Ersatzlieferung oder Rückzahlung

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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mlmgv
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Ersatzlieferung oder Rückzahlung

Beitrag von mlmgv »

Mal angenommen ...
V verkaufe über ein Online-Auktionshaus ein gebrauchtes Diktiergerät (Einzelstück). Rechtsanwalt K ersteigert es und zahlt. V verschickt es, es kommt aber nicht an. V prüft nach Rüge beim Verfrachter und stellt fest, dass es vorloren gegangen ist. V bietet K, da die Ware versichert ist, die Rückzahlung des bezahlten Kaufpreises an.V bittet um Kontonummer.

K, ein Rechtsanwalt bezweifelt den Verlust und fordert, statt Rückzahlung, die "Ersatzlieferung". Er droht mit schlechter Bewertung, wenn keine Ersatzlieferung erfolge!

Wie stellt sich für V die Rechtslage dar - wenn in der Auktion ersichtlich gewesen wäre, dass V
1.) gewerblicher Verkäufer oder
2.) privater Verkäufer.

Ferner würde ich gerne wissen,
3.) ob ggf. eine so genannte "Bewertungserpressung" hier vorliegen könnte?

Richard Gecko
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Beitrag von Richard Gecko »

V kann doch K einfach die Nachverfolgungsnummer mitteilen. Dann sieht K sofort wo sich sein Paket befindet. Das macht man am besten eh immer gleich nachdem man etwas verschickt hat.

Tastenspitz
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Beitrag von Tastenspitz »

Nachlieferung scheidet wohl aus ,weil
Diktiergerät (Einzelstück)
Siehe auch hier
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

mlmgv
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Beitrag von mlmgv »

Richard Gecko hat geschrieben:V kann doch K einfach die Nachverfolgungsnummer mitteilen. Dann sieht K sofort wo sich sein Paket befindet. Das macht man am besten eh immer gleich nachdem man etwas verschickt hat.
Du setzt einfach voraus, dass eine Nachverfolgungsnummer zugänglich sei. Viele Spediteure bieten diese Möglichkeit nicht an.

Ferner ist die rechtliche Würdigung zwischen den Fällen 1 und 2 nicht dargelegt. Gefahrübergang ... etc!

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Zum Thema Gefahrübergang gilt in beiden Fällen § 447, wenn der RA nicht als Verbraucher auftritt.

Einzelstück wird wohl näher zu definieren sein, aus dem Verkauf einer gebrauchten Sache alleine leitet sich jedenfalls noch keine Unmöglichkeit der Leistung ab.
Es wird darauf aber nicht ankommen, da jedenfalls bei beweisbarer Übergabe an die Transportperson insoweit Konkretisierung eintritt.

Der Verkäufer ist somit nicht zur Nachlieferung verpflichtet, der Käufer kann lediglich das bereits bezahlte Geld wieder zurück verlangen, 326 I 1 BGB.

mlmgv
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Beitrag von mlmgv »

Über Online-Problem-Klären gibt V den Transporteur und die Auftragsnummer bekannt,V teilt aber nochmals mit, dass die Ware verloren sei und der Schaden durch Kaufpreisrückerstattung bereits vollständig bezahlt sei.
All das weiß somit der Rechtsanwalt.

Ich ergänze daher zu 3.)

Nehmen wir an - folgende negative Bewertung würde durch den Rechtsanwalt (=K) trotzdem erfolgen:

"angeblich Ware verloren, Weigerung Schadenersatz für Ersatzbeschaffung, RA"

Was sollte K unternehmen?

spraadhans
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Beitrag von spraadhans »

Hat V in dem Portal denn keine Möglichkeit eines Kommentars?

Die Aussage entspricht ja soweit der Wahrheit...

mlmgv
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Beitrag von mlmgv »

spraadhans hat geschrieben:Hat V in dem Portal denn keine Möglichkeit eines Kommentars?

Die Aussage entspricht ja soweit der Wahrheit...
Es besteht die Möglichkeit der Kommentierung, doch dadurch bleibt eine "negative Bewertung" immer noch bestehen, trotz möglich richtiger Darstellung.

Doch lässt die richtige Darstellung einer Bewertung auch Drohung, sowie deren Vollendung in einer Negativen tatsächlich zu, wenn freiwillig keine Ersatzbeschaffung zu erfolgen braucht?!

Denn bleibt die negative Bewertung zu Recht bestehen, dann kann generell jeder Verkauf, der in den unverschuldtenen Verlust einer zu liefernden Ware bei bereits erfolgter Übergabe an den Verfrachter gerät, unbeschadet vom Käufer negativ bewertet werden, wenn der Verkäufer außer der Kaufpreiserstattung keinen anderen [zusätzlichen] Schadensersatz/Ersatzbeschaffung gewährt, der ihm pflichtgemäß gar nicht gesetzlich obliegen würde (siehe Deine Anmerkungen oben).

Im Kern verlangt der Rechtsanwalt etwas - was ihm gar nicht zu steht. Obwohl er es weiß, droht er mit einer negativen Bewertung. Nachdem er keinen Erfolg erzielt, vollendet er seine Drohung und bewertet wie angekündigt negativ.

Insofern weise ich noch einmal auf Punkt 3 (s.o.) zur Beantwortung hin.








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