Umtausch von Hygieneartikel

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Ron-da-Don
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Umtausch von Hygieneartikel

Beitrag von Ron-da-Don »

Händler A besitzt einen Onlineshop für Latexkleidung. Seiner Meinung nach fällt Latexkleidung unter Hygieneartikel, weil sie bei der Anprobe direkt mit der Haut in Kontakt kommen.

Bezüglich dieser Aussage hat er in seinen AGB folgende Klausel:
Das Rückgaberecht besteht nicht bei geöffneten Hygieneartikeln(Unterwäsche, Sextoys, Liebespuppen, Latexartikel, Knebel etc.) Eine geöffnete Verpackung gilt in jedem Fall als benutzt und ist vom Umtausch ausgeschlossen.
Angenommen der worst-case tritt ein und ein Kunde möchte seine bestellte Latexkleidung wegen Nichtgefallens umtauschen. Der Kunde würde die Ware zurückschicken und der Händler stellt fest, dass die Kleidung getragen wurde. Daraufhin würde Händler A den Umtausch verweigern, was zur Folge haben könnte, dass der Kunde Händler A verklagt, u.a. wegen der Nichrechtmäßigkeit seines AGB-Passus.

Meine Meinung ist, dass Händler A recht bekommt, weil es sich um einen Hygieneartikel handelt.

Wie sieht das Forum diesen Sachverhalt?

Gruß
Ron
Wenn man Licht am Ende des Tunnels sieht, kann es auch die Frontlampe des entgegenkommenden Zuges sein.

Jimmey1204
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Beitrag von Jimmey1204 »

Jeans, T-Shirts, Socken etc.. kommen auch bei der Anprobe mit der Haut in Kontakt, sind also nicht anders als Latexkleidung, wahrscheinlich halt nur nicht so eng, wenn denn die richtig Größe bestellt wird ;)

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Das Widerrufsrecht besteht, soweit nicht ein anderes bestimmt ist, nicht bei Fernabsatzverträgen 1. zur Lieferung von Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten sind oder die auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind oder schnell verderben können oder deren Verfalldatum überschritten würde,
Da der Latexanzug nicht speziell für diesen Kunden angefertigt / persönlich auf die Bedürfnisse zugeschnitten wurde, fällt dieser meiner Meinung nach nicht darunter.

Aber:
der Händler stellt fest, dass die Kleidung getragen wurde
Sollte sich dadurch der Zustand der Ware verschlechtert haben, hat der Händler Recht auf eine Wertminderung.

hws
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Beitrag von hws »

Jimmey1204 hat geschrieben:Da der Latexanzug nicht speziell für diesen Kunden angefertigt / persönlich auf die Bedürfnisse zugeschnitten wurde, fällt dieser meiner Meinung nach nicht darunter.
Und damit dürfte ich gebrauchte Par.. ähhh Kondome ebenfalls umtauschen? :shock:

hws

Wölflein
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Beitrag von Wölflein »

Hallo hws,

ich muss leider feststellen, dass Sie nicht nur in den von mir eröffneten Themen Aussagen treffen, die mir persönlich nicht wirklich sinnvoll erscheinen.

Gruß, Wölflein
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Jimmey1204
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Beitrag von Jimmey1204 »

hws hat geschrieben:
Jimmey1204 hat geschrieben:Da der Latexanzug nicht speziell für diesen Kunden angefertigt / persönlich auf die Bedürfnisse zugeschnitten wurde, fällt dieser meiner Meinung nach nicht darunter.
Und damit dürfte ich gebrauchte Par.. ähhh Kondome ebenfalls umtauschen? :shock:

hws
Nein, da diese als Medizinprodukt gelten.

Tastenspitz
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Beitrag von Tastenspitz »

Wölflein hat geschrieben:Hallo hws,
ich muss leider feststellen, dass Sie nicht nur in den von mir eröffneten Themen Aussagen treffen, die mir persönlich nicht wirklich sinnvoll erscheinen.
Gruß, Wölflein
Das kann in einem offenen Forum passieren und ist hier durchaus geeignet die Diskussion anzuregen. Also locker bleiben :wink:
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hws
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Beitrag von hws »

Wölflein hat geschrieben:ich muss leider feststellen,..
Dan stellen sie's halt fest ... :wink:

Sexspielzeug (darunter zähl ich mal die Latexanzüge) liegen nun mal bei üblicher Nutzung logischerweise nicht nur auf der blossen Haut des Oberkörpers an sondern auch .. ähhh.. (dort z.B. wo man Kondome drüberzieht oder dem weiblichen Gegenstück). Gleichzeitig ist Zweck der Benutzung eine körperliche Erregung.

Das Anprobieren dürfte daher mit einer erhöhten Sekretion des Körpers und der Übertragung auf den Latexanzug verbunden sein. Und solche Sachen hielte ich Nach Anprobe im Sinne des Verkäufers als "unverkäuflich".

Jedenfalls für den "Normalo"-Latexkäufer. Da ich zugegebenermassen noch nie Latex gekauft habe, und ich schon von dem (offensichtlich sehr erfolgreichem) Angebot gehört habe, dass Damen ihre gebrauchten Höschen für das mehrfache des Einkaufspreises verkaufen .... kann ich im Einzelfall auch falsch liegen.

Mein Vergleich mit den gebrauchten Kondomen ist daher nur in der Quantität, aber nicht in der Qualität unterschiedlich.

Langer Rede kurzer Sinn:
Einen anprobierten Latexanzug fällt meiner Meinung nicht unter das Rückgaberecht.
Ein Kenner des Fernabsatzgesetzes findet dazu evtl auch den entsprechenden Passus des zugehörigen Paragraphen.

Selbst im Mopped-Laden krieg ich eine frischgewaschene Sturmhaube geliehen (bzw bring meine eigene frisch gewaschen mit) wenn ich nen Helm anprobieren will. Auch, wenn mein Haar nicht fettig/schmierig aussieht und ich morgens noch unter der Dusche war.

hws

Wölflein
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Beitrag von Wölflein »

Tastenspitz hat geschrieben:
Wölflein hat geschrieben:Hallo hws,
ich muss leider feststellen, dass Sie nicht nur in den von mir eröffneten Themen Aussagen treffen, die mir persönlich nicht wirklich sinnvoll erscheinen.
Gruß, Wölflein
Das kann in einem offenen Forum passieren und ist hier durchaus geeignet die Diskussion anzuregen. Also locker bleiben :wink:
Hallo Tastenspitz,

ich gebe dir recht, locker bleiben ist immer sinnvoll. Dennoch bleibe ich dabei, dass ich es nicht für sinnvoll erachte, Latexkleidung mit gebrauchten Kondomen zu vergleichen.

In der Aussage im Anschluss zeigt hws, dass er auch bessere Argumente hat. Zumindest in diesem Thema. Wenn es um Hunde geht... aber das ist ein anderes Thema. :wink:

wünsche noch ein lockeres verlängertes Wochenende.

Gruß, Wölflein
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hws
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Beitrag von hws »

Wölflein hat geschrieben:Dennoch bleibe ich dabei, dass ich es nicht für sinnvoll erachte, Latexkleidung mit gebrauchten Kondomen zu vergleichen.
Und ich bleib dabei: im inneren des Latex-Anzuges klebt dasselbe Zeugs, was innen oder aussen an gebrauchten Kondomen klebt. (je nachdem ob von männlicher oder weiblicher Person anprobiert)
Nur die Menge könnte unterschiedlich sein.

Und beides ist für mich ne Schweinerei, sowas umtauschen zu wollen.

Oder hab ich jetzt von Latex ne völlig falsche Vorstellung?

hws

nordlicht02
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Beitrag von nordlicht02 »

Wölflein hat geschrieben:Dennoch bleibe ich dabei, dass ich es nicht für sinnvoll erachte, Latexkleidung mit gebrauchten Kondomen zu vergleichen.
Ob Sie es nun für sinnvoll erachten oder nicht.....
hws liegt doch gar nicht so falsch. Er hätte beispielsweise statt "Kondome" auch "Unterwäsche" schreiben können - die ist i. d. R. auch vom Umtausch ausgeschlossen.
Oder würden Sie die kaufen? Na bitte.
Er hat's halt nur etwas drastischer formuliert - und damit sollte man ja wohl problemlos leben können. Abgesehen davon, dass ich seinen Vergleich, im Zusammenhang mit dem angefügten Smiley, für humorvoller halte als einen "drögen" Vergleich mit Unterwäsche :shock:

Nebenbei: ich bin seinerzeit, als ich so um die 20 Beiträge hatte, nicht auf die Idee gekommen, "alte Hasen" auf derartige Weise zu kritisieren, zumal sich Ihre an hws gerichteten Bemerkungen ja nicht nur auf diesen Thread beschränken.
„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört.“ (Hanns Joachim Friedrichs)

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Es wäre halt schön, wenn wir den Blick für das Gesetz nicht verlieren, denn Unterwäsche oder Latexbekleidung müssten für eine Rücksendung ungeeignet sein, was offensichtlich nicht der Fall ist.
Eine Wertminderung alleine vermag daran nichts zu ändern.

Somit besteht m.E. ein Widerrufsrecht.

Ron-da-Don
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Beitrag von Ron-da-Don »

Es wäre halt schön, wenn wir den Blick für das Gesetz nicht verlieren, denn Unterwäsche oder Latexbekleidung müssten für eine Rücksendung ungeeignet sein, was offensichtlich nicht der Fall ist.
Eine Wertminderung alleine vermag daran nichts zu ändern.

Somit besteht m.E. ein Widerrufsrecht.
Wie ich sehe, ist hier gerade eine heiße Diskussion entstanden.
Denn genau diese Schwierigkeit, Latexkleidung als Hygienartikel einzuordnen halte ich für recht schwierig.

Wenn man es aber mit einem richtigen Ladengeschäft vergleicht, bin ich z.b. auch verpflichtet bei Unterwäsche oder Bademoden, meine Unterwäsche anzubehalten, einfach aus Gründen der Hygiene.

Gruß
Ron
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spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Ist nicht schwierig, denn zum einen spricht das Gesetz nirgendwo von Hygieneartikeln und zum anderen sind weder Latexbekleidung noch Unterwäsche nach meinem Verständnis überhaupt dem Begriff Hygieneartikel zuzuordnen.

Ron-da-Don
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Beitrag von Ron-da-Don »

So, die Sinne erst einmal geordnet und nun neue Gedanken.

Der Begriff Hygieneartikel ist in der Tat falsch gewählt. Hygieneartikel sind Produkte, die zum Beispiel zur Körperpflege benutzt werden.

Wie würde sich denn der Sachverhalt darstellen, wenn Händler A den Umtausch der Artikel aus hygienischen Gründen ablehnt?

Mittlerweile habe ich nun mal selber bei den großen Onlinehäusern nach deren Umtauschmöglichkeiten bezüglich Latexkleidung nachgesehen. Einige schließen es wirklich kategorisch aus und berufen sich auf "Umtausch aus hygienischen Gründen ausgeschlossen".
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Tastenspitz
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Beitrag von Tastenspitz »

Man frage sich selber, ob man getragene Latexklamotten kaufen möchte? :?
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