Vollmacht Paketabholung

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Tastenspitz
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von Tastenspitz » 14.06.19, 06:20

ktown hat geschrieben:
13.06.19, 12:09
Nach meinem Dafürhalten kann aber in solch einem Rechtsgeschäft keine strengere Normung gelten als z.B. in der ZPO und in dieser heißt es:
An den rechtsgeschäftlich bestellten Vertreter kann mit gleicher Wirkung wie an den Vertretenen zugestellt werden. Der Vertreter hat eine schriftliche Vollmacht vorzulegen.
Da steht nichts von abgeben.
Da steht auch nix, dass der Spediteur hier mit Kopierer rumhantieren muss. :)
ZPO ist da nmE. eh die falsch Baustelle. Im BGB finden sich ausreichend Regeln über dieses Thema.
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ktown
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von ktown » 14.06.19, 06:40

Tastenspitz hat geschrieben:
14.06.19, 06:20
Im BGB finden sich ausreichend Regeln über dieses Thema.
und die besagen was?
Tastenspitz hat geschrieben:
14.06.19, 06:20
Da steht auch nix, dass der Spediteur hier mit Kopierer rumhantieren muss.
Verlangt die Gesetzeslage eine Dokumentation und wenn ja in welcher Form?
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Tastenspitz
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von Tastenspitz » 14.06.19, 07:32

Es wird verlangt, dass ggf. der Nachweis der Vertragserfüllung zu bringen ist. Hier im Beispiel wäre das eben, dass das Paket dem Vollmachtinhaber übergeben wurde und das dieser eine Vollmacht hatte, die ihn überhaupt dazu berechtigte den Kram zu bekommen. Den Nachweis wird der Versender vom Spediteur einfordern, wenn der Empfänger in irgend einer Form reklamiert die Ware nicht erhalten zu haben. Abliefernachweis nennt man das.
Nun zum SV:
Es geht um die Abholung eines Paketes. Gehen wir davon aus, A hat eine Vollmacht von B: A ist während meines Urlaubes bevollmächtigt, an mich adressierte Pakete, Päckchen, etc. entgegenzunehmen / abzuholen.
und
Die Vollmacht im Original bekomme er nach Abholung nicht zurück, sie bleibt in dem Geschäft.
Letzteres ist der Knackpunkt und daraus resultieren die Fragen:
:arrow: Muss der Spediteur hier Mittel bereithalten, um den Abliefernachweis zu dokumentieren (zB. Kopierer)?
:arrow: Wäre eine solche Kopie einer Vollmacht überhaupt rechtswirksam?
Ich würde beide Fragen mit "nein" beantworten und freue mich auf Quellen die mich widerlegen.
ktown hat geschrieben:
14.06.19, 06:40
und die besagen was?
Das kann man ebendort nachlesen. Ich zitiere jetzt nicht 10 - 15 Paragrafen.
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von ktown » 14.06.19, 08:53

Tastenspitz hat geschrieben:
14.06.19, 07:32
Hier im Beispiel wäre das eben, dass das Paket dem Vollmachtinhaber übergeben wurde und das dieser eine Vollmacht hatte, die ihn überhaupt dazu berechtigte den Kram zu bekommen. Den Nachweis wird der Versender vom Spediteur einfordern, wenn der Empfänger in irgend einer Form reklamiert die Ware nicht erhalten zu haben. Abliefernachweis nennt man das.
Hhhmmm.
Ich stell mal gegenüber:
Paketshop: Vollmacht die vom Empfänger zu unterschreiben ist (wobei ich mich frage, wie der Mitarbeiter weiß, dass die Unterschrift auch vom Empfänger ist) und zwingend zu Dokumentation als Nachweis einbehalten wird und der Identitätsnachweis des Abholers (der übrigens dahingehend dokumentiert wird, dass die Ausweisnummer inkl. Name und Adresse aufgeschrieben wird).

Zustellung in der Nachbarschaft: Klingeln, Name abfragen, Unterschrift......fertig. Einfach mal per Handstreich in den AGB so geregelt. Wo ist hier der Abliefernachweis in der Qualität wie im Paketshop gefordert?

Die Sinnhaftigkeit, wieso eine Vollmacht, als Ablieferungsnachweis, im Paketshop (gerade im Vergleich bei der Nachbarzustellung) verbleiben muss, erschließt sich für mich nicht und ich kann derzeit auch nirgends erkennen, dass dies zwingend notwendig ist.
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von Tastenspitz » 14.06.19, 09:05

ktown hat geschrieben:
14.06.19, 08:53
Zustellung in der Nachbarschaft: Klingeln, Name abfragen, Unterschrift......fertig. Einfach mal per Handstreich in den AGB so geregelt. Wo ist hier der Abliefernachweis in der Qualität wie im Paketshop gefordert?
Wenn das so mit dem Versender als Ersatzzustellung vereinbart ist geht das.
Man müsste also erstmal sehen, wie genau die Vereinbarung zwischen Versender und Spediteur lautet bei "Abholung durch 3. Person".
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von khmlev » 14.06.19, 16:00

Die Grundlage für die Identitätsfeststellung und das Kopieren der Vollmacht findet sich in der Verordnung über den Datenschutz bei der geschäftsmäßigen Erbringung von Postdiensten (Postdienste-Datenschutzverordnung - PDSV). Die Einbehaltung des Originals einer allgemeinen Vollmacht, die nicht nur die zur Abholung bereitliegende Paketsendung betrifft, ist durch diese Verordnung nicht abgedeckt.
Tastenspitz hat geschrieben:
14.06.19, 07:32
Muss der Spediteur hier Mittel bereithalten, um den Abliefernachweis zu dokumentieren (zB. Kopierer)?
Ob und inwieweit der Paketversender dem Paketshop einen Kopierer zur Verfügung stellen muss, ergibt sich aus der Vertragsbeziehung zwischen Paketversender und Paketshop.
Tastenspitz hat geschrieben:
14.06.19, 07:32
Wäre eine solche Kopie einer Vollmacht überhaupt rechtswirksam?
Ja, da sie nur zu Dokumentationszwecken dient.

Die so gesammelten Daten müssen im Übrigen nach 6 Monaten gelöscht/vernichtet werden.
Gruß
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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von Oktavia » 18.06.19, 09:28

Der große Brief und Paketversender bietet so kleine Kärtchen an mit denen man eine dauerhafte/Datumsbegrenzte Vollmacht erteilen kann z.B. bei Ehepaaren. Da die meisten Postzusteller bei den Benachrichtigungen nur den Nachnamen schreiben, ist es extrem nervig wenn ein Familienmitglied nach dem anderen zur Post muss um zu probieren ob der richtige Vorname gegeben ist :roll:
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George Bernard Shaw

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Re: Vollmacht Paketabholung

Beitrag von Gaia » 18.06.19, 17:38

khmlev hat geschrieben:
13.06.19, 16:20
Selbst der Gerichtsvollzieher verlangt bei der Zustellung keine Vorlage des Perso von der Person, die ihm die Haustüre öffnet. Es ist anerkannt, dass angenommen werden darf, dass derjenige der eine Haus-/Wohnungstüre öffnet auch zu der Wohnung gehört. Das reicht als Identifizierung aus
Wäre interessant zu erfahren, wie er die Person dann bezeichnet (§ 182 II 2. ZPO). "Da war einer, der hat die Tür aufgemacht"? In Berlin würde das auf jeden Fall nicht reichen (§ 19 II 3. in https://www.berlin.de/sen/justiz/vorsch ... vo-gva.pdf)

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