Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

Antworten
klausschlesinger
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 225
Registriert: 21.06.12, 16:23
Kontaktdaten:

Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von klausschlesinger » 05.03.19, 14:53

Frau A geht in den Friseursalon B und läßt sich die Augenbrauen-Härchen nachfärben. Sie hat ein Permanent-Make-Up auf ihren Aigenbrauen-Häuten, auf welches sie die Friseuse vor de Behandlung hinweist, schon seit langem auf ihren Augenbrauen-Häuten. Nach der Behandlung hat Frau A Hautrötungen und Hautbremnen an den Augenbrauen es kommt zum Ausfallen der Augenbrauen-Härchen. Ferner weist das Permanent-Make-Up Farbunregelmässigkeiten auf, die vor der Behandlung nicht bestanden.
Frau A wendet sich an die Salonbetreiberin des Friseursalon B, welche den Fall an ihre Berufshaftpflichtversicherung abgibt.
Die Beurfshaftpflichtversicherung des Friseursalon B lehnt einen geltend gemachten Schadenersatz-/Schmerzensgeldanspruch der Frau A wegen möglicher UnverträglichekeitenAllergien auf kosmetische Produkte der Frau A ab. Ferner weist die Berufshaftpflichtversicherung darauf hin, dass den Friseursalon kein Verschulden treffe.
Anmerkung: Vor der Behandlung wurde Frau A nicht über evtl. Unverträglichkeiten informiert/hingewiesen.
Frage: Besteht ein Schadenerrsatzanspruch (beschädigtes Permanent-Make-Up) und ein Schmerzensgeldanspruch (ausgefallene Augenbrauen-Härchen) der Frau A gegen Friseeursalon B.? Rechtsgrundlagen/Ureteile? Gibt es Informationspflichten oder Aufklärungspflichten über mögliche Risiken, die hier offenbar -falls existent- nicht eingehalten wurden? Rechtsgrundlagen hierfür?
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

ExDevil67
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 4779
Registriert: 17.01.14, 09:25

Re: Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von ExDevil67 » 05.03.19, 16:19

klausschlesinger hat geschrieben: Sie hat ein Permanent-Make-Up auf ihren Aigenbrauen-Häuten, auf welches sie die Friseuse vor de Behandlung hinweist,
Nachweis?
klausschlesinger hat geschrieben: Die Beurfshaftpflichtversicherung des Friseursalon B lehnt einen geltend gemachten Schadenersatz-/Schmerzensgeldanspruch der Frau A ... ab.
Ansonsten würde ich an dieser Stelle zum Anwalt raten. Auf eigene Faust die Versicherung vom Gegenteil zu überzeugen dürfte schwierig werden, im Zweifel wird nur eine Klage bleiben. Deren Erfolgsaussichten sollte man aber vorab mit einem Anwalt klären, im Zivilrecht zahlt der Verlierer die Kosten.

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6920
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von winterspaziergang » 05.03.19, 19:33

klausschlesinger hat geschrieben:Frau A geht in den Friseursalon B und läßt sich die Augenbrauen-Härchen nachfärben. Sie hat ein Permanent-Make-Up auf ihren Aigenbrauen-Häuten, auf welches sie die Friseuse vor de Behandlung hinweist, schon seit langem auf ihren Augenbrauen-Häuten.
Nach 3x mal lesen nur teils kapiert: Ein Teil der Augenbrauen besteht aus Permanent-Make.up? oder wie das mit den Augenbrauen-Häuten gemeint?
Anmerkung: Vor der Behandlung wurde Frau A nicht über evtl. Unverträglichkeiten informiert/hingewiesen.
Das ist die Frage: Muss ein Kosmetiker wie ein Arzt aufklären? Hätte die Kosmetikerin wissen können oder müssen, wie die Farbe auf das unbekannte Permanent-Make-Up reagiert?

klausschlesinger
Topicstarter
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 225
Registriert: 21.06.12, 16:23
Kontaktdaten:

Re: Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von klausschlesinger » 05.03.19, 20:29

winterspaziergang hat geschrieben: Nach 3x mal lesen nur teils kapiert: Ein Teil der Augenbrauen besteht aus Permanent-Make.up? oder wie das mit den Augenbrauen-Häuten gemeint?
Ich unterscheide zwischen Augenbrauen-Haaren und die Haut darunter, welche ich als Augnbrauenhat bzw. -häute bezeichne.
Ich mache zwei Kampfsportarten: Ju-Jutsu und Jura. - Jura ist die schwierigere!
'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG)

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6920
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von winterspaziergang » 05.03.19, 20:40

klausschlesinger hat geschrieben:
winterspaziergang hat geschrieben: Nach 3x mal lesen nur teils kapiert: Ein Teil der Augenbrauen besteht aus Permanent-Make.up? oder wie das mit den Augenbrauen-Häuten gemeint?
Ich unterscheide zwischen Augenbrauen-Haaren und die Haut darunter, welche ich als Augnbrauenhat bzw. -häute bezeichne.
Die Gesichtshaut ist in der Tat etwas anderes, als darauf wachsende Haare.

Die Dame hat demnach auf der Haut unter den Augenbrauen ein Permanent-Make-up in Form von a) nachgezogene Augenbrauen (um Lücken zu füllen) oder b) Make-up (also eine Art Dauergrundierung)

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16196
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von SusanneBerlin » 05.03.19, 20:53

Die Antwort lautet c)
Mit Permanent Make-up bezeichnet man kosmetische Tätowierungen, d.h. in diesem Fall, die Form der Augenbrauen ist dauerhaft in die Haut tätowiert.
Grüße, Susanne

winterspaziergang
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 6920
Registriert: 16.11.13, 14:23

Re: Geschädigt nach Kosmetikbehandlung

Beitrag von winterspaziergang » 05.03.19, 20:58

SusanneBerlin hat geschrieben:Die Antwort lautet c)
Mit Permanent Make-up bezeichnet man kosmetische Tätowierungen, d.h. in diesem Fall, die Form der Augenbrauen ist dauerhaft in die Haut tätowiert.
das meinte ich eigentlich mit
a) nachgezogene Augenbrauen (um Lücken zu füllen)
aber vielleicht ist das in der Tat nochmals etwas anderes

Antworten