7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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pstein
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7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von pstein »

Angenommen über ein Internetauktionshaus habe man ein elektronisches Gerät (bei einer Privatperson) im Wert von unter 100 Euro bestellt.

Dieses ist äusserlich unversehrt beim Empfänger angekommen.
Aber bei Betrieb stellte sich heraus dass durch Erschütterungen intern wohl etwas kaputt gegangen sein muss.
Der Verkäufer versicherte die Funktionsfähigkeit bei Versendung.

Auf Anfrage teilte xxx Transportxxx mit dass diesbezüglich die "7-Tage" für die Geltendmachung
von Transportschäden abgelaufen sein.

Das kann ja wohl nicht sein.

Steht das in deren AGB?

Ist diese Klausel überhaupt wirksam?

Peter
Zuletzt geändert von Dipl.-Sozialarbeiter am 26.03.15, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Firmenname entfernt.

winterspaziergang
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von winterspaziergang »

pstein hat geschrieben: Dieses ist äusserlich unversehrt beim Empfänger angekommen.
Aber bei Betrieb stellte sich heraus dass durch Erschütterungen intern wohl etwas kaputt gegangen sein muss.
wie hat man diese Kausalität festgestellt?
Der Verkäufer versicherte die Funktionsfähigkeit bei Versendung.
mag sein, dass er das versichert. Fakt ist, dass das Gerät nicht funktioniert, oder?
Auf Anfrage teilte xxx Transportxxx mit dass diesbezüglich die "7-Tage" für die Geltendmachung
von Transportschäden abgelaufen sein.

Das kann ja wohl nicht sein.
wieso nicht? Ein Transportschaden ist meistens auch äußerlich sichtbar. Selbst wenn man gleich reklamiert hätte, hätte dies nicht bedeutet, dass die Transportfirma bei intaktem Paket den Schaden anerkennen muss, zumal "Erschütterungen" durch entsprechende Verpackung empfindlicher Ware durch den Versender verhindert werden müssen
Steht das in deren AGB?

Ist diese Klausel überhaupt wirksam?
vermutlich und wieso nicht? nur, weil man als Firma ein fertig verpacktes Paket von A nach B transportiert, kann man doch nicht monatelang für einen Schaden haften, bei dem nicht mal klar ist, woher er stammt.

Zafilutsche
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von Zafilutsche »

Schwierig. Ich persönlich würde mich an den gewerblichen Verkäufer richten. Da die äussere Verpackung keine offensichtlichen Beschädigungen aufgewiesen hat, scheint die Ware also nicht vom Band o.ä gefallen zu sein.
Bei transportempfindlichen Waren kann es sein, dass diese gesondert gesichert werden müssen. Z.B. bei Waschmaschinen kommen Transportsicherungsschrauben zum Einsatz um das Gerät bei eintretenden Erschütterungen dennoch vor Schäden zu bewahren. Waren solche o.ä. Sicherungen vorhanden? War die Verpackung als solches für den Versand geeignet?

Cyrrus
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von Cyrrus »

Hallo,

Zafilutsche es war eine Privatauktion und kein gewerblicher Anbieter.Zumindest hat das der TE geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
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Zafilutsche
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von Zafilutsche »

@Cyrrus Oh- Klar. Hab's leider übersehen.
Beim Privatkauf trägt im Gegensatz zum Gewerblichen Verkäufer das Versandrisiko der Käufer so meine ich es mal aufgeschnappt zu haben.
Ansonsten hier etwas
Lesestoff. :wink:
Um auf die 7-Tage-Frist einzugehen.
Normal könnte man m.E. erwarten, dass in dieser Zeitspanne eine ausreichende Prüfmöglichkeit bei erhalt der Ware gegeben ist.
Fraglich ist scheinbar, was die tatsächliche Ursache des Geräteschadens ist und ob eine/mehrere Erschütterung(en) kausal zu dem Schadensbild beigetragen hat. Falls das der Fall wäre, könnte durchaus eine mangelhafte Verpackung Ursächlich zum Schaden beigetragen haben.

bdirk75
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von bdirk75 »

pstein hat geschrieben: Auf Anfrage teilte xxx Transportxxx mit dass diesbezüglich die "7-Tage" für die Geltendmachung
von Transportschäden abgelaufen sein.

Das kann ja wohl nicht sein.

Steht das in deren AGB?
Nein, das ist die gesetzliche Frist! Vgl. § 438 HGB.

SusanneBerlin
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von SusanneBerlin »

pstein hat geschrieben:...ein elektronisches Gerät...
Dieses ist äusserlich unversehrt beim Empfänger angekommen. Aber bei Betrieb stellte sich heraus dass durch Erschütterungen intern wohl etwas kaputt gegangen sein muss.
Hallo,

wie stellen Sie sich das vor, dass ein Paket erschütterungsfrei per LKW transportiert wird?

Da war wohl entweder
a) die Verpackung nicht geeignet, Erschütterungen abzudämpfen
oder b) das Gerät generell nicht zur Versendung geeignet, ohne Schaden zu nehmen.
Grüße, Susanne

Cyrrus
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von Cyrrus »

oder c. von vornherein defekt.

Nur weil der Verkäufer die Funktionsfähigkeit beteuert muss das ja nicht der Wahrheit entsprechen. Ist die Gewährleistung bei einem /dem privaten Verkauf/Verkäufer ausgeschlossen ?

Mit freundlichen Grüßen

Cyrrus
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Zafilutsche
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von Zafilutsche »

pstein hat geschrieben: ...
Steht das in deren AGB?
bdirk hat geschrieben: Nein, das ist die gesetzliche Frist! Vgl. § 438 HGB.
Anmerken möchte ich dazu, dass das HGB zwischen zwei Kaufleuten vereinbart werden kann. Aber bei einer Privatauktion?
Da wird 1. Das BGB greifen.
2. Wäre einzelvertraglich eine Klausel a la Prüfung und Mängelanzeige innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt ... auch im BGB möglich. Ich habe jedenfalls im BGB keinen Hinweis auf eine 7 Tagefrist gefunden. :)

freemont
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Re: 7-Tage-Frist bei xxx-Paket-Transportschäden zulässig?

Beitrag von freemont »

Zafilutsche hat geschrieben:
pstein hat geschrieben: ...
Steht das in deren AGB?
bdirk hat geschrieben: Nein, das ist die gesetzliche Frist! Vgl. § 438 HGB.
Anmerken möchte ich dazu, dass das HGB zwischen zwei Kaufleuten vereinbart werden kann. Aber bei einer Privatauktion?
...
Hallo,

mit einer Privatauktion hat das nichts zu tun, die §§ 407 ff. HGB, Frachtvertrag, gelten auch wenn ein Privater mit einem gewerblichen Frachtführer einen Frachtvertrag schliesst, Paketdienste etc.

Mit Ablauf der 7-Tagefrist nach § 438 HGB ist der Anspruch gegen den Beförderer aber nicht untergegangen, es wird nur vermutet, dass das Gut unbeschädigt abgeliefert wurde. Diese Vermutung kann widerlegt werden, so dass der Frachtführer haftet. Dieser Nachweis wird hier aber kaum möglich sein.

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