Fall zu Werkvertrag

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Omiitier
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Fall zu Werkvertrag

Beitrag von Omiitier »

Ich habe hier ein bisschen Schwierigkeiten mit einem Fall bez. Werkvertrag. Könnt ihr mir helfen?

Zwischen dem Bauherrn Kunibert und dem Architekten Adolar wurde ein Vertrag über Entwurfsarbeiten geschlossen. Der Entwurf sollte spätestens am 1. Juni fertig sein. Da A inzwischen einen lukrativen Auftrag erhalten hat, vernachlässigt er seine Arbeit am Entwurf für K mit dem Ergebnis, dass er am 1. Juni nichts vorweisen kann. Da A ein begabter Architekt ist, besteht K auf Erfüllung des Vertrags in angemessener Frist. Er möchte aber von A auch den ihm durch die verspätete Leistung nachweisbar entstandenen Schaden von 1000 € ersetzt bekommen. A will sich darauf nicht einlassen, weil er meint, Kunibert habe nur das Recht auf Wandelung. Rechtslage?

ktown
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Beitrag von ktown »

K muß A ersteinmal eine Nachfrist setzen und kann dann erst Schadensersatzforderungen stellen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Omiitier
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Beitrag von Omiitier »

Und wie würde eine Lösungsmöglichkeit lauten? Paragraphen?

Volker Kles
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Beitrag von Volker Kles »

In den meisten Architektenverträgen ist Schadensersatz auf die Fälle grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz beschränkt.
Terminverzug ist aber nur "normal" fahrlässig.
Gruß
V.K.
____________________________________________
Jeder hat in seinem Leben auf sich selber achtzugeben

Omiitier
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Beitrag von Omiitier »

Kann man, um den Fall zu lösen, neben dem BGB auch die VOF bzw. VOB/A benutzen?


Edit: Bei nem anderen Fall hab ich ebenfalls ein Problem:

Sie haben einem Malermeister den Auftrag gegeben, den Gartenzaun zu streichen. Sie sehen, dass die Arbeit nicht sorgfältig ausgeführt wird und sagen dies dem Meister. Dieser ist erbost darüber und lehnt deshalb die Fertigstellung der Arbeit ab. Gleichzeitig verlangt er von Ihnen die Bezahlung der von ihm bislang geleisteten Arbeit. Rechtslage?

Zu diesem fettgedruckten finde ich keinen Paragraphen der das genau regelt.

Big Guro
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Beitrag von Big Guro »

Omiitier hat geschrieben:
Gleichzeitig verlangt er von Ihnen die Bezahlung der von ihm bislang geleisteten Arbeit. Rechtslage?

Zu diesem fettgedruckten finde ich keinen Paragraphen der das genau regelt.

Er meint wohl den hier:

BGB § 649 Kündigungsrecht des Bestellers

Der Besteller kann bis zur Vollendung des Werkes jederzeit den Vertrag kündigen. Kündigt der Besteller, so ist der Unternehmer berechtigt, die vereinbarte Vergütung zu verlangen; er muss sich jedoch dasjenige anrechnen lassen, was er infolge der Aufhebung des Vertrags an Aufwendungen erspart oder durch anderweitige Verwendung seiner Arbeitskraft erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt. Es wird vermutet, dass danach dem Unternehmer 5 vom Hundert der auf den noch nicht erbrachten Teil der Werkleistung entfallenden vereinbarten Vergütung zustehen.


Wobei der § 649 hier nicht anwendbar ist, eher der § 634


BGB § 634 Rechte des Bestellers bei Mängeln
Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.nach § 635 Nacherfüllung verlangen,

2.nach § 637 den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3.nach den §§ 636, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und

4.nach den §§ 636, 280, 281, 283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen
Ich habe keine Ahnung, was ich hier tue...

...aber Inkompetenz hat mich auch
noch nie von etwas abgehalten.

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