Inkassoforderung von Kabelfernsehanbieter gerechtfertigt?

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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beneblack
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Inkassoforderung von Kabelfernsehanbieter gerechtfertigt?

Beitrag von beneblack »

Hallo!

Ein völlig verzweifelten Gruß sende ich euch hier.

Ich bin vor einem Jahr in ein frisch restauriertes Haus gezogen, das nach Brand jahrelang leer stand. Der Vermieter machte uns darauf aufmerksam, dass der Kabelfernsehen in den Betriebskosten nicht enthalten ist und wir uns selbst um den Vertrag kümmern müssen. Dosen für einen Kabelanschluss sind in allen Räumen vorhanden. Der Vertrag wurde unmittelbar nach Einzug im Internet abgeschlossen und kurze Zeit später erhielt ich die Post mit der Hardware und dem Vertrag. Der Anschluss sei sofort geschaltet und ich müsse nur noch die Hardware anschließen. Der Anschluss funktionierte nicht und wurde mehrfach an die Technik reklamiert. Der Problem wurde nicht behoben und ich kündigte fristlos per E-Mail (lt. AGB zulässig), weil der Vertrag von Seiten des Anbieters nicht erfüllt wurde. Die Kündigung wurde vom Anbieter mit dem Argument abgelehnt, dass ich eine 12- oder 24-monatige Vertragsbindung hätte. Unzählige Telefonate brachten keine Aufklärung, da man immer nur vertröstet oder hingehalten wurde. Ich widerrief die Einzugsermächtigung und stellte alle Zahlungen an den Anbieter ein. Der sendete mir monatelang Mahnungen und Rechnungen, bis er nach über einem halben Jahr kündigte, weil ich nicht bezahlte. Die Kündigung habe ich nie erhalten, weil sie wahrscheinlich an eine völlig falsche Adresse geschickt worden ist. Die Rechnungen kamen trotzdem immer an. Sind wohl zwei verschiedene Datensätze bei denen. Dass ich gekündigt worden bin habe ich in einem meiner unzähligen Telefonate erfahren. Das ganze ging an Inkasso. Inkasso hat den Fall geprüft (Anfrage an Betreiber, ob Forderung berechtigt ist) und schrieb mir dann, dass der Anbieter Ihnen gesagt habe, dass die Forderung berechtigt sei und sie das Geld jetzt sehen wollen und noch einiges mehr. Jetzt wurde das ganze an einen Anwalt übergeben, der mir mit einem gerichtlichem Verfahren droht, wenn ich nicht in einer Woche den Betrag von mehr als 500€ bezahlen würde.
Ein Techniker und/oder Verkäufer stellte hier im Keller irgendwann fest, dass das Hausverteilnetz oder die Technik zwischen Übergabepunkt und Haus fehle. Unser Haus sollte vom Übergabepunkt in einem Nachbargebäude mitversorgt werden. Die Leitungen aus dem Haus hingen im Keller aber frei und die Technik, die das Haus mit dem Übergabepunkt verbinden sollte existierte nicht. Hausverwaltung und Anbieter setzten sich auf mein Drängen auf einer Suche nach Lösung in Verbindung. Der Schriftverkehr soll mir irgendwann vorgelelgt werden, aber lt. mdl. Aussage der Hausverwaltung hätte nicht eindeutig festgestellt werden können, wer die Technik dort unten hätte bereitstellen müssen. Die Hausverwaltung habe aber (ca. 1-2Monate nach dem Anbieter mich gekündigt hatte und Inkasso gerade am Prüfen war), durch einen Techniker die notwendige Hardware und Anschlüsse bereitgestellt (aus Gutmütigkeit oder Verantwortung???). Den silbernen Kästen da unten kann man jetzt auch gut sehen und die waren vorher eindeutig nicht da.
Jetzt sitze ich hier und soll viel Geld für eine Leistung bezahlen, die ich nie empfangen habe. Ist das Recht? Oder muss jemand anders für die Kosten aufkommen? Der Anbieter oder die Hausverwaltung?

beneblack

Tastenspitz
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Beitrag von Tastenspitz »

Mal abgesehen von den Forenregeln in puncto Rechtsberatung, sollte in so einem komplexen Fall wohl nur der Gang zum Anwalt empfohlen werden.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

beneblack
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Beitrag von beneblack »

Tut mir leid. Ich wollte keine ausführliche Rechtsberatung. Allerdings ist für mich als Laien auch schwer zu unterscheiden, was in diesen Bereich gehört und was nicht.
Über weitere Hinweise und Ratschläge, die keine unerlaubte Rechtsberatung darstellen bin ich dankbar. Das Problem mit den Anwälten, ist, dass die auch immer viel Geld wollen und wenn ich 500€ über hätte, hätte ich mir den Ärger längst gespart und einfach gezahlt. Eine Rechtsschutzversicherung habe ich erst seit Anfang diesen Jahres. Greift die für so einen Fall, der sich schon im Vorjahr angebahnt hat?

beneblack

HoL
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Beitrag von HoL »

Normalerweise ist in der Versicherungspolice genau festgehalten, ob die RSV die Kosten übernimmt. Im Zweifelsfall einfach mal dort anrufen.

Letztlich kann ich Ihnen nur folgendes mit auf den Weg geben:

"Guter Rat ist teuer; schlechter Rat ist noch teurer"

In diesem Sinne,

HoL

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