Unfallschaden nach 4 Monaten entdeckt

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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nemor213
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Unfallschaden nach 4 Monaten entdeckt

Beitrag von nemor213 »

Hallo liebe Rechtberater. Mich würde folgende Rechtslage sehr interessieren:

Nehmen wir an X kauft ein Auto von einer Privatperson. Im Kaufvertrag ist das 'Auto als unfallfrei angegeben, lediglich kleinere Beschädigungen (Kratzer, kleine Dellen) sind im Kaufvertrag angegeben. Nach einer weile fällt X allerdings auf dass die vordere Stoßstange nicht 100%ig genau sitzt und an einer ecke laienhaft (evtl. Spraydose) nachlackiert wurde. Alles deutet also auf einen Parkrempler hin, der NICHT im Kaufvertrag aufgeführt ist. Welche möglichkeiten hat X nach 4 Monaten nach Kauf diesen Schaden vom Verkäufer begleichen zu lassen? Wie sieht die Rechtslage dazu aus?

Vielen Dank nemor213

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

Eine nicht 100%ig sitzende und laienhaft nachlackierte Stoßstange ist noch lange kein Unfallwagen. Dafür müssten schon größere Blechschäden vorliegen.

Nach dem Sachverhalt sehe ich keine Möglichkeit den Schaden vom Verkäufer begleichen zu lassen?
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
noch nie von etwas abgehalten.

nemor213
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Beitrag von nemor213 »

Aber da dieser Schaden in diesem fiktiven Fall ja nicht im Kaufvertrag aufgeführt ist, dafür aber alle anderen bin ich mir mit der Rechtslage nicht sicher. Ausserdem ist mir zu Ohren gekommen dass ein Schaden, der mind. 700€ in einer Fachwerkstatt kosten würde schon als Unfallschaden zählt?

Questor

Beitrag von Questor »

Ein Parkrempler ist kein Unfallschaden und muss auch nicht angegeben werden.
Auch die "Kratzer" hätten nicht im Kaufvertrag angegeben werden müssen.
Der Käufer muss ausschließlich über Unfallschäden, die den Wert des Wagens mindern, informiert werden.
So ist z. B. eine ausgetauschte Windschutzscheibe oder Tür, kein Unfallschaden, sondern kann eher sogar zu einer Wertsteigerung führen.
Eine ausgebeulte Tür mit Schweißarbeiten etc. dagegen kann ein Unfallschaden sein.

nemor213
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Beitrag von nemor213 »

Aber ist das in dem fall dann keine Wertminderung des Wagens? Reparatur liegt bei sowas in einer Fachwerkstatt imerhin um die 1500-2000€...

dangermouse
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Beitrag von dangermouse »

Hier ist eher das Problem das es schon 4 Monate her ist.
Sie hätte am gleichen Tag odder besser noch gleich beim Kauf darauf hinweisen müssen.

Nach 4 Monaten kann man sagen das Sie es waren.

Solch ein Rempler ist ein Bagatellschaden.

Obermotzbruder
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Beitrag von Obermotzbruder »

Und vor allem schaut man sich ein Fahrzeug vorher genau an. Hätten Sie dies getan, dann müssten Sie heute keine Fragen stellen. Wenn ich mir einen gebrauchten PKW kaufe, dann habe ich eine kompetente Person, eine Lupe, eine Taschenlampe und einen Magneten dabei. :wink:
Jeden Tag kommt ein neuer Dummer am Bahnhof an, man muss ihn nur abholen.
Ein Frosch bleibt ein Frosch, auch wenn er miaut wie eine Katze-
Demokratie ist eine Einrichtung, die es den Menschen gestattet, frei zu entscheiden, wer an allem schuld sein soll.

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

nemor213 hat geschrieben:Aber ist das in dem fall dann keine Wertminderung des Wagens?
Sicherlich wäre der Wagen ohne schadhafte Stoßstange mehr Wert, aber dies ist erst mal nicht von Belang.

In der ersten Betrachtung gibt es den objektiven Mangel erst einmal nicht. Es kommt darauf an, ob der Wagen die vereinbarte Beschaffenheit hat. Die Partein können ja auch vereinbaren, einen Kaufvertrag über ein Auto ohne Stoßstangen abzuschließen.

In der Regel gilt der Wagen in dem Zustand als vereinbart, wie er beim Abschluss des Kaufvertrags dasteht.

Sicherlich könnte es Konstellationen geben, bei denen der Käufer die Reparatur vom Verkäufer verlangen könnte, aber dies kann ich dem Sachverhalt nicht entnehmen.
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
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