Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

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Sylliska
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Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Sylliska » 05.04.19, 13:03

Wir haben seit mehreren Monaten üble Probleme mit Paketlieferungen für den Sachverhalt nicht wichtig. Es gab bereits verschiedene Szenarien:

Pakete wurden einfach für jeden zugänglich ohne Ablagezustimmung vor der Haustüre abgestellt.
Pakete wurden ohne Zustellversuch einfach sofort in die nächstbeste Filiale verbracht.

Reklamationen und Beschwerden bei der Hotline blieben ohne Erfolg. Erst, als ich die Bundesnetzzentrale eingeschaltet habe, hat sich die Lage - vorübergehend - etwas gebessert.

Seit mehreren Wochen hat der Zusteller nun eine neue Masche:
Pakete werden - vermutlich erneut ohne Zustellversuch einfach sofort - in die nächstbeste Filiale verbracht und wir erhalten keinerlei Benachrichtigung über einen Zustellversuch - wenn er denn tatsächlich stattgefunden hat.

Konsequenz: die Pakete liegen in der Filiale, werden mangels Kenntnis nicht abgeholt und gehen dann zurück an den Absender.

In einem Fall war ich jedoch selbst der Absender - das Paket wurde zwischenzeitlich zweimal durch ganz Deutschland gekarrt und ist nun angeblich wieder auf dem Weg zu mir...

Ich habe nun erneut die Bundesnetzzentrale involviert.

Frage: Ist der Paketdienstleister verpflichtet, mich via Kärtchen im Briefkasten zu benachrichtigen? In manchen Fällen erhält man vom Versender ja gar keine Sendungsverfolgungsnummer, über die man den Status gegebenenfalls nachvollziehen kann. Bzw. bin ich verpflichtet, diese Sendungsverfolgungsnummer in jedem Fall zu nutzen?

Gibt es sonst noch rechtliche Möglichkeiten, gegen den Paketdienstleister vorzugehen?
Zuletzt geändert von ktown am 05.04.19, 16:48, insgesamt 2-mal geändert.
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misti
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von misti » 07.04.19, 23:30

Nein, Sie haben ja gar keinen Vertrag mit dem Dienstleister.
Den Schaden hat ja nur der Versender/Verkäufer.

Natürlich kann man jetzt möglichst viel bestellen und dann nicht annehmen, falls der Zusteller es tatsächlich schafft zuzustellen, um mglichst viel Verkäufer gegen den Dienstleister aufzuhetzen
Ansonsten wird halt der Verkäufer tätig werden müssen und das Versandunternehmen auf Schadensersatz verklagen.

Tastenspitz
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Tastenspitz » 08.04.19, 06:28

Sylliska hat geschrieben:Ich habe nun erneut die Bundesnetzzentrale involviert.
Kenn ich nicht. Meinen sie die Bundesnetzagentur?
Sylliska hat geschrieben:Ist der Paketdienstleister verpflichtet, mich via Kärtchen im Briefkasten zu benachrichtigen?
Kommt drauf an, was mit dem Versender vereinbart ist.
Sylliska hat geschrieben: bin ich verpflichtet, diese Sendungsverfolgungsnummer in jedem Fall zu nutzen?
Das dürfte nicht der Fall sein, es sei denn es ist explizit so vereinbart.
Sylliska hat geschrieben:Gibt es sonst noch rechtliche Möglichkeiten, gegen den Paketdienstleister vorzugehen?
Wie hier schon geschrieben - sie haben keinen Vertrag mit diesem. Sie müssen sich an den Versender halten.
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webmaster76
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von webmaster76 » 08.04.19, 06:58

Um den Ärger zu umgehen könnte der Kunde seine Pakete an eine Paketstation liefern lassen. Dann erhält er stets eine E-Mail bzw. SMS und der Paketbote kommt um die Zustellung nicht mehr drum herum.

zimtrecht
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von zimtrecht » 08.04.19, 07:31

webmaster76 hat geschrieben:Um den Ärger zu umgehen könnte der Kunde seine Pakete an eine Paketstation liefern lassen....
....wenn man vorher weiß, mit welchem Dienstleister der Versender versendet und dann entscheiden kann, welchen Ablageservice man nutzt. Denn Unternehmen A stellt nicht an Paketstation von Unternehmen B zu und umgekehrt. Gut, notfalls geht das Paket zurück an den Absender und der darf sich dann mit dem Empfänger streiten, wer die Schuld und damit die erneuten Kosten trägt. Der Absender, der anhand der Versandadresse hätte erkennen müssen, dass sein Transporteur dorthin nicht zustellt - oder der Empfänger, der sich zuvor hätte informieren sollen, ob eine Zustellung an die Station überhaupt möglich ist.?

Evariste
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Evariste » 08.04.19, 07:46

Wenn man den Dienstleister unbedingt verklagen will, könnte man sich vermutlich die Ansprüche des Versenders abtreten lassen.

Die Packstation ist auch kein Allheilmittel. Ich nutze sie mittlerweile nicht mehr, da ein großer Prozentsatz der Sendungen am Ende entweder in einer anderen, weiter entfernten Packstation landet oder eben doch wieder in der Filiale.

Celestro
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Celestro » 08.04.19, 09:11

Man kann sich ja mittlerweile diese Paketschränke vor die Tür des Hauses stellen. Wäre das vielleicht eine Alternative?

ktown
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von ktown » 08.04.19, 09:14

Celestro hat geschrieben:Man kann sich ja mittlerweile diese Paketschränke vor die Tür des Hauses stellen. Wäre das vielleicht eine Alternative?
Was soll das bringen, wenn die Pakete eh nie die Zustelladresse erreichen?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Celestro » 08.04.19, 10:46

ktown hat geschrieben:Was soll das bringen, wenn die Pakete eh nie die Zustelladresse erreichen?
Das sind ja nur Vermutungen.
Sylliska hat geschrieben:Pakete wurden einfach für jeden zugänglich ohne Ablagezustimmung vor der Haustüre abgestellt.
Und zumindest das kann dann nicht mehr vorkommen. Außerdem hätte der Dienstleister einen Grund, seinen Mitarbeitern nochmal gehörig auf die Füße zu treten.

P.S. Sofern es nur um einen Dienstleister geht, würde ich den einfach ignorieren. Ist zwar nervig, Händler etc. zu suchen, die nur mit anderen arbeiten, aber sollte machbar sein.

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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von ktown » 08.04.19, 12:58

Sylliska hat geschrieben:Seit mehreren Wochen hat der Zusteller nun eine neue Masche:
Pakete werden - vermutlich erneut ohne Zustellversuch einfach sofort - in die nächstbeste Filiale verbracht
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Celestro » 09.04.19, 08:58

Das Sie noch mal bestätigen, was ich schon schrieb hilft uns jetzt genau "wie" weiter?

webmaster76
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von webmaster76 » 09.04.19, 10:01

Evariste hat geschrieben:Die Packstation ist auch kein Allheilmittel. Ich nutze sie mittlerweile nicht mehr, da ein großer Prozentsatz der Sendungen am Ende entweder in einer anderen, weiter entfernten Packstation landet oder eben doch wieder in der Filiale.
Im vorliegenden Fall hätte der TE aber zwei Vorteile:
1. er erhält definitiv eine Benachrichtigung über die Zustellung
2. der Zusteller kann nicht mehr so einfach nicht zustellen (und dann noch ohne Benachrichtigung), weil der TE evtl. für ihn ungünstig liegt

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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Zafilutsche » 09.04.19, 10:52

Die Frage war doch:
Sylliska hat geschrieben:Gibt es sonst noch rechtliche Möglichkeiten, gegen den Paketdienstleister vorzugehen?
und nicht, wie das Problem der Zustellung/Erreichbarkeit gelöst werden könnte.
Und da war die erste Antwort schon richtig: Der Empfänger ist kein Vertragspartner vom Paketzusteller!
Manche bieten aber einen Service an, den ein Empfänger nutzen könnte. (Alternativzustellung, Abstellfreigaben usw.)

Wenn aber doch Lösungsansätze gesucht werden sollten, kann ich beschreiben wie meine Lösung aussieht:
1. Abstellfreigabe erteillt
2. Eine geeignete verankerte Großkiste mit "Sicherheitsbeschlägen und zwei Vorhängeschlösser" versehen
3. Eine mit Bewegungsmelder bestückte Überwachungskamera die via W-LAN + Smartphone aufzeichnet wann wer was an der Großkiste gemacht hat.

Da die Meldung in Echtzeit übertragen wird, weiss ich
1. das der Paketdienst um xx:xx Uhr da war.
2 ob ein Paket noch in der Kiste ist und oder ob und wer das Paket schon entnommen hat (und ob mein Hund aufgepasst hat :devil: )
Optional könnte ich die Box zusätzlich mit weiteren Sensoren (z.B. Näherungssensor, Erschütterungssensor) ausrüsten, aber vorerst reicht die Videoüberwachung aus.

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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von Tastenspitz » 09.04.19, 11:51

Na da wollen wir doch mal hoffen, dass alle Vorschriften bzgl. der Videoüberwachung, DSGVO usw. auch OK sind. :devil:
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Re: Paket-Universaldienstverordnung - Möglichkeiten

Beitrag von ktown » 09.04.19, 12:25

Celestro hat geschrieben:Das Sie noch mal bestätigen, was ich schon schrieb hilft uns jetzt genau "wie" weiter?
Wo haben sie geschrieben, dass der Zusteller zwischenzeitlich überhaupt nicht mehr zur Adresse fährt und was hilft dabei eine Paketbox?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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