Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

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Zafilutsche
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Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Zafilutsche » 08.10.18, 12:57

Person X schmeißt von Zeit zu Zeit eine 1 Euromünze in so einen Geldspielautomaten rein.
Für 1 Euro kann man 10x für 0,10 Euro sein Glück probieren (So nach dem Spiel und Gewinnplan der am Automaten selbst aufgedruckt ist)
Heute war Person X Überrascht, dass beim Einwurf einer 1 Euro Münze, keine 1 Euro angezeigt wurde sondern nur 0,90 Cent! Auf Nachfrage gab der Betreiber an, dass es eine "Gesetzliche Änderung gab, und hierzu der Automat umgestellt worden ist. Auf dem Automat selbst hat X keine Änderung im Spiel und Gewinnplan gefunden (steht aber auch viel Text)
Weiß da jemand etwas von einer Änderung?

ktown
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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von ktown » 08.10.18, 13:24

Also hier kann ich diesbezüglich nix finden.
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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Zafilutsche » 08.10.18, 13:43

Interessanter Artikel über die TR 5.0 :D Dank Dir ktown.
Immerhin sollte damit klar sein, das das Spiel bereits mit dem Einwerfen der Münzen beginnt und nicht wenn der Button zum starten der "elektronischen Walzen" gedrückt wird.
Das einwerfen eines Spieleinsatzes wird quasi als "Buchungskosten" zu werten sein.

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Michael A. Schaffrath » 08.10.18, 13:44

Zafilutsche hat geschrieben:Auf Nachfrage gab der Betreiber an, dass es eine "Gesetzliche Änderung gab, und hierzu der Automat umgestellt worden ist.
Netter Euphemismus. Das ist ein "Wir dürfen ab jetzt ... Cent Benutzungsgebühr verlangen" verpackt als "Wir müssen jetzt ... Cent Benutzungsgebühr verlangen".
Wenn sowas nicht deutlichst drauf steht, würde ich dementsprechende rechtliche Schritte einleiten. Vielleicht findet sich ja auch ein abmahnfreudiger Mitbewerber des Betreibers der Kneipe/Spielhalle? ;)
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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von winterspaziergang » 08.10.18, 21:08

Michael A. Schaffrath hat geschrieben: Wenn sowas nicht deutlichst drauf steht, würde ich dementsprechende rechtliche Schritte einleiten. Vielleicht findet sich ja auch ein abmahnfreudiger Mitbewerber des Betreibers der Kneipe/Spielhalle? ;)
wegen 10 cent? :shock: an einem Spielautomaten, den man ja irgendwie nicht benutzen muss? :shock:
Für 1 Euro kann man 10x für 0,10 Euro sein Glück probieren (So nach dem Spiel und Gewinnplan der am Automaten selbst aufgedruckt ist)
egal, ob man nun 10 x oder nur 9x sein Glück versuchen kann, wie hoch ist denn die Trefferquote? Verzockt man z.B. im Schnitt 8x und 1x ist es die Gebühr, ist es doch egal, auf welche Weise man sein Geld verloren hat.

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von FM » 08.10.18, 21:34

Zafilutsche hat geschrieben:Auf dem Automat selbst hat X keine Änderung im Spiel und Gewinnplan gefunden (steht aber auch viel Text)
Und wie genau lautete der viele Text?

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Zafilutsche » 09.10.18, 07:34

winterspaziergang hat geschrieben:wegen 10 cent? :shock: an einem Spielautomaten, den man ja irgendwie nicht benutzen muss? :shock:
Da gebe ich Ihnen recht, dass 10 ct. (In diesem Fall) es wirklich nicht wert sind, eine Keule zu schwingen.
Die Überraschung war ja, dass diese unerwartete Änderung eingetreten ist und 10% Gebühr anfällt.
Ich weiss ja nicht, wenn jemand einen höheren Einsatz einwirft (z.B. 10 Euro) ob auch "nur" 0,10 Eurocent abgerechnet wird oder ebenfalls 10%.
Ist halt ein Glücksspielgerät :D . Andersherum kostet ein Spiel dann nicht mehr 0,10 Eurocent sondern 0,11 Eurocent oder wahlweise wieviel ein Spieler tatsächlich gewillt ist einzusetzen.
Ich hatte schon öfter gesehen, dass Unternehmen Gebühren erhoben hatten, die von Gerichten als unzulässig eingestuft wurden (z.B. Bearbeitungsgebühren bei Banken) Auch die Banken muß man ja nicht nehmen, dennoch waren die Gebühren damals unzulässig. Welche Gewinnausschüttungsquote dabei ein Glücksspiel ausspielt, spielt für eine Preisbildung m.E. keine Rolle.
@FM die AGB sind auf der Frontseite des Spielgerätes abgebildet. Ich glaube das eine 1 zu 1 Wiedergabe zu sehr in Richtung einer Identifizierung des Herstellers laufen könnte. Ich werde interessehalber nochmals intensiver mal nach den Preisangaben schauen aus denen sich z.B. die 10 Cent Gebühr ableiten lassen. Wenn ich hierzu was finden sollte, werde ich das hier im thread noch ergänzen.

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von ktown » 09.10.18, 08:16

Naja 10 Cent auf den einzelnen Spieler hört sich wenig an. Rechnet man das aber mal hoch auf jedes Spiel bzw.jeden Spieler, dann kommt sicherlich schon eine Stange Geld dabei rum. :wink:
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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Tastenspitz » 09.10.18, 08:18

Man sollte sich für die 10 Cent mal testweise eine Quittung geben lassen. Letztlich ist dies ja kein Einsatz sondern eine Gebühr.
Mir sind solche Geräte derzeit nicht bekannt. Allerdings kenne ich nur einige Aufsteller und deren Geräte.
Wo ist das gerät denn aufgestellt? Casino, Gaststätte,...?
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Zafilutsche » 09.10.18, 09:39

@ Tastenspitz
Das ist ein typischer Geldspielautomat wie man sie in Gaststätten, Pommes Buden und Spielhallen zu Hauff finden kann.
Wenn jemand mal mit einer Aufforderung zum Erhalt/Ausgabe einer Quittung über 0,10 Eurocent auftaucht, ist das doch schon der halbe Schritt zu einer "Kriegserklärung".
Jetzt wüßte "A" ja um den Umstand, dass der Betreiber 10 Eurocent sofort einbehält und das Spiel durch eine Hintertür verteuert hat. (Da bleibt die Preisangabe unberührt)
Im Extremfall: Ein Spieler Schmeißt 1 Euro rein und probiert einmal sein Glück durch das rotieren der elektronischen Walzen und gewinnt dabei nichts. Danach Bucht er das vorhandene Geld zurück und lässt sich die verbliebenen 80 Cent auszahlen. Ergo für eine Spielrunde zahlte der Spieler statt 10 Cent mit der einbehaltenen Gebühr gleich 20 Cent. Das wäre in diesem Fall eine Verdoppelung der Kosten von 10 auf 20 Cent für die theoretische Spielrunde. Vordergründig ging es A mehr um den Hinweis des Betreibers, dass halt gesetzliche Änderungen den Betreiber veranlassten Änderungen am Spielgerät vornehmen zu müssen. A war nur neugierig, was das mit den Änderungen auf sich hatte und welche Konsequenzen daraus abgeleitet werden.

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Zafilutsche » 09.10.18, 12:18

Heute hat A wieder eine 1 Euromünze eingeworfen, da war der Spieleinsatz so wie früher auch bei 100 Cent geblieben. :oops: Ob da irgendetwas korrigiert wurde? Jedenfalls ist heute ein riesiger Aufkleber am Gerät mit "Spielrelevante Informationen" + "Spielerschutz Aushang "Gefahrenpotential Geldgewinnspielgerät" + Aushang "Kontakt zum Hilfesystem". Das überschattet nun die alte Textwand. :roll:

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von winterspaziergang » 09.10.18, 12:42

ktown hat geschrieben:Naja 10 Cent auf den einzelnen Spieler hört sich wenig an. Rechnet man das aber mal hoch auf jedes Spiel bzw.jeden Spieler, dann kommt sicherlich schon eine Stange Geld dabei rum. :wink:
richtig. Man beachte aber auch den Rest des Einwands:
wie hoch ist denn die Trefferquote?
die "Stange Geld" erhält der Betreiber doch schon für das Glücksspiel, ob davon 10 cent als Gebühr betitelt werden oder nicht, ist im Ergebnis (Gewinn für ihn, Verlust für den Spieler) einerlei.

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von ktown » 09.10.18, 13:19

winterspaziergang hat geschrieben:
ktown hat geschrieben:Naja 10 Cent auf den einzelnen Spieler hört sich wenig an. Rechnet man das aber mal hoch auf jedes Spiel bzw.jeden Spieler, dann kommt sicherlich schon eine Stange Geld dabei rum. :wink:
richtig. Man beachte aber auch den Rest des Einwands:
wie hoch ist denn die Trefferquote?
die "Stange Geld" erhält der Betreiber doch schon für das Glücksspiel, ob davon 10 cent als Gebühr betitelt werden oder nicht, ist im Ergebnis (Gewinn für ihn, Verlust für den Spieler) einerlei.
Naja die wenigsten Automaten gehören den Betreibern der Lokale selbst. Die Mehrzahl (ich würde sogar behaupten weit mehr als 90%) werden von den Herstellern nur zur Verfügung gestellt und dafür sacken die Hersteller fast alles vom Erlös ein. Da ist sicherlich ein Zubrot von 10cent pro Spiel sicherlich von Vorteil. :wink:
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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von Zafilutsche » 09.10.18, 13:30

ktown hat geschrieben: die wenigsten Automaten gehören den Betreibern der Lokale selbst. Die Mehrzahl (ich würde sogar behaupten weit mehr als 90%) werden von den Herstellern nur zur Verfügung gestellt.

Soweit mir bekannt, gibt es halt Unternehmen die Kaufen solche Geräte von den "Herstellern" und machen dann Verträge mit den Gaststätten um die Automaten dort aufstellen zu dürfen.
Wahrscheinlich werden die Umsätze je nach Vertrag entsprechend gesplittet. (Weil die Geräte
am Stromnetz hängen und einen Flächenbedarf haben) Also ein Hersteller ist zum Betreiben nicht von Nöten. :wink:
Achso noch was zu den Quoten: Tag 1 seit dieser Änderung: 1 Euro eingesetz 2,30 Euro raus (Gewinn von 1,30 Euro)
Tag 2: 1 Euro Einsatz 0 Euro raus (Verlust von 1,00 Euro)
Macht nach.... Hm muß mir mal eben den Taschenrechner holen...
Unter der Berücksichtigung dass der Kasten Strom gefressen hat, Eine gewisse Investition benötigte (Kapitalbindung) war es für die Pommesbude und Automatenbetreiber zuletzt ein schlechtes Geschäft. Besser man schädigt nicht weiter :wink:

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Re: Benutzungsgebühr am Geldspielautomat?

Beitrag von ktown » 09.10.18, 14:26

tauschen sie Hersteller durch Unternehmen aus und sie haben letztlich das selbe Ergebnis :wink:
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