Verkehrte Sache geliefert

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Klaus77
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Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von Klaus77 » 31.08.16, 11:25

Hallo,

wenn man bei einem Onlineshop (z.B. A....n) bestellt und dann falsche Artikel geliefert werden, hat man dann Anspruch auf Ersatzlieferung?

Konkret:
1) A bestellt Ware "abc" bei einem Händler des Onlineshops
2) Der Onlineshop erstellt eine Bestellbestätigung über Ware "abc"
3) Zwei Tage später schickt der Händler eine Versandnachricht inkl. Widerrrufsformular über Ware "xyz".

Da man ja gerne die bestellte Ware "abc" haben möchte, stellt sich mir nun die Frage nach dem Vorgehen.

z.B.
- Annahme der Sendung verweigern?
- Rücksendung der Ware, evtl. auf eigene Kosten?
- Ware "abc" behalten und Lieferung Ware "xyz" einfordern?

Laut AGB des Onlineshops kommt der Vertrag mit der Versandnachricht zu Stande. Diese weicht hier aber von der Bestellung ab.
Evtl. ist auch gar kein Vertrag über die bestellte Ware "abc" zustande gekommen, da ja keine Versandnachricht über "abc" erstellt wurde?

Besten Dank für eure Einschätzung!

freemont
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von freemont » 31.08.16, 11:35

Klaus77 hat geschrieben:...
Laut AGB des Onlineshops kommt der Vertrag mit der Versandnachricht zu Stande. Diese weicht hier aber von der Bestellung ab.
Evtl. ist auch gar kein Vertrag über die bestellte Ware "abc" zustande gekommen, da ja keine Versandnachricht über "abc" erstellt wurde?

Besten Dank für eure Einschätzung!

Ja, ich denke genau so ist es, siehe § 150 II BGB, die abändernde Annahmeerklärung gilt als "Ablehnung verbunden mit einem neuen Antrag". Es gibt also gar keinen Kaufvertrag.

Ob das dem Verkäufer klar ist. Vielleicht kann man das fmdl. oder per Mail pragmatisch so regeln, daß die Annahme der Ware verweigert wird und der Verkäufer (auf seine Kosten) die richtige Ware neu zusendet. Dann stellt sich die Frage gar nicht erst, wer die Kosten der Rücksendung zu tragen hat. Das ist hier in jedem Fall der Verkäufer.

BäckerHD
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von BäckerHD » 31.08.16, 11:39

Klaus77 hat geschrieben:Annahme der Sendung verweigern?
Wie sollte das praktisch funktionieren?

Klaus77
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von Klaus77 » 31.08.16, 11:48

Wie würde es aussehen, wenn der Onlineshop eine Versandnachricht mit dem korrekten Artikel schickt?

freemont
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von freemont » 31.08.16, 11:56

Klaus77 hat geschrieben:Wie würde es aussehen, wenn der Onlineshop eine Versandnachricht mit dem korrekten Artikel schickt?
?

Wie kann man dann wissen, dass der falsche Artikel im Paket ist? Oder meinen Sie eine neue, weitere Versandnachricht?

Antrag und Annahme decken sich dann jedenfalls, es ist ein Vertrag zustande gekommen.

winterspaziergang
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von winterspaziergang » 31.08.16, 12:30

Klaus77 hat geschrieben: Da man ja gerne die bestellte Ware "abc" haben möchte, stellt sich mir nun die Frage nach dem Vorgehen.

z.B.
- Annahme der Sendung verweigern?
- Rücksendung der Ware, evtl. auf eigene Kosten?
- Ware "abc" behalten und Lieferung Ware "xyz" einfordern?
Also, man bestellt einen Pulli und erhält eine Hose in der Versandbestätigung. Oder ein Telefon und es kommt ein Radio in der VB.
- man ruft an und weist auf den vermutlich falsche Versand hin, so dass der Shop Zeit hat, die richtige Ware als Ersatz zu schicken, so lange sie vorrätig ist
-man wartet ab, was im Paket ist. Bestelltes= wunderbar Nicht bestelltes= Rücksendung auf Kosten des Verkäufers, da es eine Reklamation ist
-man behält die falsche Ware, bekommt auch die neue und zahlt beides
-so zu tun, als habe habe man gar nicht die Ware bekommen und die bestellte zu fordern gehört in die Rubrik Betrug
Besten Dank für eure Einschätzung![
der Kunde macht es sich hier komplizierter als notwendig

Celestro
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von Celestro » 01.09.16, 15:28

winterspaziergang hat geschrieben: -so zu tun, als habe habe man gar nicht die Ware bekommen und die bestellte zu fordern gehört in die Rubrik Betrug
Von "so tun, als habe man gar nichts bekommen" war aber überhaupt keine Rede.
winterspaziergang hat geschrieben:der Kunde macht es sich hier komplizierter als notwendig
Manch ein User aber auch ...

winterspaziergang
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von winterspaziergang » 01.09.16, 19:33

Celestro hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: -so zu tun, als habe habe man gar nicht die Ware bekommen und die bestellte zu fordern gehört in die Rubrik Betrug
Von "so tun, als habe man gar nichts bekommen" war aber überhaupt keine Rede.
das war, wie unschwer zu erkennen, wenn man den Beitrag liest, auch nur eine von mehreren denkbaren Möglichkeiten der Aussage
Celestro hat geschrieben:- Ware "abc" behalten und Lieferung Ware "xyz" einfordern?
Celestro hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:der Kunde macht es sich hier komplizierter als notwendig
Manch ein User aber auch ...
ah ja, wenn man antwortet macht man es sich kompliziert ... ja manchmal stimmt das :roll: .

Aber erhellen Sie uns: Wie ist
Celestro hat geschrieben:- Ware "abc" behalten und Lieferung Ware "xyz" einfordern?
gemeint?

Celestro
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von Celestro » 02.09.16, 08:31

winterspaziergang hat geschrieben:
Aber erhellen Sie uns: Wie ist
Celestro hat geschrieben:- Ware "abc" behalten und Lieferung Ware "xyz" einfordern?
gemeint?
Man fordert das korrekte Teil ein (aufgrund eines Falschlieferung / falsch = es kam etwas ANDERES). Der Verkäufer hat das korrekte Teil zu schicken und muß erklären, ob er das falsche Teil abholen läßt, einen Freischein zur Rücksendung schickt oder (manchmal aufgrund zu geringen Wertes) davon Abstand nimmt, es zurück haben zu wollen.

winterspaziergang
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Re: Verkehrte Sache geliefert

Beitrag von winterspaziergang » 02.09.16, 09:30

Celestro hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben:
Aber erhellen Sie uns: Wie ist
Celestro hat geschrieben:- Ware "abc" behalten und Lieferung Ware "xyz" einfordern?
gemeint?
Man fordert das korrekte Teil ein (aufgrund eines Falschlieferung / falsch = es kam etwas ANDERES). Der Verkäufer hat das korrekte Teil zu schicken und muß erklären, ob er das falsche Teil abholen läßt, einen Freischein zur Rücksendung schickt oder (manchmal aufgrund zu geringen Wertes) davon Abstand nimmt, es zurück haben zu wollen.
Das ist eine Erklärung, wie man vorgehen kann und keine, des TE Aussage, ob er das fehlerhafte behalten und das bestellte einfordern darf.
Dass der Verkäufer eine eventuelle Falschlieferung auf eigene Kosten zurücknehmen muss, ist keine Frage und wurde bereits geschrieben.
Auf die Rücksendung kann er aus Kulanz oder Kostengründen verzichten- muss es aber nicht.

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