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überhöhte Kfz Reparaturkosten

08.03.18, 17:40

Folgend Situation:
Reparatur an Kfz wurde fällig. Die Werkstatt machte ein telefonisches Angebot über diese. Die Reparatur war doppelt so hoch wie am Telefon vereinbart. Die defekten Teile wurden zu dem dreifachen Preis, der im Internet angeboten Preise verkauft. Beispiel: Stoßdämpfer einer bestimmten Marke wurden mit 300€ berechnet, der recherchierte Internetpreis betrug bei keinem Anbieter über 100€. Dieser Preisunterschied wurde bei allen neu eingebauten Teilen festgestellt. Insgesamt betrug die Diverenz etwa 600€. Kann dagegen etwas Rechtliches getan werden?
Vielen Dank für eine Auskunft oder einen brauchbaren Tipp.
:shock:

Re: überhöhte Kfz Reparaturkosten

09.03.18, 20:18

Internetpreise können kaum mit denen einer Werkstatt verglichen werden, auch nicht die Materialpreise, denn der Werkstattinhaber ist nicht daran gehalten, den Einkaufspreis für das Material beim Kunden zu berechnen. Im Grunde könnte man sich bei anderen Werkstätten ein Vergleichsangebot holen. Erst dann, wenn die Werkstatt erheblich über dem üblichen Preis liegt, kann Wucher vorliegen. Am besten hätte man sich den Preis vorher nicht nur telefonisch sagen, sondern auch schriftlich bestätigen lassen. Im Nachhinein so etwas zu beweisen, ist immer ziemlich schwierig.

Re: überhöhte Kfz Reparaturkosten

15.03.18, 12:46

Gehört der Betrieb der KFZ-Innung an?
Falls ja, gibt es eine Schlichtungsstelle die vom Verbraucher kostenfrei angerufen werden kann.

Im übrigen kann es ein Risiko sein, eine Auftragserteilung fernmündlich (womöglich ohne Zeugen) zu machen.
In einem gewissen Rahmen, darf eine Reparatur auch vom Kostenvoranschlag abweichen.
Hier scheint es aber kein dokumentierter Kostenvoranschlag zu geben, weil ja
(bequemerweise) alles fernmündlich gemacht worden ist.
Das man einen Artikel bei unterschiedlichen Händlern zu unterschiedlichen Preisen beziehen kann, ist selbstverständlich, aber
hier ist nicht nur die Lieferung sondern wahrscheinlich Lieferung und Einbau Vertragsgegenstand gewesen.
Das ist eine andere Hausnummer!

Re: überhöhte Kfz Reparaturkosten

19.03.18, 16:32

...tun kann man fast immer was; die Frage ist jedoch, ob der Aufwand lohnt.

In diesem Fall: Darauf bestehen, dass der "Kostenvoranschlag" ein mündl. Werksvertrag war.
Den vereinbarten Betrag zahlen (u.U. mit Zeugen in bar) und Herausgabe des Fahrzeugs verlangen.
Wenn das nicht geschieht, beim Amtsgericht die verbleibende Differenz (die Forderung der Werkstatt also) hinterlegen, so dass die keine Rückhaltungsbegründung hat und das Auto herausgeben muss.
Wenn sie dann die Differenz eintreiben will, müsste sie klagen und damit nachweisen, dass es ein Kostenvoranschlag war und kein Werksvertrag...

Wucher bei den Teilekosten nachzuweisen dürfte schwierig sein....
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