Minderjährige als Vertreter

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

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elfi1986
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Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Hallo,
ich brauche dringend Hilfe bei einem Fall.
Ein 16-jähriger wurde als Vertreter eingesetzt um eine bestimmte Sache zu kaufen, diese sollte 50,00 € kosten. Ihm wurde gesagt, er soll versuchen ein wenig zu handeln. Anstatt 40,00 € schreibt er versehentlich 400,0 € auf einen Zettel und übergibt den Zettel. Verkäufer erklärt sich einverstanden.
Ein genauer Preis wurde dem Vertreter nicht genannt.

Wie ist hier die Rechtslage?

Vielen Dank für die Hilfe, ist wirklich wichtig!

spraadhans
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von spraadhans »

Netter Fall, haben Sie denn schon eigene Lösungsansätze?

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Ja schon, ich muss nur wissen ob er zahlen muss oder nicht. Bin mir also nur über den Ausgang nicht ganz schlüssig, eine genaue Argumentation brauche ich nicht.

spraadhans
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von spraadhans »

Und ich löse jetzt ihre Hausaufagbe?

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Nein so war das nicht gemeint.
Wollte nur mal allgemeine Meinungen dazu hören, bin mir einfach noch nicht so ganz schlüssig.
Erwarte hier wie gesagt keine Antworten mit Argumentationen.

spraadhans
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von spraadhans »

In Schulfällen ist nicht das Ergebnis das Ziel, sondern der Lösungsweg.

Ich frage also nochmal, haben sie eine eigene Idee, bzw. Lösungsskizze?

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Ja die habe ich.
Klar ist das der Vertreter keine genauen Anweisungen bezüglich des Preises hatte, also auch wirklich als Vertreter und nicht als Bote eingesetzt wird.
Er hat außerdem auch angegeben für wen er die Sache erwerben möchte, der Händler konnte also davon ausgehen das ein wirksamer Vertrag zustande kommt. Bei Geschäften mit Minderjährigen, in diesem Falle 16 Jahre alt, also nur beschränkt Geschäftsfähig. Dieses Option entfällt also auch.
Die Frage die ich mir nur Stelle ist ob man den Vertrag wegen Inhaltsirrtum anfechten könnte, da der Preis erheblich über dem üblichen liegt.

Das ist jetzt nur die Kurzversion, da gibt es noch einiges zu prüfen aber das Endresultat bin ich mir wie gesagt nicht ganz sicher.

spraadhans
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von spraadhans »

Ist denn die Abgabe einer Erklärung über 400,- noch von der Vertretungsmacht gedacht?

Falls nicht, welche stellvertretungsrechtlichen Probleme könnten sich darauf ergeben?

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Es gab keine genaue Preisangaben, nur "versuche zu handeln, sonst nehme ich zu jedem Preis".
Damit hat der Vertreter, auch ungewollt, innerhalb seiner Vertretungsmacht gehandelt.

spraadhans
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von spraadhans »

Oben steht aber, dass der Preis 50,- war und der Vertreter versuchen sollte, zu handeln, was den Preis ja eigentlich auf 50,- noch oben begrenzt, oder?

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

50,00 € war der ursprüngliche Preis der Ware, da dem Vertreter jedoch keine Preisgrenze genannt wurde kann er diesen nicht zur Verantwortung ziehen. Ist zumindest meine Auffassung. Dieser hat ja auch nicht beabsichtigt die Ware für diesen Preis zu bekommen, das hätte dem Händler eigentlich klar sein müssen.
Ich würde auf Inhaltsirrtum argumentieren, bin mir aber wie gesagt nicht ganz sicher.

kirchturm
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von kirchturm »

Ich werfe mal die §§ 119, 120 BGB in den Raum.
Hohle Gefäße geben mehr Klang als gefüllte. Ein Schwätzer ist meist ein leerer Kopf. ([url=http://de.wikipedia.org/wiki/August_von_Platen]August von Platen[/url])

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Danke, das würde meine Theorie unterstützen :D

spraadhans
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von spraadhans »

Nein, ganz böse falsch, jedenfalls der 120 wäre hier ein Kapitalfehler!!

Der Vertreter gibt eine eigene Erklärung im fremden Namen ab und übermittelt nicht bloß eine solche Erklärung, denn dann wäre er Bote, wie bereits zu recht festgestellt wurde.

Wenn es sich um eine typische juristische Hausarbeit handelt, dürften erhebliche Probleme im Sachverhalt versteckt sein, so dass m.E. die Vertretungsmacht durchaus zu problematisieren ist.

Von welcher Art Aufgabenstellung schreiben wir hier?

elfi1986
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Re: Minderjährige als Vertreter

Beitrag von elfi1986 »

Ich muss ein Gutachten erstellen.
Vielen Dank, da hab ich wohl etwas auf der Leitung gestanden. :D
Die Antwort hat mich aber schon ein gutes Stück weiter gebracht.

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