Betrug beim Kaufvertrag für ein PkW

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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synchronring7
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Betrug beim Kaufvertrag für ein PkW

Beitrag von synchronring7 »

Sehr geehrter Leser,

ein Mann (Privatmann) hat bei einem Wiederverkäufer (Autohandel ) ein gebrauchtes Fahrzeug gekauft,über den Kaufpreis wurde man sich schnell einig ,das Fahrzeug war auch den Wünschen entsprechend .
Der Kaufvertrag wurd schnell unterschrieben und beim genauern Hinsehen nach Abholung und Barzahlung ergibt sich ein neues Bild vom Verkäufer ,der Kaufvertrag(geschäflicher Kaufvertrag) wurde für einen gewerblichen Käufer ohne Mängelhaftung nach § 437BB ausgestellt mit dem Hinweis Differenzbesteuerung nach § 25 UstG zusätzlich eine Vereinbarung über eine Kaufpreisreduzierung von Höhe XXX Euro mit Rückzahlungsklausel bei falschen Angaben,dummerweise nur von dem Privatkäufer .Was ist im schlimmsten Fall zu erwarten steuertechnisch und wie kann das ganze im günstigsten Fall verlaufen ,von Sachmangel u. Garantieansprüchen abgesehen ???Hat de Privatkäufer eine Chance dagegen vorzugehen oder sollte man lieber Ruhe bewahren ?
Für die Antwort danke ich im voraus !

MfG :oops:

I-user
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Beitrag von I-user »

Ich habe nicht wirklich verstanden, was das mit der Differenzbesteuerung auf sich hat bzw. was das mit dem privaten Käufer zu tun haben soll. Aber durch AGB des Verkäufers wird ein Verbraucher nicht zum Unternehmer.
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spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Mir ist die genaue Zielrichtung der Frage auch noch nicht ganz klar...

ktown
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Beitrag von ktown »

Der Händler will wohl erstens die Gewährleistung aushebeln und zweitens steuertechnisch den Deal als Verkauf unter Händlern auslegen.
Zusätzlich baut er noch für sich ein lukratives Geschäft ein. Sollte dem Privatkäufer das ganze auffallen beschludigt er ihn falsche Angaben gemacht zu haben und verlangt zusätzlich Geld.
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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Zafilutsche
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Beitrag von Zafilutsche »

Könnte das eine neue Abzocknummer sein? Was könnte den Händler dazu bewegt haben zu glauben, das er eben keinen Privatkäufer vor sich zu haben? Mysteriös das ganze.

ktown
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Beitrag von ktown »

Ich bin mir zu 100% sicher, dass ihm bewußt war, dass es sich um einen Privatkäufer handelt. Vor gericht würde er davon nichts mehr wissen.... :wink:
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synchronring7
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Klärung der Frage

Beitrag von synchronring7 »

es geht mir bei der Frage auch m einen steuerlichen Aspekt,muss ich jetzt praktisch Mwst. abführen oder was passiert wenn der dubiose Händler eine Steuerprüfung hat u. es wird dieser Vertrag gezogen.Er hat ja schriftlich das der Privatmann falsche Angaben gemacht hat,unbewusst bzw. gutgläubig.

ktown
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Beitrag von ktown »

Als Privatmann sind sie nicht Vorsteuerabzugsfähig. Es kann maximal passieren, dass die Steuerbehörde sie als Mittäter unter die Lupe nimmt.
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synchronring7
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Zusatzvereinbarung

Beitrag von synchronring7 »

dummerweise hat der Privatmann ja noch diese Zusatzvereinbarung unterschrieben über einen Kaufpreisnachlass von 1500 Euro die zurückzuzahlen sind bei falschen Angaben zu seiner gewerbliichen Tätigkeit .Eine besondere Dreistigkeit da kein offiziell so hoher Preisnachlass stattgefunden hat.Besteht eine Möglichkeit zur Anfechtung bzw..arglistige Täuschung ? oder was möchte der Verkäufer damit erreichen ?wo kann man im Internet vor solchen Wegelageren warnen (Foren) ?

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Gegenfrage:

Warum gibt sich der Verbraucher denn ggü. dem Verkäufer als Unternehmer aus?

Mittlerweile sollte sich auch zw. Autohändlern herum gesprochen haben, dass man auf diesem Wege die Gewährleistung nicht umgehen kann, also hätte der Händler von einer solchen Vorgehensweise nichts außer u.U. viel Ärger.

ktown
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Beitrag von ktown »

Na in gewisser Weise hat er aber doch die gewähleistung ausgeschlossen. Er hat den Käufer mit Winkelzügen so unter Druck gesetzt, dass der sich garnicht traut zu rühren und krampfhaft versucht über das Portal www.recht.de eine Lösung zu finden..... :wink:
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spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Es gibt aber durchaus auch Fälle, in denen der Verbraucher vorgibt, Unternehmer zu sein, nur um den Händler zum Verkauf zu bewegen.

ktown
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Beitrag von ktown »

Klar....aber ist es üblich Klauseln in Verträge zu machen, nachdem man bei Täuschung geld zurück bezahlen muß?......ich denke nein
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spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Üblich vielleicht nicht, denn der Verkäufer wäre m.E. ohnehin zur Anfechtung berechtigt.

Allerdings kalkuliert ein Händler bei einem Verkauf unter seinesgleichen ganz anders und daher ist diese Klausel aus meiner Sicht eher nachvollziehbar.

ktown
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Beitrag von ktown »

spraadhans hat geschrieben:Allerdings kalkuliert ein Händler bei einem Verkauf unter seinesgleichen ganz anders und daher ist diese Klausel aus meiner Sicht eher nachvollziehbar.
jein
Er kalkuliert unter Seinesgleichen anders wenn er:
1. Auf Folgeverkäufe hofft.
2. Man schon häufig miteinander gehandelt hat
3. Ein Paket an Wagen verkauft wird

:wink: hatte als Student jahrelang bei einem Autohändler etwas dazu verdient.
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