Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Martin
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Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von Martin »

Hallo zusammen,

ich hätte mal eine Frage an die Gemeinschaft. Ich habe bei einem Online-Versand einen Artikel über einen anderen Anbieter bestellt. Da ich zeitlich nicht so flexibel bin und keinen habe, der meine Päckchen entgegen nehmen kann habe ich bei dieser Bestellung die Adresse meines Arbeitgebers angegeben. Ich muss wohl gleich dazu sagen, das die Adresse für die Lieferung und für die Rechnung gleich waren, also beide an die Adresse der Firma meines Arbeitgebers. Nun wollte ich diesen Artikel zurück senden, was normalerweise auch nie ein Problem darstellte, als ich mir Artikel an meine Privat Adresse schicken habe lassen. Nun weigert sich die Firma aber den Artikel zurückzunehmen mit der Begründung, das ich als Gewerbekunde kein Recht auf Widerspruch habe.

So nun zu meiner Frage:
Bin ich denn automatisch gewerblich, nur weil die Rechnung an die gleiche Adresse wie der Artikel versendet wurde, auch wenn die Adresse eine Firmenanschrifit ist?
Der Artikel ist unter meinem Namen bestellt worden und von meinem Privatkonto bezahlt. Ich selbst habe kein Gewerbe angemeldet.

Ich habe den Sachverhalt dem Anbieter direkt geschildert und man weigert sich dennoch den Artikel zurückzunehmen.

Wenn mir in dieser Sache jemand Auskunft geben könnte oder an wen man sich da wenden sollte , wäre ich sehr dankbar.

Vielen Dank schon mal im Voraus

maltem
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Re: Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von maltem »

Was heißt denn in diesem Zusammenhang "unter meinem Namen bestellt"? Wurde als "Firma XY, z.Hd. Martin Musterman" bestellt?

Sofern als Rechnungsempfänger wirklich die Firma angegeben wurde (und nicht nur als c/o-Empfänger), tritt der Bestellende gegenüber dem Anbieter ja als Geschäftskunde auf - es besteht ja die Möglichkeit, eine abweichende Lieferadresse anzugeben. Insofern halte ich die Weigerung des Anbieters für gerechtfertigt.

Martin
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Re: Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von Martin »

maltem hat geschrieben:Was heißt denn in diesem Zusammenhang "unter meinem Namen bestellt"? Wurde als "Firma XY, z.Hd. Martin Musterman" bestellt?

Sofern als Rechnungsempfänger wirklich die Firma angegeben wurde (und nicht nur als c/o-Empfänger), tritt der Bestellende gegenüber dem Anbieter ja als Geschäftskunde auf - es besteht ja die Möglichkeit, eine abweichende Lieferadresse anzugeben. Insofern halte ich die Weigerung des Anbieters für gerechtfertigt.

Danke für die schnelle Antwort.

Auch wenn ich es nicht ganz nachvollziehen kann, werde ich mich wohl damit abfinden und damit begnügen das die Firma sicherlich kein zweites Geschäft mit mir machen wird.

Jimmey1204
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Re: Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von Jimmey1204 »

Dem Käufer eine gewerbliche Nutzung zu unterstellen, nur weil die Rechnungsadresse = Lieferadresse (Firma) ist, dürfte nicht ausreichend sein, selbst wenn die Zahlung von einem Geschäftskonto kommen würde. Wichtiger wäre schon, welchen Tätigkeitsbereich das angesprochene Gewerbe umfasst und um was für einen bestellten Artikel es sich handelt.

Da gabs glaube ich auch mal ein Urteil mit einer Anwältin die eine Tischlampe bestellt und widerrufen hat, einfach mal googeln.

Martin
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Re: Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von Martin »

An Jimmey 1204

Da hätte ich mich jetzt fast geschlagen gegeben =)

http://www.shopbetreiber-blog.de/2009/0 ... etkaeufen/

Der Link zu Deinem Tipp mit der Tischlampe.

Auch Dir schon mal ein Danke schön für die Antwort.

Martin
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Re: Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von Martin »

So, ich gleich noch einmal.

Ich möchte der Vollständigkeit halber hier das Ergebnis kurz bekannt geben.

Auf den Tip von Jimmey 1204 hin habe ich eine e-mail an die Firma versandt mit einem Auszug des Urteiles.
Die Firma hat mit bereits geantwortet
Man wird den Artikel unter Vorbehalt zurücknehmen.

Vielen herzlichen Dank für die schnellen und mitunter sehr hilfreichen Antworten !!!!

Viele Grüße

Martin

ktown
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Re: Kein Widerrufsrecht wegen falscher Rechnungsadresse?

Beitrag von ktown »

Besagtes Urteil wäre aber letztlich nur anwedbar, wenn ihr Arbeitgeber privat was bestellt hätte und dies an die Büroadresse gesendet hätte.

Den von Ihnen geschilderten Fall gibt es leider aber zuhauf (zumindestens bei mir). Ob dies am Buchungssystem der Händlers liegt oder an anderen Dingen kann ich als Außenstehender nicht beurteilen. Aber vielfach steht trotz eindeutig getrennter Eingabe in Liefer- und Rechnungsadresse in beidem der selbe Text.

Die Beweisbarkeit, dass man kein Gewerbetreibender ist, ist besagtem Fall ja recht einfach. Einfacher Auszug aus dem Handelsregister wiederlegt die Annahme des Verkäufers.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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