Auto gekauft, wird zurück gefordert

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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gfritz74
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Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von gfritz74 » 05.05.19, 21:00

Guten Abend,

Ich steck in ein ziemlich dummen Situation und hoffe hier einen Anhaltspunkt zu finden wie die Rechtslage ist. Hier der Fall.

Ich habe von meinem besten Freund vor 2 Monaten einen PKW gekauft. Der Kaufpreis beträgt 2000 €.
Vor dem Kauf haben wir eine Ratenzahlung vereinbart. Dies hat er auch mit seiner Partnerin abgesprochen. Angezahlt wurden 600 € in Bar. Das Auto habe ich 3 Woche später erhalten und auf meinen Namen angemeldet. Seine Lebenspartnerin war der vorherige Halter. Ausgemacht waren Raten a 50 € bis Ende November und danach 200 €. Den Brief habe ich ihnen als Sicherheit nach der Anmeldung übergeben.
Zusätzlich sollte er den Betrag von meinem Alten PKW erhalten, den ich aber bisher nicht verkauft habe da ich versuche soviel wie möglich daraus zu holen, und noch ein paar Kleinigkeiten zu machen sind. Dieser wird aber diese Woche verkauft und auch abgeholt. Darüber habe ich ihn auch in Kenntnis gesetzt. Den Kaufvertrag habe ich Ihm in 2 maliger Ausführung schriftlich ausgehändigt. Leider war es bisher aus Zeitgründen beiderseitig nicht möglich diesen zu Unterschreiben.
Die erste Rate, sowie die Anzahlung hat er erhalten.
Jetzt habe ich letzte Woche eine Messenger Nachricht von seiner Partnerin erhalten das die beiden Sich getrennt haben. Darin stand das die ihren PKW im Juli verkaufen müssen und er sich kein neues leisten kann und bei Ihr eine kostspielige Zahnbehandlung ansteht. Sie fordern von mir das Auto gegen Rückgabe des bisher bezahlten Geldes zurück.

Sie schrieb noch das es Ihre Entscheidung war und er nichts damit zu tun hat. Im Vertrag steht er aber als Verkäufer drin. Laut seiner Aussage hat er das Auto sozusagen in der Firma in der er arbeitet abgefahren sprich mit Lohn verrechnet.

Ich habe daraufhin geantwortet das ich den Wagen nicht zurückgebe da wir einen gültigen Vertrag haben. Sie meinte er wäre nicht gültig da nicht unterschrieben. Sie hat mir per Messenger aber bestätigt das die Zahlungen alle korrekt verlaufen sind.

Ich bin der Meinung das ich im Recht bin und der Wagen in meinem Besitz bleibt.

Da ich aber keine Lust auf Gerichtsstress habe , habe ich mir das überlegt und ihr ein Schreiben aufgesetzt welches exakt aufführt wie die Übergabe des Autos stattfinden kann. Dieses lehnt sie ab.
Sie meinte noch das sie die Eigentümerin des Auto ist da sie im Brief drin steht, Sie war aber die Vorbesitzerin. In den Papieren stehe ich als Eigentümer.

Ich habe sie gebeten mit die Bankverbindung mitzuteilen damit ich die Raten weiter bezahlen kann.
Dies macht sie nicht und in Bar wird sie bzw. er das Geld nicht annehmen.

Was kann ich da machen?
Können die das Auto nur mit Brief abmelden und kann ich das verhindern?
Habe ich eventuelle Schadensersatzansprüche an den Verkäufer?

Ich gehe davon aus das die Angelegenheit nun doch vor Gericht kommt.
Bin mir zwar sicher das ich im Recht bin da ja auch mündliche Verträge gelten, würde aber sehr gerne
hier eine Meinung hören.

Mit freundlichen Grüßen
gfritz74
Zuletzt geändert von ktown am 06.05.19, 06:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Tastenspitz
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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von Tastenspitz » 06.05.19, 05:40

Verträge sind einzuhalten. Auch mündliche. Das ist richtig. Und hier gibt es relativ offensichtlich einen solchen. Konkludentes Handeln ist hier auch gegeben. Anzahlung, Ratenzahlungen, Besitzwechsel, Eigentümerwechsel (da das Fzg. umgeschrieben wurde)
gfritz74 hat geschrieben:Ich habe sie gebeten mit die Bankverbindung mitzuteilen damit ich die Raten weiter bezahlen kann.
Dies macht sie nicht und in Bar wird sie bzw. er das Geld nicht annehmen.
Das nennt man "Annahmeverzug" und geht zu Lasten des Verkäufers.
gfritz74 hat geschrieben: In den Papieren stehe ich als Eigentümer.
Dann kann das Fahrzeug ohne Vollmacht nicht von jemanden anderen abgemeldet oder umgemeldet werden.
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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von ktown » 06.05.19, 06:10

War der Verkäufer zum Verkauf berechtigt?
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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von cherokee » 06.05.19, 08:05

Warum nicht? bisher hat doch keiner Widerspruch gegen den Verkauf eingelegt, selbst die Ex nicht. Also darf man davon ausgehen, dass der Verkäufer das Auto verkaufen durfte.

Tastenspitz
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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von Tastenspitz » 06.05.19, 08:34

Die Annahme könnte falsch sein, weil
cherokee hat geschrieben: bisher hat doch keiner Widerspruch gegen den Verkauf eingelegt
was nicht bedeutet, das der Anwalt sich nicht darauf versucht zu stützen, wenn es denn zum Prozess kommen sollte.
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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von Celestro » 06.05.19, 08:45

Was sagt ER denn dazu? Denn
gfritz74 hat geschrieben:Sie fordern von mir das Auto gegen Rückgabe des bisher bezahlten Geldes zurück.
klingt eher nicht danach, als ob man sich hier auf ihn verlassen könnte. Von daher ... zurück geben und draus lernen (niemals Zahlungen etc. ohne Unterschrift unter den Vertrag und vor allem, ohne die Unterschrift des eigentlichen Eigentümers.

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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von ktown » 06.05.19, 09:17

cherokee hat geschrieben:Warum nicht? bisher hat doch keiner Widerspruch gegen den Verkauf eingelegt, selbst die Ex nicht. Also darf man davon ausgehen, dass der Verkäufer das Auto verkaufen durfte.
Ein Widerspruch muss nicht erfolgen, da der vorherige Eigentümer kein Vertragspartner des Käufers war. Er kann einfach aus der Tatsache heraus zurückfordern, dass der Verkäufer zum Verkauf nicht berechtigt war.
Der Verkäufer muss einfach nur dem Käufer einen Wagen liefern. Wo er den herholt ist sein Problem.
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Re: Auto gekauft, wird zurück gefordert

Beitrag von gfritz74 » 06.05.19, 13:11

Hallo zusammen,

Vielen Dank für Antworten.
So bin ich zumindest erstmal schlauer und warte erstmal das weitere Vorgehen der beiden ab.
Allen einen schönen Tag.

Viele Grüße
gfritz74

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