Elektriker Gerät anschließen

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

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Igor Entendido
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Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Igor Entendido »

Guten Tag,
habe eine Frage um nichts falsch zu machen. Darf ein Nachbar, ausgebilderter Elektriker in Form einer kostenlosen Nachbarschaftshilfe bei mir ein E-Herd anschließen.
Bin davon überzeugt dass er das kann. Darf er es auch? Dies nicht als Firma oder im Auftrag einer Firma sondern als Privatmann? Hatte mal gehört, dass dazu nur der befugt ist, der vom zuständigen E-Werk die Erlaubnis hat an Stromanlagen tätig zu werden. Das können doch in der Regel nur Firmen sein.
Mit freundlichen Grüßen
Igor

ktown
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von ktown »

Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Altbauer
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Altbauer »

ktown hat geschrieben:
29.06.20, 16:06
Guckst du
Aus dem Artikel würde ich schließen: dürfen täte er schon!
Interessant wäre halt noch die Frage der Haftung, falls es wegen einer fehlerhaften Installation, die auch einem Fachmann
unterlaufen kann, zu einem Schaden kommt.

ktown
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von ktown »

Klassische Antwort:
Das kommt auf den Einzelfall an. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Froggel
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Froggel »

Altbauer hat geschrieben:
29.06.20, 16:39
Interessant wäre halt noch die Frage der Haftung, falls es wegen einer fehlerhaften Installation, die auch einem Fachmann
unterlaufen kann, zu einem Schaden kommt.
Laut BGH-Urteil (Entscheidung vom 24. 04.2008, Az.VII ZR 42/07) entbindet selbst Schwarzarbeit nicht von der Gewährleistungspflicht. Ich denke nicht, dass das bei einer Nachbarschaftshilfe anders wäre. Allerdings frage ich mich, warum man nicht mal bereit ist, die 50 € in die Hand zu nehmen, um den Fachmann für seine Arbeit zu bezahlen.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Celestro
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Celestro »

Froggel hat geschrieben:
29.06.20, 21:16
Allerdings frage ich mich, warum man nicht mal bereit ist, die 50 € in die Hand zu nehmen, um den Fachmann für seine Arbeit zu bezahlen.
Weil der Nachbar Elektriker ist und das netterweise kostenlos macht?

lottchen
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von lottchen »

An- und Abfahrt + km-Preis oder Fahrzeugpauschale + Auftragsgebühr + 1h Arbeitszeit + MwSt. - da kommt man in manchen Gegenden in D mit 50€ bei Weitem nicht hin. Und einen Termin muss man auch erst mal bekommen.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

WHKD2000
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von WHKD2000 »

ktown hat geschrieben:
29.06.20, 17:25
Klassische Antwort:
Das kommt auf den Einzelfall an. :wink:
oder darauf, ob einen 380V am Gehäuse eher ab- oder antörnen......... :lachen:



:engel:

Altbauer
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Altbauer »

Froggel hat geschrieben:
29.06.20, 21:16
entbindet selbst Schwarzarbeit nicht von der Gewährleistungspflicht. Ich denke nicht, dass das bei einer Nachbarschaftshilfe anders wäre.
Schließt die Gewährleistungspflicht auch eine Haftung bei z.B. einem tödlichen Stromunfall ein?
(ich rede mal nur von der zivilrechtlichen Haftung)

ktown
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von ktown »

Sie sagen es doch selbst. Dies sind zivilrechtliche Ansprüche und vermutlich noch strafrechtliche Konsequenzen. Die Gewährleistung ist da noch das geringste Übel. :lachen:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Froggel
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Froggel »

Altbauer hat geschrieben:
30.06.20, 10:44
Froggel hat geschrieben:
29.06.20, 21:16
entbindet selbst Schwarzarbeit nicht von der Gewährleistungspflicht. Ich denke nicht, dass das bei einer Nachbarschaftshilfe anders wäre.
Schließt die Gewährleistungspflicht auch eine Haftung bei z.B. einem tödlichen Stromunfall ein?
(ich rede mal nur von der zivilrechtlichen Haftung)
Das wird dann wohl kaum als Sachmangel angesehen werden können. Bei einem tödlichen Stromschlag käme das Strafrecht in Betracht, und das würde sowohl den (schwarzarbeitenden) Elektriker-Nachbarn als auch einen lediglich elektrisch interessierten Nachbarn, der helfen wollte, treffen.
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

Zafilutsche
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Zafilutsche »

Eigentlich gibt es bei dieser Fragestellung gleich mehrere "Baustellen".
Theoretisch:
Fallanahmen:
- Der Bauherr/Eigentümer (also derjenige der gerne einen "fachgerechten Elektroanschluß" in seiner Küche bewerkstelligt haben möchte,
besitzt eine "Bauhelferhaftpflichtversicherung"
oder
Nachbar ist Selbstständig (und selber bei der BG angemeldet/versichert)
- Die Arbeit wird Fachgerecht erstellt!
- Erstinbetriebnahme
- Ein vom zuständigen Netzbetreiber zugelassener "Elektro Meister bzw Betrieb" führt nach Montage/ Erstinbetriebnahme
die notwendigen Prüfungen am Stromnetz (u.a. Isolationsprüfung, VDE …) durch und dokumentiert diese.

Die Frage wäre also u.a. zu klären ab wann ist eine Gefälligkeitsleistung auch eine "Gefälligkeitsleistung".
Da haben sich schon etliche Richter und viele Urteil dran versucht. :roll:
Bei mir war es mal so, das ein Richter (in zweiter Instanz) die Tätigkeit auf eine "Sonderbeziehung" abstellte.
(Cousin 2.-grades den ich gelegentlich z.B. auf Geburtstagsfeiern getroffen hatte)
Da spielte es auch keine Rolle ob ich als Bauhelfer zuvor angemeldet worden bin.
Daher meine Erfahrung; Helfer im Zweifel selber versichern
Bei manchen Staaten gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat. [Freiheit f. Assange]

Pünktchen
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Re: Elektriker Gerät anschließen

Beitrag von Pünktchen »

Froggel hat geschrieben:
29.06.20, 21:16
Altbauer hat geschrieben:
29.06.20, 16:39
Interessant wäre halt noch die Frage der Haftung, falls es wegen einer fehlerhaften Installation, die auch einem Fachmann
unterlaufen kann, zu einem Schaden kommt.
Laut BGH-Urteil (Entscheidung vom 24. 04.2008, Az.VII ZR 42/07) entbindet selbst Schwarzarbeit nicht von der Gewährleistungspflicht.

Das hindert den BGH aber nicht, seine Meinung zu ändern. Die Entscheidung st veraltet.

https://www.haufe.de/immobilien/verwalt ... 05078.html

Ich denke nicht, dass das bei einer Nachbarschaftshilfe anders wäre.
Das ist schon etwas anderes. Auf welcher Rechtsgrundlage sollte bei einer Gefälligkeit eine Gewährleistung bestehen?

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