Wie bekomme ich meine Mahnkosten zurück ?

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

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he.kern
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Wie bekomme ich meine Mahnkosten zurück ?

Beitrag von he.kern »

Nach Rückgabe eines Artikels aus dem Internetkauf, erstattet mir der Versender/Verkäufer meine Rücksendekosten nicht, obwohl der Fall eindeutig ist.

Ich muß nun also per Einschreiben anmahnen.
Dazu meine Frage:
Muß ich die Kosten für den Einschreibe-Brief in den Wind schreiben, oder habe ich eine Möglichkeit sie mir erstatten zu lassen?

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

Befindet sich der Verkäufer nach Ablauf von 30 Tagen oder nach Fristsetzung in Verzug, müssen die Mahnkosten erstattet werden - Schadenersatz.

Eine Mahnung wäre dann aber auch nicht erforderlich.

Voraussetzung der Verkäufer ist zur Zahlung der Rücksendekosten verpflichtet.
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
noch nie von etwas abgehalten.

dangermouse
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Beitrag von dangermouse »

Meist steht in den AGB´s das nur Anteilig und ab einen Warenwert ab 40€ die Versandkosten bezahlt werden.

Die meisten Händler legen einen Versandaufkleber bei wenn die ware nicht gefällt.
Hier hat man keinen Anspruch. Das ist nur ein guter Service.

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Ab in den Wind damit, der wird sich freuen...

Aber Spaß beiseite, in der Regel sind die Kosten für die erste Mahnung nicht ersatzfähig, da durch sie ja gerade erst der Verzug ausgelöst wird.

Allerdings könnte man sich hier 286 III 2 BGB bedienen, bei dem die Forderung per einfachen Brief ausreichend sein sollte.

Ob die Kosten des Einschreibens als allgemeiner Schaden nach 280 I ersatzfähig sind, ist wohl eher eine systematische Frage zur Fälligkeit von Forderungen, die ich gerade nicht beantworten kann.

he.kern
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Beitrag von he.kern »

spraadhans hat geschrieben:Ab in den Wind damit, der wird sich freuen...

Allerdings könnte man sich hier 286 III 2 BGB bedienen, bei dem die Forderung per einfachen Brief ausreichend sein sollte.

.
...das wäre dann meine nächste Frage:
ich habe 1x per email angemahnt. muss der nächste Schritt eine Fristsetzung per Einschreiben mit Rückschein sein um auf der sicheren Seite zuu sein ?

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Um auf der sicheren Seite zu sein, heißt es entweder 30 Tage ab Fälligkeit warten oder Mahnung per Einschreiben.

Nachtrag:

Wie hoch war der Kaufpreis der zurück gesendeten Sache?

he.kern
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Beitrag von he.kern »

spraadhans hat geschrieben:
Wie hoch war der Kaufpreis der zurück gesendeten Sache?
40,13 Euro inkl. Versandkosten

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Wurden die Versandkosten denn gesondert ausgewiesen?
Oder ist es der Anbieter, bei dem ab 20,- keine VK anfallen?

he.kern
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Beitrag von he.kern »

...Versandkosten wurden gesondert ausgewiesen.

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

BGB § 357 Rechtsfolgen des Widerrufs und der Rückgabe


(2) Der Verbraucher ist bei Ausübung des Widerrufsrechts zur Rücksendung verpflichtet, wenn die Sache durch Paket versandt werden kann. Kosten und Gefahr der Rücksendung trägt bei Widerruf und Rückgabe der Unternehmer.

Wenn ein Widerrufsrecht nach § 312d Abs. 1 Satz 1 besteht, dürfen dem Verbraucher die regelmäßigen Kosten der Rücksendung vertraglich auferlegt werden, wenn der Preis der zurückzusendenden Sache einen Betrag von 40 Euro nicht übersteigt oder wenn bei einem höheren Preis der Sache der Verbraucher die Gegenleistung oder eine Teilzahlung zum Zeitpunkt des Widerrufs noch nicht erbracht hat, es sei denn, dass die gelieferte Ware nicht der bestellten entspricht.

---------------

Entscheidend ist der Wert der Sache OHNE Versandkosten.
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
noch nie von etwas abgehalten.

he.kern
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Beitrag von he.kern »

[quote="

es sei denn, dass die gelieferte Ware nicht der bestellten entspricht.

---------------

Entscheidend ist der Wert der Sache OHNE Versandkosten.[/quote]


Das dürfte aber nicht bei Falschlieferung gelten - oder?

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

he.kern hat geschrieben:
Das dürfte aber nicht bei Falschlieferung gelten - oder?
Genau so ist es!



BGB § 357 Rechtsfolgen des Widerrufs und der Rückgabe


Wenn ein Widerrufsrecht nach § 312d Abs. 1 Satz 1 besteht, dürfen dem Verbraucher die regelmäßigen Kosten der Rücksendung vertraglich auferlegt werden, wenn der Preis der zurückzusendenden Sache einen Betrag von 40 Euro nicht übersteigt oder wenn bei einem höheren Preis der Sache der Verbraucher die Gegenleistung oder eine Teilzahlung zum Zeitpunkt des Widerrufs noch nicht erbracht hat, es sei denn, dass die gelieferte Ware nicht der bestellten entspricht.
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
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he.kern
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Beitrag von he.kern »

..danke!

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Man sollte aber vorher mit dem Verkäufer abklären, aus welchem Grund er die Kosten nicht zurück erstattet.

Sollte die Forderung unberechtigt sein, bleibt der Mahnende nämlich auf seinen Kosten sitzen.

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