Probleme bei Autokauf Privat - Privat

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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hans123
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Probleme bei Autokauf Privat - Privat

Beitrag von hans123 »

Hallo zusammen,

ich habe mir vor ca. 1 Monat ein gebrauchtes Auto bei einem Privaten Verkäufer gekauft.

Der Verkäufer sicherte mir mündlich zu, dass das AUto ohne Probleme den nächsten TÜV bestehen wird und dass das AUto keine Mängel hat.

Er hat das Auto vor dem Verkauf auch von einer Werkstatt optisch begutachten lassen.
Ich zitiere das Gutachten mal wörtlich:" AM heutigen Tage habe ich das oben genannte Fahreug optisch begutachtet. Dabei konnte ich keine Unfallschäden im Karrosseriebereich feststellen. Der technische Zustand des Fahrzeugs ist soweit in Ordnung, jedoch ist die Abgasanlage im Bereich des Endschalldämpfers defekt. (Abgasrohr gerissen).
Zum Zeitpunkt der Begutachtiung war das Fahrzeug mit Winterreifen ausgestattet.

Ich mächte nochmal darauf hinweisen, dass dies nur eine reine optische Begutachtung war und nicht mit einem Gutachten zu vergleichen iust.

darunter ist die UNterschrift des KFZ Meisters.

AUch im Kaufvertrag steht, dass das Auto keine Mängel aufweist.

Jetzt habe ich aber schon mehrere Mängel fest gestellt.

Das Autoradio lässt sich nicht ausbauen, da es in ein falsches GEhäuse gebaut wurde.
Die Bremsanlage macht metallische Schleifgeräusche beim bremsen und lenken.
Der Mittelschalldämpfer ist komplett defekt. Die Halterungen sind durchgerostet. Dort wurde schonmal geschweist, jedoch ist dort alles abgebrochen, somit ist eine neuer MSD notwendig.


Jetzt stelle ich mir die Frage, warum der KFZ Meister dies (die abgebrochenen Halterungen) nicht gesehen hat, da man es offensichtlich sehen kann und erauch unter das AUto geschaut hat.

Was ratet ihr mir???

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

Vertragspartner ist der Verkäufer. Alle Ansprüche aus dem Kaufvertrag richten sich grundsätzlich erst mal gegen den Verkäufer.


BGB § 437 Rechte des Käufers bei Mängeln

Ist die Sache mangelhaft, kann der Käufer, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.nach § 439 Nacherfüllung verlangen,
2.nach den §§ 440, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 441 den Kaufpreis mindern und
3.nach den §§ 440, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.



BGB § 439 Nacherfüllung

(1) Der Käufer kann als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen.
(2) Der Verkäufer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
noch nie von etwas abgehalten.

hans123
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Beitrag von hans123 »

Ich finde es einefach eine Frechheit... Das der ENdtopf gerissen war wusste ich ja, das stand in dem GUtachten.

Jedoch das der Ganze Auspuff kurz vorm abfallen ist und das 1. Lebensgefährlich ist. und er es mir 2. nicht gesag that finde ich einfach schlimm.

AUch die Werkstatt hat hier keine gute Arbeit gemacht.


Soll ich zum Anwalt? Meint ihr ich habe gute CHancen?

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Wenn die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen wurde, müsste der Käufer schon die Zusicherung einer Eigenschaft oder eine arglistige Täuschung beweisen.

Das dürfte aber vermutlich schwierig bis unmöglich werden.

hans123
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Beitrag von hans123 »

Es gibt meiner persönlichen Meinung nach mehrere Anhaltspunkte für eine Arglistige Täuschung.

1. Der Käufer sicherte mir immer wieder zu, dass das Auto ohne Probleme den nächsten TÜV bekommt und es keine Mängel hat.
Auch im Vertrag steht, dass das Auto KEINE Mägel hat, obwohl es ankreuzfelder für Mängel gibt.
Niemals würde das Auto den neuen TÜV bekommen. Zu dem Zeitpunkt, als ich das Auto abholte war es in dem Sinne auch nicht fahrbereit. Es ist Lebensgefährlich mit so einem Mangel durch die Gegend zu fahren.
2. Ich bat den Verkäufer, bevor ich den kauf zusage (da das Auto sehr weit weg von mir stand) vorher zu einer Werkstatt zu gehen und das Auto checken zu lassen. Nachdem er bei der Werkstatt war, schrieb er mir, dass alles an dem Auto ok ist: Bremsen, Stoßdämpfer, Manschetten usw. Den einzigsten mangel den er erwähnte war der kaputte ENDTOPF. Daraus lässt sich schließen, dass der „Gutachter“ auch unter das Auto gesehen hat, und dort den Kaputten Endtopf gesehen hat. Hat der Gutachter unter das Auto gesehen hätte er auch den kaputten Mittelschalldämpfer sehen müssen. Ein KFZ Meister MUSS so was sehen, hat es aber nicht in seinem schreiben erwähnt. Weiterhin steht in dem schreiben der Werkstatt, dass das Auto nur optisch begutachtet wurde. Der Verkäufer jedoch teilte mir mit, dass der Gutachter die Bremsen und Stoßdämpfer gecheckt hat, und diese vollkommen ok sind. Meiner Meinung nach kann man Bremsen und Stoßdämpfer nicht nur an ihrem optischen Zustand beurteilen sondern muss diese auch testen. Da der Gutachter diese jedoch nur optisch begutachtet hat, und der Verkäufer mir aber sagte das die Teile gecheckt wurden sehe ich hier einen Täuschungsversuch.
3. Als ich den Verkäufer auf den kaputten Mittelschalldämpfer angesprochen habe bot er mir eine Entschädigung von 150 Euro an. Ein paar Stunden später änderte er seine Meinung plötzlich. Warum ist er hier so unsicher??? Wenn er mir 150 Euro bietet muss er doch „schuldgefühle“ haben???

ktown
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Beitrag von ktown »

Also einen abgerissenen Endtopf kann ich auch feststellen ohne unter das Auto zu schauen.
Weiterhin steht in dem schreiben der Werkstatt, dass das Auto nur optisch begutachtet wurde. Der Verkäufer jedoch teilte mir mit, dass der Gutachter die Bremsen und Stoßdämpfer gecheckt hat
Wieso wurde der Verkäufer auf den Umstand nicht hingewiesen?

Sorry...auch wenn es hart klingen mag. Aber wieso wurde das Auto nicht selbst augenscheinlich unter die Lupe genommen und eine Probefahrt gemacht?
Es macht mir eher den Eindruck, dass man sich auf einzig auf ein wertloses Schriftstück und Aussagen des Verkäufers verlassen hatte.
Eigentlich sollte man sich mehr über die eigene Einfältigkeit ärgern, als über den Verkäufer.
Es sind nämlich Dinge die selbst ein Laie leicht feststellen kann.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

hans123
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Beitrag von hans123 »

Naja der leihe hat nunmal null Ahnung.

Den Endtopf hatte man ohne drunter zu sehen nicht bemerkt.

Ich habe dem Verkäufer eben vertraut... und da das Auto von so weit weg kam konnte ich nach 300 Kilometern fahrt auch nicht sagen, ne ich nehms doch nicht.

Deshalb wollte ich mich befor ich hinfahre auch wirklich komplett mit Aussagen des Verkäufers und der Werkstatt absichern.

Also habe ich keine Chance?

ktown
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Beitrag von ktown »

:o :o Mir war nicht bewußt dass man nach einer fahrt von 300km verpflichtet ist einen Wagen zu kaufen. :wink:
Natürlich wäre es ärgerlich.....aber diese Kosten hätten sie letztlich auch dann einklagen können.


Wer hat jetzt den defekten Mittelschalldämpfer bemerkt und wer hat die mangelhaften Bremsscheiben bzw. Belege festgestellt?
Jetzt habe ich aber schon mehrere Mängel fest gestellt.
Ach ja stimmt ja...sie selbst waren es. Wohl doch kein Laie....oder :wink:

Bei 300km wäre ich mit dem Wagen zum nächsten TÜV oder DEKRA gefahren und hätte noch 70.-EUR investiert. Egal was der Verkäufer erzählt.
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hans123
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Beitrag von hans123 »

Ja N Bekannter hat das Auto mal angeschaut.

Wie auch immer... ich hab also keine Chance was zu reklamieren?

ktown
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Beitrag von ktown »

Versuch macht klug, kann man da nur sagen.
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