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Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 14:00
von Me7z
Hallo Forum,

mich interessiert folgendes :

Herr X bestellt im Internet bei Anbieter Y einen Artikel (Warenwert ca 25 €).
X bezahlt beim Anbieter monatliche Gebühren um einen schnellen "Premiumversand" zu erhalten. Nachdem der Artikel nach einer Woche noch nicht da ist bietet Y an das Geld zu erstattetn da eine Ersatzlieferung ausgeschlossen sein.

X willigt ein und erhält 2 Tage später sein Geld zurück, bestellt den Artikel nochmal und dieser wird am Folgetag geliefert. Nun vergehen 3 Tage und während X an der Arbeit ist wird das "vermisste" Paket bei ihm zuhause zugestellt (Frau von X nimmt es unwissentlich an).

Wie sollte X sich nun verhalten, ist er gezwungen den Artikel zurückzugeben oder ist hier der Verkäufer im "Pech". ?

X möchte natürlich nichts "klauen" o. ä.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 14:11
von SusanneBerlin
Wie sollte X sich nun verhalten,
Komisch, als das Paket NICHT kam, wußte X was zu tun ist.
X möchte natürlich nichts "klauen" o. ä.
Dann sollte X dem Anbieter Y mitteilen, dass er das Paket 2x erhalten hat (Phänomenale Idee, oder?). Alles weitere ergibt sich dann.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 14:51
von Me7z
Sie sind ja auch eine ganz clevere...

Es geht hierbei um das Recht bzw nicht Recht von Herrn X und nicht um das was moralisch richtig wäre.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 14:57
von ExDevil67
SusanneBerlin hat geschrieben:Dann sollte X dem Anbieter Y mitteilen, dass er das Paket 2x erhalten hat (Phänomenale Idee, oder?). Alles weitere ergibt sich dann.
Zumal ich davon ausgehen würde das früher oder später auffallen wird das beide Pakete angekommen sind. Der Absender wird vermutlich vom Paketdienst unter Angabe der Sendungsnummer Schadenersatz fordern. Das wird der Paketdienst natürlich ablehnen wenn er anhand der Sendungsnummer nachweisen kann das das Paket angekommen ist.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 15:10
von lottchen
Me7z hat geschrieben: X möchte natürlich nichts "klauen" o. ä.
Wie würde es X denn bezeichnen, wenn er eine Ware erhält und behält, die er nicht bezahlt hat?

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 18:15
von Froggel
Me7z hat geschrieben:Es geht hierbei um das Recht bzw nicht Recht von Herrn X und nicht um das was moralisch richtig wäre.
Geregelt ist, dass man für unverlangte Warensendungen nicht bezahlen muss. Es trifft einen in diesem Fall aber die Verpflichtung, den Versender über seinen Irrtum, wenn er so offensichtlich ist, zu informieren.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 18:26
von karli
Froggel hat geschrieben:Es trifft einen in diesem Fall aber die Verpflichtung, den Versender über seinen Irrtum, wenn er so offensichtlich ist, zu informieren.
Echt?
Aufgrund welcher Rechtslage?

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 18:44
von SusanneBerlin
Froggel hat geschrieben:Geregelt ist, dass man für unverlangte Warensendungen nicht bezahlen muss.
Damit es nicht zu Missverständnissen führt:
Natürlich erwirbt er Empfänger dann auch kein Eigentum an der unverlangt erhaltenen Ware und muss die Ware auf Verlangen wieder herausgeben. Sollte der Empfänger die Ware benutzt/vermutzt/beschädigt haben oder nicht mehr besitzen, dann muss der Empfänger dann auch dafür bezahlen.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 19:55
von karli
Wobei
unverlangt
auch nicht so ganz richtig ist.
Die Ware wurde ja ursprünglich von X bestellt.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 20:02
von SusanneBerlin
karli hat geschrieben:Wobei
unverlangt
auch nicht so ganz richtig ist.
Die Ware wurde ja ursprünglich von X bestellt.
Wurde aber storniert bzw. der Händler hat den Rücktritt akzeptiert und das Geld zurückerstattet. Der Kunde hatte demnach keinen Anspruch mehr auf die Erfüllung des Kaufvertrags. Dann hat der Kunde erneut bestellt.

Es spielt für die Rechtfolge auch keine Rolle, ob der Händler an den falschen Kunden liefert oder ob eine Bestellung trotz Rücktritt an den Kunden ausgeliefert wird.

Re: Doppelte Lieferung

Verfasst: 12.10.17, 22:36
von Froggel
karli hat geschrieben:
Froggel hat geschrieben:Es trifft einen in diesem Fall aber die Verpflichtung, den Versender über seinen Irrtum, wenn er so offensichtlich ist, zu informieren.
Echt?
Aufgrund welcher Rechtslage?
§ 241a BGB Unbestellte Leistungen

...

(2) Gesetzliche Ansprüche sind nicht ausgeschlossen, wenn die Leistung nicht für den Empfänger bestimmt war oder in der irrigen Vorstellung einer Bestellung erfolgte und der Empfänger dies erkannt hat oder bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt hätte erkennen können.
Der Empfänger wird also schon für Aufklärung sorgen müssen, wenn er sich nicht schadensersatzpflichtig (im Sinne von Bezahlung der überzähligen Ware) machen will.