KFZ Gewährleistung Garantie wer zahlt hier was bei Mängel

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mesel
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KFZ Gewährleistung Garantie wer zahlt hier was bei Mängel

Beitrag von mesel » 05.01.18, 12:13

Guten Tag und ein frohes neues erst einmal.
Folgender Fall liegt in meinem Interesse.
Person A. kauft einen Gebrauchtwagen beim Händler (Autohaus mit eigener Werkstatt)

Im Vertrag steht eine Gewährleistung beschränkt auf einem jahr.

Person A. fällt nach ca. einem Monat gewöhnungszeit ,einige mängel auf;
keilriemen Quietscht
Auto ruckelt
Zündaussetzer.

Und zwischendurch wurde von A. immer wieder bemängelt das der Kühlflüssigkeitsstand im Behälter immer weniger wird.

Es wurden diverse Teile wie; Zündkerzen,Keilriemen,Zünspule ,erneuert,so das alle mängel bis auf den Kühlwasserverlust behoben wurden.

Immer wieder fuhr A. zur Werkstatt und bemängelte den Wasserverlustm mit Hinweis ob es auch die Zylinderkopfdichtung sein könnte, und man sagte Ihm das sei normal und füllte den behälter immer wieder (Vier mal) auf. Nachdem A. dann nach einigen hundert Kilometer wieder einen halben Liter Wasser nachfüllen musste ,informierte er sich woanders. Da sagte man Ihm das der Kühlkreislauf ein geschlossenes System ist ,welches kein Wasser verbrauchen darf,und wenn dann nur ganz minimal . Und wenn es keine Undichte SAtelle geben würde,dann könnte es die Zylinderkopfdichtung sein.

Darauf hin ging A. wieder zum Händler und sagte das er wissen möchte wo das Wasser hingeht und verbraucht wird ,dann wurde ein Termin zur sichtprüfung gemacht,und aber nichts festgestellt. Es wurde wieder neu Aufgefüllt und diesmal aber mit einem Dichtungsmittel Zusatz.

A. sollte dann jetzt das ganze mal beobachte.

Nach einigen Wochen aber wieder das gleiche,Wasserverlust.

Jetzt wurde eine Druckprüfung des Kühlkreislaufs gemacht,ohne erkennbaren ergebnisse.

A. sprach jetzt wieder mal die Zylinderkopfdichtung an, und jetzt sagte der Meister das es dann nur noch diese sein könnte,was er aber auch prüfen müsste.

Okay, Termin zur Prüfung wurde gemacht und A. sprach auch mit Meister und Geschäftsführer die garantie an , und sagte das er davon ausgeht das es ja über die Gewährleistung laufen würde und er ja nach sofort nach kauf den wasserverlust bemängelt und bekannt gegeben habe im ersten halben Jahr der Garantiezeit. Daraufhin sagte der Geschäftsführer dann ,das er dann halt die A Karte gezogen hätte ,wenn es die ZKD wäre.

A. sagte dann aber, ich möchte fair sein und würde die Materialkosten für den Zahnriemen (der ja sowieso in einem Jahr fällig wäre ) selbst Zahlen. Und würde ihm somit etwas entgegen kommen.

(( Anmerkung; bei einer erneuerrung der Zylinderkopfdichtung muss der Zahriemen immer mit erneuert werden)

So, als A. nun fragte was das ergebnis der prüfung ist,hatte man den motor schon zerlegt und die erneuerung der ZKD schon begonnen. Somit war für A. klar ,es ist die ZKD und das es alles über die Gewährleistung abgerechnet würde.

Als er den Chef dann nochmals auf die Zahlung und der beteiligung ansprach,sagte dieser ,das man das später machen können und erst einmal sehen was überhaupt an Kosten aufkommen.

Am nächsten Tag dann bei der Abholung des Wagens klang plötzlich alles anders, der Chef sagte im plötzlich; also mit 200 Euro für das material könne er sich nicht zufrieden geben ,das Auto hätte Ihn jetzt schon soviel gekostet da hätte er es besser verschrotten lassen. Er sagte das A. auf jeden Fall mehr zahlen müsste und er nicht alles tragen könne.

A. fragt sich nun ob das alles so richtig ist und ob er das nun echt selbst zahlen muss.
Zudem hat man es ja mit ansprache auch Garantie direkt Repariert und vorher nichts von selbstzahlung gesagt.
Zudem wurde in den ersten 6 monaten der wasserverlust mehrmals bekannt gegeben.

Was meint Ihr dazu :?: :idea:

Froggel
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Re: KFZ Gewährleistung Garantie wer zahlt hier was bei Mänge

Beitrag von Froggel » 05.01.18, 20:41

mesel hat geschrieben: also mit 200 Euro für das material könne er sich nicht zufrieden geben ,das Auto hätte Ihn jetzt schon soviel gekostet da hätte er es besser verschrotten lassen.
Das ist nicht das Problem des Kunden. Der Verkäufer hat die Kosten für das defekte Teil inkl. der Ein- und Ausbaukosten selbst zu tragen. Da der Sachmangel erheblich ist, wäre auch ein Vertragsrücktritt möglich, d.h. der Verkäufer behält das Auto und gibt dem Kunden dafür den Kaufpreis zurück, möglicherweise nach Abzug der Nutzungskosten. Auf den Kosten für die Reparatur wird der Verkäufer trotzdem sitzen bleiben.
Ich bin kein Jurist.
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mesel
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Re: KFZ Gewährleistung Garantie wer zahlt hier was bei Mänge

Beitrag von mesel » 06.01.18, 13:22

Danke für die Antwort.
Kann denn auch der Verkäufer vom vertrag zurücktreten?,und wie werden denn Nutzungskosten gerechnet. beispiel: der Wagen hätte 8.000 Euro gekostet.

Aber wenn der Schaden durch eine Reparatur behoben wurde,kann dann immer noch vom Vertrag zurückgetreten werden?.
Gruß

SusanneBerlin
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Re: KFZ Gewährleistung Garantie wer zahlt hier was bei Mänge

Beitrag von SusanneBerlin » 06.01.18, 13:27

Kann denn auch der Verkäufer vom vertrag zurücktreten?
Der Verkäufer hat keinen berechtigten Grund vom Vertrag zurückzutreten nachdem der Käufer den Kaufpreis bezahlt hat.
und wie werden denn Nutzungskosten gerechnet.
Die Nutzungsentschädigung richtet sich nach dem Neuwagenpreis, der erwartbaren Gesamtkilometerleistung und den damit ins Verhältnis gesetzten gefahrenen Kilometern des Käufers.
Aber wenn der Schaden durch eine Reparatur behoben wurde,kann dann immer noch vom Vertrag zurückgetreten werden?
Wenn der Verkäufer die Nacherfüllung geleistet hat bzw. seiner Gewährleistung nachgekommen ist d.h. die Mängel behoben wurden und der Käufer das reparierte Auto zurückbekam, dann hat der Käufer anschließend kein Rücktrittsrecht mehr.
Grüße, Susanne

Froggel
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Re: KFZ Gewährleistung Garantie wer zahlt hier was bei Mänge

Beitrag von Froggel » 06.01.18, 19:11

... anders ausgedrückt: Wenn der Verkäufer die Herausgabe an die Bedingung der Kostenbeteiligung an der Reparatur knüpft und das Fahrzeug ohne die Bezahlung nicht herausgibt, kann der Käufer zurücktreten.
Ich bin kein Jurist.
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