Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

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Newbie2007
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Newbie2007 » 12.02.14, 13:20

schneckenkorn hat geschrieben:Wie schon mehrfach festgestellt wurde, der Roller gehört jetzt dem Gewinn der der Auktion. Kurz das Ding ist weg.
Daraus folgt aber nicht, dass auch der Auktionserlös weg ist...

Im Gegenteil scheint §981 BGB zu regeln, das der Versteigerungserlös erst nach Ablauf von 3 Jahren an den Staat fällt:
(1) Sind seit dem Ablauf der in der öffentlichen Bekanntmachung bestimmten Frist drei Jahre verstrichen, so fällt der Versteigerungserlös, wenn nicht ein Empfangsberechtigter sein Recht angemeldet hat, ...
Aber was war denn nun zuerst ?
Laut Sachverhalt wurde der Diebstahl gemeldet im Mai 2013 gemeldet; und im gleichen Monat wurde das Fahrzeug sichergestellt. Es erscheint plausibel, dass von der Sicherstellung bis zur Versteigerung einige Zeit verstreicht.

Tastenspitz
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Tastenspitz » 12.02.14, 13:32

Newbie2007 hat geschrieben:Es erscheint plausibel, dass von der Sicherstellung bis zur Versteigerung einige Zeit verstreicht.
Und das sind wohl idR. deutlich mehr als 31 Tage. Irgendwas geht da nicht so recht zusammen. Erst die lange Wartezeit bis zur Diebstahlmeldung, dann die Überschneidung mit dem Termin der Versteigerung.
Ich tendiere ja dazu, dass die Versteigerung der Auslöser der Anzeige war.
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Newbie2007
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Newbie2007 » 13.02.14, 11:24

Tastenspitz hat geschrieben:
Newbie2007 hat geschrieben:Es erscheint plausibel, dass von der Sicherstellung bis zur Versteigerung einige Zeit verstreicht.
Und das sind wohl idR. deutlich mehr als 31 Tage. Irgendwas geht da nicht so recht zusammen. Erst die lange Wartezeit bis zur Diebstahlmeldung, dann die Überschneidung mit dem Termin der Versteigerung.
Manchmal hilft es, den Sachverhalt noch einmal zu lesen, statt sich auf eine fehlerhafte Erinnerung zu verlassen. Da steht nirgendwo was davon, dass die Versteigerung im Mai 2013 stattgefunden hat, im Gegenteil:
Paraepiped hat geschrieben: Jetzt bekomme ich die Nachricht, dass das Fahrzeug, ebenfalls im Mai 2013, von der Stadt sichergestellt wurde. Diese hat bei der Polizei eine Anfrage über das Versicherungskennzeichen gestellt, ob das Fahrzeug als gestohlen gemeldet wurde. Dies war negativ, da ich kein Versicherungskennzeichen mehr bei der Polizei angeben konnte, sondern nur Fahrgestellnummer und Motorkennnummer.

Mit dem Erfolg, dass die Stadt dieses Fahrzeug jetzt bei einer Auktion verkauft hat...

Tastenspitz
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Tastenspitz » 13.02.14, 11:45

Ah JETZT ja. :!:
Bleibte die Frage nach den Daten Sicherstellung und Diebstahlmeldung.
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Newbie2007
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Newbie2007 » 13.02.14, 12:13

Tastenspitz hat geschrieben:Ah JETZT ja. :!:
Bleibte die Frage nach den Daten Sicherstellung und Diebstahlmeldung.
Ich würde erwarten, dass relativ kurz vor der Versteigerung noch einmal eine Abfrage stattfindet.

Zafilutsche
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Zafilutsche » 13.02.14, 13:16

Newbie2007 hat geschrieben:
Tastenspitz hat geschrieben:Ah JETZT ja. :!:
Bleibte die Frage nach den Daten Sicherstellung und Diebstahlmeldung.
Ich würde erwarten, dass relativ kurz vor der Versteigerung noch einmal eine Abfrage stattfindet.
Vielleicht interpretieren wir das Wörtchen "Sicherstellung" falsch. Aus der Schilderung wird das Fahrzeug noch im Mai 2013 im (Städt. Fundbüro?) gestanden haben. Vermutlich erfolgte hier eine erneute Nachfrage bei der Polizei, ob das Fahrzeug zwischenzeitlich bei der Polizei als "gestohlen" gemeldet ist. (Das da bei der Abfrage nur das alte Versicherungskennzeichen als Kriterium gegolten haben könnte, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Ich gehe davon aus, dass im Mai dem Fundbüro die Mitteilung zugekommen sein muß, dass der Roller als gestohlen gemeldet wurde, nur scheint das Fahrzeug dennoch im Besitz der Stadt verblieben zu sein, was letztlich zur Versteigerung geführt hat. Wann dann die Versteigerung tatsächlich stattgefunden hat, kann die Stadt, der Käufer oder der Auktionator preisgeben.

Friday
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Friday » 14.02.14, 01:36

Hier wird aber viel Vertrauen in den Datenaustausch zw. Polizei und Fundbüro gesetzt. Meine eigene Erfahrung dazu:

1. Zum mir gestohlenen Fahrrad wurde seitens des Fundbüros geraten immer mal wieder anzufragen, auch wenn es bei der Polizei erfasst ist.

2. Ein von mir gefundenes Fahrrad, bei der Polizei abgegeben, war nach einem halben Jahr dem Fundbüro völlig unbekannt. Die Idee auf meinen Hinweis mal bei der Polizeidienstelle nachzufragen war der Sachbearbeiterin völlig fremd, Gott bewahre, dafür gibt's wohl keine Vorschrift. Erst nach harnäckigen Nachhaken bei der Polizei meinerseits (das Aktenzeichen gibt's nicht, blah blah...) wurde es doch in irgendeiner Ecke wiedergefunden und schliesslich dem Fundbüro überstellt. Die Chance für den Verlierer es wiederzubekommen war gleich Null.

Auch wenns dem TE nun nicht mehr hilft, am besten ist es bei allen infrage kommenden Stellen regelmäßig nachzuhaken.

spraadhans
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von spraadhans » 16.02.14, 11:02

Para-Graf hat geschrieben:Hmmm - im StGB gibt es diese Ausnahme für öffentliche Versteigerungen nicht:
§ 259
Hehlerei
(1) Wer eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft oder sonst sich oder einem Dritten verschafft, sie absetzt oder absetzen hilft, um sich oder einen Dritten zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Die §§ 247 und 248a gelten sinngemäß.
(3) Der Versuch ist strafbar.
Fragt sich, welchen Zweck die öffentliche Versteigerung verfolgt, wenn es nicht die "Bereicherung" der Stadtkasse ist ;-)
Ihnen ist schon klar, dass es sich bei 259 um ein reines Vorsatzdelikt handelt?

Rolf22
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Re: Gestohlener Roller von der Stadt verkauft...

Beitrag von Rolf22 » 16.02.14, 11:33

Irgendwie ist die Diskussion nicht richtig zielführend, weil wir nicht wissen, ob die Auktion vor oder nach der Abgabe der Anzeige erfolgte.

Szenario 1: Auktion vor der Anzeige: Fragesteller hat Anspruch auf Herausgabe des Erlöses.

Szenario 2: Auktion nach der Anzeige: Dann hätte diese nicht stattfinden dürfen. Fragesteller hat Anspruch auf Herausgabe des Rollers.

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