Ausländischer Händler mit Lager in DE, Widerruf

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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3bay
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Ausländischer Händler mit Lager in DE, Widerruf

Beitrag von 3bay » 29.03.16, 19:55

Hallo,

gesetzt folgender Fall.

A kauft über eine große Internetauktionsplattform per Sofortkauf eine Lampe bei B.
A ist eine Privatperson.
B ist Händler, laut rechtlichen Informationen aus China, in den Rücknahmebedingungen taucht jedoch eine Adresse in Großbritannien auf. Artikelstandort ist laut der Auktionsplattform aber "High Quality! XY Warehouse, Deutschland".

A möchte Widerrufen, erklärt dies per integrierter Funktion der Internetauktionsplattform.
B antwortet irgendwas abstruses, dass man sehr dankbar wäre, wenn A den Artikel in seinem "local shop" verkaufen könnte.
A fordert die Mitteilung der entsprechenden Rücksendeadresse.
B antwortet:
„Dear friend Please kindly understand that the light might be damaged during the transportation, and our return address is in Poland, so if the light is damaged during the transportation, we won't refund you the money, and you will suffer a loss in that case. So we suggest you that you can sell it in your local shop, is that ok with you? Your kindly understanding is highly appreciated. Looking forward to hear from you soon. Best regards.”

1) Gehe ich richtig in der Annahme, dass der, der in DE handelt, auch dem deutschen Handelsrecht unterworfen ist?
2) Gehe ich in Infolge der Bestätigung von 1) weiterhin richtig in der Annahme, dass der Händler das Risiko auf den Versandwegen (also auch beim Rückversand) trägt?
3) Ist es seitens eines Händlers rechtens trotz dem genannten Artikelstandort "High Quality! XY Warehouse, Deutschland" die Rücksendung an eine ausländische Adresse zu verlangen?

Wie ist die Rechtslage?

Ich bin gespannt ...

Danke
C
Zuletzt geändert von ktown am 29.03.16, 20:09, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarname entfernt

Zafilutsche
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Re: Ausländischer Händler mit Lager in DE, Widerruf

Beitrag von Zafilutsche » 30.03.16, 08:01

Vermutlich wird man Chinesische Händler bei Streitigkeiten in China verklagen müssen. Ein Handelsabkommen D<->China wäre mir bezüglich eines Gerichtsstandes nicht geläufig.
Vielleicht müsste man klären, ob ein "Warenlager" in Deutschland eine hinreichende Abgrenzung zum "Chinesischen-Importeur" darstellen kann?

3bay
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Re: Ausländischer Händler mit Lager in DE, Widerruf

Beitrag von 3bay » 30.03.16, 08:59

Das beantwortet mir leider nicht ganz eindeutig, ob B, selbst wenn er in China sitzen würde, dem deutschen Recht unterliegt oder nicht.

Eine Klage ist alleine schon aufgrund des Artikelwertes uninteressant, genau genommen ist der diesen Auwand hier kaum wert. Dennoch kein Grund, jeden damit davonkommen zu lassen. Widerrufsrecht ist übrigens an entsprechender Stelle, wo man das bei der Auktionsplattform angeben kann, eingeräumt.

Interessant wäre, ob ein Käuferschutzfall bei Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] eine entsprechende Grundlage hätte. Weiterhin spannend ist die Frage, wie man mit der beinahe schon Androhung, der Artikel würde möglicherweise beschädigt ankommen, umgehen soll. Da habe ich ein wenig Erfahrung und halte dies anhand der Verpackung und der verwendeten Materialien für ausgeschlossen.

Danke
C

Zafilutsche
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Re: Ausländischer Händler mit Lager in DE, Widerruf

Beitrag von Zafilutsche » 31.03.16, 07:37

Vielleicht schlägt man dem "Deutschen Warenlagerbetreiber" und der Betreiberin der "Internetplattform" gleich einen Beitritt in einer der ab 1 April 2016 eingerichteten Schlichtungsstelle vor

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