Betrüg - wer haftet

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Riko2019
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Betrüg - wer haftet

Beitrag von Riko2019 » 28.04.19, 10:07

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe einen Artikel im Internet ( von privat ) gekauft, und per Internet-Zahlungs-Methode/Portal ( mit Käuferschutz ) bezahlt.
Laut Sendungsverfolgung wurde die Ware beim Nachbarn ( nicht bei mir ) geliefert und als zugestellt notiert.
Auf dem Benachrichtigungskarte von Versandfirma steht nur der Name von meine Nachbarn ,kein Datum, kein Versandnummer , keine Zustellungszeit.
Der Nachbar behauptet ( Eidesstattliche Versicherung unterschrieben ) er hat von Versandfirma nichts bekommen.
Wir haben beim Zahlungsdienstleister einen Fall, wegen nicht erhaltenen Artikel geöffnet, diese wurde zu gunsten des Verkäufers entschieden ( da die Ware laut Versandfirma zugestellt wurde ) und der Fall wurde abgeschlossen.
Jetzt ich stehe ohne Geld und ohne Artikel.
Wie ist die Rechtslage?

Vielen Dank

SusanneBerlin
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von SusanneBerlin » 28.04.19, 10:49

Hallo,

bei einem Privatkauf muss der Verkäufer den Artikel nur versenden, für ein Verlorengehen auf dem Versandweg haftet der Privatverkäufer m.W. nicht (wenn kein versicherter Versand vereinbart war).

Hat der Käufer könnte vom Verkäufer einen Versendungsbeleg angefordert?
Grüße, Susanne

Riko2019
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von Riko2019 » 28.04.19, 11:01

bei Versandfirma steht folgendes:

"Haftung bis 500 €
Bei Verlust oder Beschädigung haften wir bis 500 €, bei Päckchen bis 50 €."

Wer haftet bei versicherter Versand ?

Viele Grüße
Zuletzt geändert von Riko2019 am 28.04.19, 11:05, insgesamt 1-mal geändert.

FM
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von FM » 28.04.19, 11:04

Damit wäre die Frage aus der Überschrift doch beantwortet.

Und wenn der Nachbar nichts erhalten hat, kann ja auch keine (echte) Unterschrift von ihm vorliegen.

SusanneBerlin
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von SusanneBerlin » 28.04.19, 11:17

Wenn die Versandfirma aber behauptet, dass das Päckchen (und zwar genau dieses vom Verkäufer abgeschickte Päckchen) beim Nachbarn abgegeben wurde, wird man über die Versandfirma nicht weiterkommen.

Dann muss einer lügen, entweder der Nachbar, oder der Zusteller hat selber unterschrieben und das Päckchen behalten.

Da bietet sich an, eine Anzeige und Strafantrag gegen Unbekannt zu erstatten.
Grüße, Susanne

ExDevil67
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von ExDevil67 » 28.04.19, 20:41

Da es eine Nummer der Sendungsverfolgung geben soll, dürfte es eher ein Paket als ein Päckchen gewesen sein. Dann wird es auch eine Unterschrift des Empfängers geben.
Wobei ich würde, zumindest bei Unterschrift an der Haustür, nicht mal meine eigene wiedererkennen.
Dürfte aber der einzige Ansatz sein, daher dürfte die Idee mit der Anzeige gegen Unbekannt der einzighe Weg sein der evtl noch was bringen kann.

ktown
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von ktown » 28.04.19, 21:17

Ich denke eine Anzeige wird hier vermutlich die meiste Bewegung in die Sache bringen. Irgend jemand lügt ja anscheinend.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

Riko2019
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von Riko2019 » 28.04.19, 21:32

bringt was bei Verbraucherzentrale zu gehen ?

FM
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von FM » 28.04.19, 21:35

ExDevil67 hat geschrieben: Wobei ich würde, zumindest bei Unterschrift an der Haustür, nicht mal meine eigene wiedererkennen.
Dürfte aber der einzige Ansatz sein, daher dürfte die Idee mit der Anzeige gegen Unbekannt der einzighe Weg sein der evtl noch was bringen kann.
Für das Strafverfahren muss allerdings bewiesen werden, dass die Unterschrift falsch ist, und wer sie gefälscht hat. Beides ist in der Situation eher schwierig.

Im Zivilverfahren gegen den Paketdienst wegen der vertraglichen Haftung muss der Paketdienst beweisen, dass die Unterschrift echt ist. Auch das ist bei diesen Kritzelautomaten schwierig (zumal eine einmal getätigte Unterschrift dort beliebig kopiert werden könnte).

Ich wundere mich ja schon seit Jahren, dass Paketdienste, aber auch Einzelhändler bei Kartenzahlung, sich auf so etwas einlassen. Wahrscheinlich deshalb, weil es eben in 99 % der Fälle klappt und der Verlust beim restlichen 1 % geringer ist als die Kostenersparnis.

ExDevil67
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von ExDevil67 » 29.04.19, 08:51

FM hat geschrieben:
ExDevil67 hat geschrieben: Wobei ich würde, zumindest bei Unterschrift an der Haustür, nicht mal meine eigene wiedererkennen.
Dürfte aber der einzige Ansatz sein, daher dürfte die Idee mit der Anzeige gegen Unbekannt der einzighe Weg sein der evtl noch was bringen kann.
Für das Strafverfahren muss allerdings bewiesen werden, dass die Unterschrift falsch ist, und wer sie gefälscht hat. Beides ist in der Situation eher schwierig.
Das stimmt, wobei es hier ja weniger darum den Unterschriftenfälscher auch zu bestrafen, sondern um die Klärung der Frage ob Nachbar oder Zusteller lügen bezüglich des Verbleibs des Paktes.
Was mich zu der Frage führt, ob sich die Staatsanwaltschaft überhaupt vor den Zivilrechtskarren spannen lässt oder ob die die Akten nicht gleich mangels öffentlichen Interesses schließen.

Etienne777
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von Etienne777 » 29.04.19, 10:21

Im Kern geht es dem eigentlichen Empfänger vermutlich weniger um eine Bestrafung, als darum, nicht auf dem Schaden sitzen zu bleiben (Ware bezahlt, aber nicht erhalten).

Soweit die Sendung versichert versendet wurde, kann der Absender das Versand-/Transportunternehmen auf Schadensersatz in Anspruch nehmen. Praktisch läuft das so, daß er dort rügt, daß die Sendung nicht den Adressaten erreicht hat, die Sache einen Wert von X Euro hatte und er diesen Wert ersetzt haben will. Die internen Nachforschungen werden ergeben, daß die Sendung jedenfalls nicht dem Adressaten zugestellt wurde, vielleicht versuchen sie auch mit dem angeblich entgegennehmenden Nachbarn zu klären, was er damit gemacht habe. Das ist aber alles das Problem des Transportunternehmens und gerade bei kleineren Beträgen ist der Ersatz des Schadens bequemer und wirtschaftlicher, als langwierige Nachforschungen oder gar Rechtsstreitigkeiten. Ich erwarte da eine einigermaßen unkomplizierte Zahlung. Der Absender müßte nachfolgend dem Empfänger dessen Geld zurückzahlen, so hätte der Empfänger zwar noch immer nicht die gekaufte Sache, aber wenigstens sein Geld zurück.
Aus technischen Gründen befindet sich die Signatur
auf der Rückseite dieses Beitrags.

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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von Riko2019 » 29.04.19, 22:42

Es geht um ein Rechner ( habe fast 250 Euro dafür bezahlt ) das sind kein Kleingeld.

Riko2019
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von Riko2019 » 30.04.19, 18:09

Vielen Dank für die schnelle Antworte
Ich wünsche euch viel Gesund und Glück :D

SusanneBerlin
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von SusanneBerlin » 30.04.19, 18:11

Riko2019 hat geschrieben:Vielen Dank für die schnelle Antworte
Ich wünsche euch viel Gesund und Glück :D
Ebenfalls schönen Feiertag morgen.
Grüße, Susanne

Zafilutsche
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Re: Betrüg - wer haftet

Beitrag von Zafilutsche » 02.05.19, 13:00

ExDevil67 hat geschrieben:Das stimmt, wobei es hier ja weniger darum den Unterschriftenfälscher auch zu bestrafen, sondern um die Klärung der Frage ob Nachbar oder Zusteller lügen bezüglich des Verbleibs des Paktes.
.
Was wenn weder der Nachbar noch der Zusteller Lügt?
Da das heutige digitale Zeitalter erreicht worden ist, bietet die Echtzeit Trackingnummer die Möglichkeit, einen Paketboten vor der Empfängeranschrift abzufangen.
D.h. theoretisch könnte ein unbekannter "dritter" sich als Empfänger ausgeben und seinen "Willie" abgeben. Und nu?
Das blöde ist, der Paketdienstleister wird dem geschädigten keine Daten geben. Und bis die Nummer mittels Anzeige bei der Polizei durch ist, sind flux mindestens 1 Jahr vergangen!
Ergebnis offen!!!

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