch unsere Bilder veräußert!
Ich möchte an dieser Stelle meine Rechtslage zusätzlich klären, ich bin für jede Hilfe sehr dankbar.

Ein Anwalt wurde bereits einbezogen.

liebe Grüße aus Bayern


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 10:21 
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FDR-Moderator

Registriert: 31.01.05, 09:14
Beiträge: 18614
Wohnort: Auf diesem Planeten
Liebes FDR-Mitglied,

wie Sie sicher in unserer Juriquette (=Forenregeln) gelesen haben, darf hier keine individuelle Rechtsberatung in einem konkreten Fall erfolgen. Sie helfen dem Forum und erleichtern dem Moderatoren-Team die Arbeit, wenn Sie eine Fragestellung zur allgemeinen Rechtslage herausarbeiten, die für Sie von Relevanz ist.

Weitere Konkretisierungen zur unseren Forenregeln finden sich neben der Juriquette in der Moderationsleitline oder in dem Beitrag "Was ist erlaubt"?

Fragen dazu können Sie jederzeit im Forum für Mitgliederinformation u. Support stellen.


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 10:43 
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Interessierter

Registriert: 17.04.18, 09:24
Beiträge: 6

Themenstarter
Wohnort: Bayern
Entschuldigung, wenn ich etwas falsch verstanden habe.

Meine Frage zu meinem geschilderten "Vorfall" ist dann wohl, wie ist die Rechtslage bezüglich meiner erstellten Bilder.

Darf man Visualisierungen von Gebäuden vor Bezahlung an den Auftragnehmer zu Verkaufszwecken nutzen?

Welche Rechte hat man als Ersteller an visualisierten Bildern/Videos?


mfG


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 11:05 
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FDR-Mitglied

Registriert: 02.06.12, 14:11
Beiträge: 56
Ich bin nicht wirklich Rechtsexperte und weiß auch nicht, wie das Vertragsverhältnis zwischen Auftragnehmer und Kunden aussieht, aber spontan fiel mir das Wort "Abnahme durch konkludentes Verhalten" ein, das man z.B. im HOAI-Recht findet.
Wenn dort der Auftraggeber die Schlussrechnung bezahlt, gilt die Leistung auch als abgenommen. Genauso könnte man vermuten, dass eine Leistung vielleicht abgenommen, zumindest aber als zielführend anerkannt wird, wenn der Kunde sie für seine Zwecke weiterverwendet.
Könnte man das so sehen?

Die Verwendung der Leistung vor Bezahlung finde ich jetzt noch nicht so verwerflich. Das passiert gerade im Architekten- und Ingenieurbereich eigentlich immerzu.
Aber eine Leistung zu beauftragen, zu verwenden und dann die Zahlung zu verweigern, weil die Leistung angeblich nicht gefällt, geht gar nicht.
Wenn bei einem Werkvertrag das geschuldete Werk nicht ordnungsgemäß geliefert wurde, müsste der Kunde den Sachmangel ja wenigstens konkret benennen und dem Auftragnehmer Gelegenheit zur Nachbesserung geben. "Gefällt mir nicht" ist da ein bisschen dünn.

Zum Thema Urheberrecht und wie der Kunde das Werk verwenden kann bzw. den Urheber einzubinden hat, ist es auch immer ganz schlau, sich vertraglich zu vereinbaren.
Der Zweck der Visualisierungen ist ja ganz offensichtlich, dass der Kunde sie für seine Zwecke verwendet (Präsentationen, Anzeigen, Exposés oä.).


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 12:09 
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Interessierter

Registriert: 17.04.18, 09:24
Beiträge: 6

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Wohnort: Bayern
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Inwieweit ich hier im Forum den "Fall" schildern darf, bin ich mir leider nicht sicher.
Es wurde zunächst ein mündlicher Vertrag vor Ort beim Kunden geschlossen.

Der Kunde übergab uns wenige Tage danach die Baupläne. Wir ließen ihm den Vertrag zukommen mit der Bitte um Unterzeichnung.
Nach längerer "Schweigepause" wurden wir immer wieder mit Ausreden vertröstet.

Da aus unserer Sicht bereits ein mündlicher Vertrag unter " Acht Augen" zustande kam, begannen wir mit den Visualisierungsarbeiten, die nach Sichtung der Baupläne sehr umfangreich waren.
Nach ersten Entwürfen, die wir dem Kunden zukommen ließen, bekamen wir sehr positive Rückmeldungen, aber leider wieder keine Unterschrift, mit diversen Ausreden. Bereits ca. 50 Stunden Arbeitsaufwand unsererseits!

Wenn erlaubt und gewünscht kann ich diesen Fall gerne ausführlich schildern.


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 13:30 
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Beiträge: 2632
Wohnort: Niedersachsen
biagina hat geschrieben:
Wenn erlaubt und gewünscht kann ich diesen Fall gerne ausführlich schildern.
Ich denke, dass das nicht nötig ist. Die Rechte für die erstellten Bilder liegen beim Urheber. Der Urheber kann Nutzungsrechte vergeben. Sind keine Nutzungsrechte erteilt, ist die Verwendung der Bilder unrechtmäßig, ob die Bilder dem Nutzer nun gefallen oder nicht, d.h. der Urheber kann die Verwendung der Bilder verbieten und einen Betrag für die bereits vorgenommene unrechtmäßige Nutzung fordern. Da bereits ein Anwalt involviert ist, wird dieser sicherlich eine Abmahnung wegen unrechtmäßiger Nutzung urheberrechtlich geschützten Materials an den Nutzer schicken. Das könnte den Kunden, der irgendwie keiner sein will, ziemlich teuer kommen.

PS: Alternativ kann man natürlich auch über die Schiene des Dienstleistungsvertrages gehen, der, da der Kunde bereits Leistungen erhalten und genutzt hat, diese auch bezahlen muss. So oder so - um eine Zahlung wird der Kunde nicht herumkommen.

_________________
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 14:05 
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Interessierter

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besten Dank für Ihre Anmerkungen.
Ja die Abmahnung wurde bereits zugestellt.

Aber, sind Bilder aus der Architekturvisualierung tatsächlich urheberrechtlich geschützt?
Das versuche ich zu prüfen, da leider sehr wenig darüber im Netz zu finden ist.

Natürlich hat jeder "Visualisierer" den Vermerk hinsichtlich des Urheberrechts in seine AGB`s aufgenommen, aber ob das rechtlich abgesichert ist?
Deshalb stellt sich die Frage, sind Bilder und Videos, die nicht vom Fotografen erstellt wurden, tatsächlich urheberechtlich geschützt?
Diese Rechtslage versuch ich auf diesem Wege eventuell zu klären.

Hoffe, nicht wieder zu sehr ins Detail gegangen zu sein.


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 18:54 
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Hallo,

Zitat:
Natürlich hat jeder "Visualisierer" den Vermerk hinsichtlich des Urheberrechts in seine AGB`s aufgenommen, aber ob das rechtlich abgesichert ist?
Deshalb stellt sich die Frage, sind Bilder und Videos, die nicht vom Fotografen erstellt wurden, tatsächlich urheberechtlich geschützt?

Man muss weder gelernter Fotograph sein, noch per AGB darauf hinweisen dass die Werke urheberrechtlich geschützt sind.

Denn das Urheberrecht steht jedem per Gesetz automatisch zu, der ein Filmwerk oder dem Filmwerk ähnliches Werk erschafft.

Einfach mal das Urheberrechtgesetz lesen, und hier insbesondere die Paragraphen 2 und 7.

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 19:13 
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vielen Dank für Ihre Antwort.
Meine Recherche im Netz hat leider keine eindeutigen Ergebnisse zu Tage geführt.
Bilder, die durch ein Computerprogramm entstehen, zählen nach Aussage meiner Recherche nicht zu "Filmen oder Bildern" im ursprünglichen Sinn.

Grüße
Regina


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 19:33 
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Registriert: 05.11.12, 14:35
Beiträge: 11312
Dann sind all die Animationsfilme nicht urheberrechtlich geschützt, seit nicht mehr mit Stift und Papier gezeichnet wird sondern die Filme am Computer entstehen?

_________________
Grüße, Susanne


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BeitragVerfasst: 17.04.18, 19:52 
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Zitat:
Persönlich-geistige Schöpfung
Unter das Urheberrecht kann nur ein Werk fallen, das eine persönlich-geistige Schöpfung ist. Dabei muss das Werk etwas Neues sein, was sich von dem bereits Vorhandenen abhebt und eine kreative Leistung erkennen lässt.

Damit eine persönlich-geistige Schöpfung als Werk urheberrechtlich geschützt gilt, müssen vier Voraussetzungen erfüllt werden:

Das Werk muss das Ergebnis menschlichen Schaffens sein.
Das Werk muss durch die menschlichen Sinne wahrnehmbar sein. Dabei ist es nicht notwendig, eine dauerhafte Form zu wählen.
Das Werk muss eine kreative Leistung darstellen.
Das Werk muss durch den Urheber und seine Persönlichkeit geprägt sein.

Ich sehe das genauso wie Sie, da ja geistige Schöpfung und kreative Leistung nachzuweisen sind. Z.B. die individuelle Gestaltung des Terrains, Landschaftsbild etc.
Ich hoffe da mal, dass die Gegenseite das auch so sieht, besser gesagt, das Gericht, falls es so weit kommt.

Das Beispiel mit den animierten Filmen ist ja recht überzeugend!!
vielen Dank für Ihre Bemühungen


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