Widerruf im Handwerk

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Der Hilfesuchende
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Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 03.03.19, 21:14

Hallo

Mal aus Neugierde eine allgemeine Frage zu einem Widerruf im Handwerk auf welches Handwerker wohl in den meisten Fällen drauf hinweisen sollten (müssen)

Handwerker H meint in einer Zeitschrift folgendes gelesen zu haben.

Das Widerrufsrecht gilt nicht wenn Kunde K beim Handwerker H anruft, dieser zu K fährt, maximal einem münlichen ca Preis nennt oder auch keinen, dem Kunden aber sagt er bekommt ein schriftliches Angebot. H schickt also ein paar Tage später K ein schriftliches Angebot welches K unterzeichnet und an H zurückschickt.

Stimmt das so ? und wenn ja würde es auch reichen wenn K dem H das unterschriebene Angebot bei Auftragsbeginn einfach aushändigt oder H das unterschriebene Angebot bei K selber abholt ????

Oder muss trotzdem auf das Widerrufsrecht verwiesen werden ???

Danke

SusanneBerlin
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von SusanneBerlin » 03.03.19, 21:47

Es gibt generell kein Widerrufsrecht bei der Beauftragung eines Handwerkers.
Grüße, Susanne

Der Hilfesuchende
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 03.03.19, 22:00

SusanneBerlin hat geschrieben:Es gibt generell kein Widerrufsrecht bei der Beauftragung eines Handwerkers.
Ich glaub das sehen viele anders, ich verlink mal ein Beispiel

https://www.anwalt.de/rechtstipps/auch- ... 04548.html

https://www.handwerk.com/bauvertragsrec ... rrufsrecht

Froggel
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Froggel » 03.03.19, 23:29

Der Hilfesuchende hat geschrieben:Das Widerrufsrecht gilt nicht wenn Kunde K beim Handwerker H anruft, dieser zu K fährt, maximal einem münlichen ca Preis nennt oder auch keinen, dem Kunden aber sagt er bekommt ein schriftliches Angebot. H schickt also ein paar Tage später K ein schriftliches Angebot welches K unterzeichnet und an H zurückschickt.

Stimmt das so ?
Nein, das stimmt nicht. Hier die Erklärung:
Falsche Informationen von Handwerkskammern

Einige Handwerkskammer informieren über das Thema Widerrusfrecht. Die Tipps sind jedoch teilweise nicht richtig. So heisst es auf der Internetseite eine Handwerkskammer:
„Tipp: Vermeiden Sie Situationen, in welchen den Kunden ein Widerrufsrecht zusteht!
Wenn auf Anforderung des Kunden direkt beim Kunden Maße genommen oder ein (Bau-)Vorhaben besprochen wird, so sollte wie folgt vorgegangen werden:Nehmen Sie zunächst den Vororttermin wahr. Machen Sie sodann nach 1-2 Tagen ein schriftliches Angebot, kommen Sie Ihren vorvertraglichen Informationspflichten nach (siehe oben) und lassen Sie den Kunden den Auftrag schriftlich erteilen. Durch ein derartiges Vorgehen erfüllen Sie zum einen Ihre Informationspflichten und vermeiden zum anderen ein Widerrufsrecht des Verbrauchers.“

Dies wäre zwar dann kein Vertrag mehr mit einem Verbraucher, der ausserhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurde. ABER: Es wäre ein Fernabsatzvertrag. Auch hier hat der Verbraucher ein Widerrufsrecht. Dies wäre nur dann nicht der Fall, wenn der Verbraucher im Betrieb des Handwerkers auf Grund des Angebots den Auftrag erteilt. Üblich ist sowas jedoch nicht.
Quelle
Ich bin kein Jurist.
- alle Angaben ohne Gewähr -

hambre
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von hambre » 03.03.19, 23:52

Wenn der Handwerker ein Aufmaß nehmen muss, dann fallen die Verträge im Regelfall unter den § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB, so dass auch dann kein Widerrufsrecht gilt, wenn es sich um einen Fernabsatzvertrag handelt.

Der Hilfesuchende
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 04.03.19, 12:33

hambre hat geschrieben:Wenn der Handwerker ein Aufmaß nehmen muss, dann fallen die Verträge im Regelfall unter den § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB, so dass auch dann kein Widerrufsrecht gilt, wenn es sich um einen Fernabsatzvertrag handelt.
Hallo, da erschließt sich mich der Grund nicht. Könnte ich eine Erklärung bekommen ? Danke

Etienne777
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Etienne777 » 04.03.19, 12:49

Der Hilfesuchende hat geschrieben:Hallo, da erschließt sich mich der Grund nicht. Könnte ich eine Erklärung bekommen ? Danke
§ 312g BGB besagt in Abs. 2 Nr. 1 ausdrücklich, daß das Widerrufsrecht nicht bei Verträgen besteht, die die Lieferung von Waren betreffen, die nicht vorgefertigt und für deren Herstellung eine individuelle Auswahl oder Bestimmung durch den Verbraucher maßgeblich ist, oder die eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse des Verbrauchers zugeschnitten sind. Der Grund dieser gesetzlichen Regelung besteht darin, die Rückabwicklung von Verträgen zu verhindern, wenn das für den Unternehmer unzumutbar wäre. Eine Ware "von der Stange" kann man natürlich jederzeit zurücknehmen, bei individuellen Lösungen ist das nicht der Fall.

Entscheidend ist daher, ob ein Vertrag über eine individuelle Sache geschlossen wurde. Sollte das der Fall sein, ist § 312g BGB einschlägig und schließt ein Widerrufsrecht per se aus. Der Gesetzgeber hat es dabei gerade nicht unternommen zu klären, ob der Verkäufer die bestellte Ware überhaupt schon gefertigt oder dafür beispielsweise Material beschafft oder bestellt hat, allein der Umstand daß ein entsprechender Vertrag vorliegt, schließt das Widerrufsrecht ohne weitere Voraussetzungen aus.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

Der Hilfesuchende
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 04.03.19, 13:08

Schon mal danke für die Erklärung. Jetzt bin ich da wohl nicht grad die hellste Kerze auf der Torte :( und würde freundlich bitten mir das anhand von zwei Fallbeispielen aus der Praxis nochmal zu erklären.

1. Handwerker soll Heizgerät erneuern. Handwerker kommt zum Kunden, macht Aufmaß was er braucht...zb Heizgerät, Abgasrohr, Winkl XYZ, Rohr. Alles vom Großhandel "von der Stange" nichts individuell gefertigt. Schreibt Angebot bekommt Auftrag. Macht fertig, theroetisch ohne Beschädigungen Rückbaubar. Widerrufsrecht ja oder nein ?

anderes Gewerk aber im Grunde ähnlich https://www.handwerk.com/widerrufsrecht ... rvertraege <--- sofern ich die Erklärung richtig deute, was ich mal anzweifel, hätte hier der Verbraucher doch auch kein Widerruferecht haben dürfen da ja das Dach auch individuell auf das Haus gesetzt wurde.... :? :?:

2. Handwerker soll Bad erneuern. Handwerker kommt zum Kunden, macht Aufmaß für Angebot, schreibt Angebot, bekommt Auftrag, macht fertig. Diese Arbeit ist sozusagen fest mit dem Haus verbunden. Rückbau nicht möglich. Widerrufsrecht ja oder nein ?

Vielen dank

SusanneBerlin
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von SusanneBerlin » 04.03.19, 13:25

Für beide Beispiele gilt: Es gibt noch weitere Bedingungen, die vorliegen müssen, damit der Verbraucher ein Widerrufsrecht hat: Der Vertrag muss online oder per Telefon geschlossen worden sein, oder ein Haustürgeschäft.

Also: auf welche Weise wurde der Auftrag erteilt, wie kam der Vertrag zustande? Der Handwerker kommt doch nicht auf gut Glück vorbei und zufällig braucht der Kunde eine neue Heizung oder ein neues Bad (dann wäre es ein Haustürgeschäft).
Grüße, Susanne

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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 04.03.19, 15:17

Der Hilfesuchende hat geschrieben:Schon mal danke für die Erklärung. Jetzt bin ich da wohl nicht grad die hellste Kerze auf der Torte :( und würde freundlich bitten mir das anhand von zwei Fallbeispielen aus der Praxis nochmal zu erklären.

1. Handwerker soll Heizgerät erneuern. Handwerker kommt zum Kunden, macht Aufmaß was er braucht...zb Heizgerät, Abgasrohr, Winkl XYZ, Rohr. Alles vom Großhandel "von der Stange" nichts individuell gefertigt. Schreibt Angebot bekommt Auftrag. Macht fertig, theroetisch ohne Beschädigungen Rückbaubar. Widerrufsrecht ja oder nein ?

anderes Gewerk aber im Grunde ähnlich https://www.handwerk.com/widerrufsrecht ... rvertraege <--- sofern ich die Erklärung richtig deute, was ich mal anzweifel, hätte hier der Verbraucher doch auch kein Widerruferecht haben dürfen da ja das Dach auch individuell auf das Haus gesetzt wurde.... :? :?:

2. Handwerker soll Bad erneuern. Handwerker kommt zum Kunden, macht Aufmaß für Angebot, schreibt Angebot, bekommt Auftrag, macht fertig. Diese Arbeit ist sozusagen fest mit dem Haus verbunden. Rückbau nicht möglich. Widerrufsrecht ja oder nein ?

Vielen dank
Ich würde in beiden Fällen von ausgehen das der Kunde den Handwerker per Telefon oder per Mailkontakt um ein Angebot gebeten hat.

SusanneBerlin
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von SusanneBerlin » 04.03.19, 15:22

Und wie kam der Vertrag zustande? Was passierte, nachdem der Kunde um ein Angebot gebeten hat?
Grüße, Susanne

Der Hilfesuchende
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 04.03.19, 15:25

Der Hilfesuchende hat geschrieben:
Der Hilfesuchende hat geschrieben:Schon mal danke für die Erklärung. Jetzt bin ich da wohl nicht grad die hellste Kerze auf der Torte :( und würde freundlich bitten mir das anhand von zwei Fallbeispielen aus der Praxis nochmal zu erklären.

1. Handwerker soll Heizgerät erneuern. Handwerker kommt zum Kunden, macht Aufmaß was er braucht...zb Heizgerät, Abgasrohr, Winkl XYZ, Rohr. Alles vom Großhandel "von der Stange" nichts individuell gefertigt. Schreibt Angebot bekommt Auftrag. Macht fertig, theroetisch ohne Beschädigungen Rückbaubar. Widerrufsrecht ja oder nein ?

anderes Gewerk aber im Grunde ähnlich https://www.handwerk.com/widerrufsrecht ... rvertraege <--- sofern ich die Erklärung richtig deute, was ich mal anzweifel, hätte hier der Verbraucher doch auch kein Widerruferecht haben dürfen da ja das Dach auch individuell auf das Haus gesetzt wurde.... :? :?:

2. Handwerker soll Bad erneuern. Handwerker kommt zum Kunden, macht Aufmaß für Angebot, schreibt Angebot, bekommt Auftrag, macht fertig. Diese Arbeit ist sozusagen fest mit dem Haus verbunden. Rückbau nicht möglich. Widerrufsrecht ja oder nein ?

Vielen dank
Ich würde in beiden Fällen von ausgehen das der Kunde den Handwerker per Telefon oder per Mailkontakt um ein Angebot gebeten hat.
Er bekommt das Angebot, beauftragt den Handwerker

1. via Telefonat und mündl. Auftrag
2. per Unterschrift auf das Angebot welches er dem Handwerker aushändigt

Froggel
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Froggel » 04.03.19, 16:33

Der Hilfesuchende hat geschrieben:1. via Telefonat und mündl. Auftrag
2. per Unterschrift auf das Angebot welches er dem Handwerker aushändigt
Das hatte ich doch oben bereits angemerkt. Wenn die Unterschrift in den Geschäftsräumen des Handwerkers geleistet wurde, gibt es kein Widerrufsrecht. Die von Ihnen verlinkte Seite macht den gleichen Fehler, der oben bereits beschrieben ist. Sobald der Handwerker das Angebot dem Kunden zusendet, damit der das unterschrieben zurücksendet, ist das ein Fernabsatzgeschäft. Ausschließlich das Unterschreiben des Angebots in den Geschäftsräumen des H kann ihn vor einem Widerruf schützen, es sei denn, die Herstellung für den Kunden ist individuell (z.B. eine Extraanfertigung von Möbeln oder Gardinen nach Maßgabe des K), es handelt sich um einen Notfall (z.B. Wasserrohrbruch, Tür ins Schloss gefallen, etc.) und der Kunde hat den Handwerker extra deswegen angerufen und beauftragt, oder der Vertragswert liegt unter 40 Euro, dann liegt von vornherein kein Widerrufsrecht vor.

Zu Ihren Beispielen: Heizgerät erneuern - Widerrufsrecht ja, wenn es sich um keinen Notfall handelt. Fällt das Gerät mitten im Winter aus und der Kunde beauftragt den Handwerker, weil er nicht frieren will, hat er auch kein Widerrufsrecht mehr.
Das mit dem Dachstuhl ist keine individuelle Sache, die Balken könnten im Großen und Ganzen weiterverwendet werden und auch die Dachziegel sind vorgefertigt und keinesfalls als individuell anzusehen. Damit hat der Kunde ein Widerrufsrecht und der Handwerker hätte gut daran getan, das dem Kunden auszuhändigen. Da das Dach jedoch nicht demontiert werden kann, ohne das Haus zu beschädigen, muss es drauf bleiben. Der Handwerker bekommt hier bei Widerruf zwar das Geld für den Materialeinsatz, muss jedoch den Werklohn zurückzahlen.

Auch bei Ihrem zweiten Beispiel hat der Kunde ein Widerrufsrecht mit denselben Folgen wie bei dem Dach. Wenn die Keramikfliesen allerdings individuell für K angefertigt wurden, ist das Widerrufsrecht ausgeschlossen.

Wo liegt eigentlich das Problem, als Handwerker den Kunden auf sein Widerrufsrecht hinzuweisen? Das Gesetz bietet die Möglichkeit, dass der Handwerker trotzdem gleich anfangen kann. Nachdem er den Kunden auf das Widerrufsrecht hingewiesen hat, kann man nämlich mit einem gesonderten Formular mit dem Kunden regeln, dass der wünscht, dass mit der Dienstleistung sofort begonnen wird und er damit auf das Widerrufsrecht verzichtet. Alternativ beginnt man mit den Arbeiten erst, nachdem die vierzehn Tage um sind :wink:
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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Der Hilfesuchende » 04.03.19, 17:07

Froggel hat geschrieben:Wo liegt eigentlich das Problem, als Handwerker den Kunden auf sein Widerrufsrecht hinzuweisen?
Naja, Problem ist ja relativ. Tatsächlich ging es mir nur mal um die Frage was stimmt denn nun. Wird ja immer wieder viel erzählt und jeder erzählt was anderes.

Und Entschuldigung wenn ich aus ihrer Sicht immer wieder auf den gleichen Punkt rumreite. Für diejenigen die mit deutscher Bürokratie und Juristik nicht viel am Hut haben ist halt manches was für Sie logisch ist für den anderen nicht nachvollziehbar und braucht deshalb erweiterte Erläuterungen. Und man sieht ja das selbst die eine oder andere Handwerkskammer nicht korrekt informiert. Ist von daher ja nicht böse gemeint.

Grob zusammengefaßt kann man also sagen, alles was kein Notfall ist bedarf der Widerrufsbelehrung. Das individuelle kann ich zumindest für mich ausser acht lassen da ja in vielen Gewerken nicht individuell gefertigt wird.

Eine ergänzende Frage. Muss man denn für jeden Auftrag eine Widerrufsbelehrung unterschreiben lassen oder täts auch eine beim ersten Auftrag mit verweis auf mögliche Folgeaufträge ????

Vielen dank für ihre Geduld

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Re: Widerruf im Handwerk

Beitrag von Froggel » 04.03.19, 19:29

Der Hilfesuchende hat geschrieben:Tatsächlich ging es mir nur mal um die Frage was stimmt denn nun. Wird ja immer wieder viel erzählt und jeder erzählt was anderes.
Die Entscheidung, wie das Ganze auszulegen ist, trifft letztendlich der Richter, und der entscheidet gern mal zugunsten der Verbraucher. Ich würde mich im Zweifelsfall immer lieber auf der sicheren Seite bewegen und etwas mehr machen, als andere vielleicht als nötig erachten. Wenn man jedem Kunden eine Widerrufsbelehrung ausgibt, macht man zumindest nichts falsch. Am besten ist diese an den Vertragsformularen angeheftet oder steht hinten auf der Seite mit den AGB zusammen, dann ist sie mit Unterschrift auf dem Vertrag vom Kunden bestätigt. Dementsprechend würde der Kunde auch bei jedem neuen Vertrag (=Folgevertrag) diese mit erhalten und kann sich so nicht herausreden, er hätte nichts gewusst.

Ja, es ist nervig, und ja, eigentlich sollte man davon ausgehen, dass der Kunde bereits bei der ersten Aushändigung einer Widerrufsbelehrung verstanden hat, dass er die Möglichkeit zum Widerruf hat. Aber trotzdem sollte so etwas mit jedem Auftrag neu ausgegeben werden. Kunden sind ja sooo vergesslich - oder das Gesetz geht zumindest davon aus, denn es steht nirgends: Wenn der Kunde bereits einmal eine Widerrufsbelehrung erhalten hat, gilt diese auch für Folgeaufträge. :wink:
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