Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Der Hilfesuchende
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Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von Der Hilfesuchende » 30.11.18, 17:19

Hallo zusammen

mal fiktiv angenommen K kauft einen Neuwagen bei V mit werkseitig verbauten Fahrzeughersteller-Mediasystem mit Navi in 2017.

Nun geht das Gerät mehrfach kaputt und K gibt V die Möglichkeit 3 mal das Gerät zu tauschen (was K schon als Tolerant empfindet aber erstmal der einfachste Weg ist). Nun ist das gerät zum vierten mal defekt und V bietet K an ein Alternativgerät eines anderen Herstellers einzubauen.

K hätte im Grunde nichts dagegen, jedoch ist das Gerät was V anbietet einzubauen aus dem Jahr 2009-2011 und Kartenmaterial für das Navi nur bis 2013 verfügbar. Das gefällt K nicht und lehnt ab. V sagt, dann können wir da auch nichts machen.

Die Fragen:

1. Sofern K das Angebot mit dem Alternativgerät annehmen würde hätte er Anspruch darauf das das Gerät ungefähr dem Baujahr des Fahrzeuges entspricht und das Navi-Kartenmaterial auch zb bis 2019 als Update (nicht unbedingt kostenfrei) verfügbar sein muss ?

2. Wenn V sich völlig quer stellt, bestünde eine realistische Chance auf Wandlung ?

3. Würde man ein Alternativsystem durch einen Carmedia Fachbetrieb einbauen lassen, bestünde die realistische Chance vor Gericht die Kosten dafür sozusagen als Ersatzvornahme wieder zu bekommen ?

gruß und danke

SusanneBerlin
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Re: Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von SusanneBerlin » 30.11.18, 18:46

Ich nehme an, der Käufer möchte die Gewährleistung in Anspruch nehmen.
Wieviele Monate nach dem Kauf trat der Fehler erstmalig auf?
Grüße, Susanne

Der Hilfesuchende
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Re: Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von Der Hilfesuchende » 01.12.18, 08:35

Gehen wir mal davon aus der Fehler wäre am ersten Tag schon aufgetreten und das ganze zöge sich nun 1,5 Jahre hin und her.

Der Händler streitet das Problem auch garnicht ab.

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Re: Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von ktown » 01.12.18, 09:15

Wenn der Mangel schon von Anfang an bestand, dann stehen dem Verbraucher alle Möglichkeiten des §437 BGB zu. Wobei es hier bedingt einzuschränken ist, da das Navi Teil des Fahrzeuges war.
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Re: Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von DReffects » 09.12.18, 13:13

zu 1. Ich würde sagen dass ein Fahrzeughersteller generell sicherstellen muss, dass über die übliche Nutzungsdauer eines PKW Aktualisierungen für ein ab Werk verbautes Navigationssystem liefern muss, damit der PKW bestimmungsgemäß nutzbar ist.

zu 2. Rücktritt vom Kauf nach §437 BGB kommt auch in Frage, wenn ein belangloser Mangel vorliegt (Az: 2 O 1795/11 LG Bremen), der Käufer erhält natürlich hier nicht den vollen Kaufpreis zurück.

zu 3. vermutlich ja
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Re: Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von ktown » 09.12.18, 13:21

DReffects hat geschrieben:zu 1. Ich würde sagen dass ein Fahrzeughersteller generell sicherstellen muss, dass über die übliche Nutzungsdauer eines PKW Aktualisierungen für ein ab Werk verbautes Navigationssystem liefern muss, damit der PKW bestimmungsgemäß nutzbar ist.
Das sehen die Hersteller anscheinend anders, oder wieso gibt es Updates auf das Kartenmaterial nur im Zubehör zu kaufen?
Wieso ist ein Navi mit altem Kartenmaterial nicht mehr bestimmungsgemäß nutzbar?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Neuwagen und Navi + Updatemöglichkeit

Beitrag von DReffects » 10.12.18, 09:51

ktown hat geschrieben:
DReffects hat geschrieben:zu 1. Ich würde sagen dass ein Fahrzeughersteller generell sicherstellen muss, dass über die übliche Nutzungsdauer eines PKW Aktualisierungen für ein ab Werk verbautes Navigationssystem liefern muss, damit der PKW bestimmungsgemäß nutzbar ist.
Das sehen die Hersteller anscheinend anders, oder wieso gibt es Updates auf das Kartenmaterial nur im Zubehör zu kaufen?
Wieso ist ein Navi mit altem Kartenmaterial nicht mehr bestimmungsgemäß nutzbar?
Ich bezog mich damit auf die generelle (wenn auch kostenpflichtige) Verfügbarkeit von Updates.

Der Käufer müsste sicherlich argumentieren, dass er in besonderer Weise auf das vorhandensein eines Navigationsgeräts angewiesen ist, bzw. das Vorhandensein wesentlich für den Kauf war. Wenn man einen Wagen mit Navigationsgerät erwirbt, hat dies sicherlich eine gewisse Motivation, z.B. dass man keine Analogen Karten mehr lesen möchte, somit das Navigationsgerät wesentlicher Bestandteil der Kaufentscheidung war. Wenn man nun in acht Jahren gewisse Ziele nicht mehr mit dem PKW erreichen kann weil das Kartenmaterial fehlt, kann der PKW mit Navigationsgerät auch nicht mehr wie vorgesehen genutzt werden.
Das natürlich jetzt aus meiner Erwartungshaltung als Käufer eines PKW mit Navigationsgerät. Ob das rechtlich durchsetzbar ist: Keine Ahnung ;-)
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