Angebot = Auftragsbestätigung?

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

Antworten
Mel_Jana
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 29.12.12, 16:03

Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von Mel_Jana »

Guten Morgen,
nehmen mir mal an es möchte jemand im Autohaus ein Auto kaufen. Das Auto wurde nach den Wünschen des Kaufinteressenten konfiguriert. Aus irgendeinem Grund konnte der Verkäufer das Angebot nicht sofort fertig machen und schickte es dem Kaufinteressenten mit einer eMail nachhause. Der Kaufinteressent hat sich das Angebot angesehen und würde es auch gerne annehmen. Telefonisch wurde besprochen, dass doch lieber eine andere Stofffarbe gewünscht ist. Preislich sollte sich dadurch nichts ändern. Der Verkäufer wollte das Angebot ändern und nochmals eine eMail zuschicken. Anstatt des geänderten Angebots erhält der Kaufinteressent jedoch eine Auftragsbestätigung mit der gewünschten Änderung. Ist das Fahrzeug nun gekauft, sollte das nicht schriftlich erfolgen? Im Telefongespräch wurde lediglich über die Änderung und das ein neues Angebot kommt gesprochen.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
Ist das Fahrzeug nun gekauft, sollte das nicht schriftlich erfolgen?
Der Händler wird eine schriftliche Vertragsausfertigung mit beiden Unterschriften (Verkäufer und Käufer) sicherlich nicht verweigern. Einfach nochmal einen Termin ausmachen, wann der Vertrag unterschrieben werden kann.
Grüße, Susanne

Mel_Jana
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 29.12.12, 16:03

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von Mel_Jana »

Na ja das Problem liegt woanders. Der Kaufinteressent hat mittlerweile ein anderes Angebot und ist davon ausgegangen, dass noch kein Kaufvertrag zustande gekommen ist. Für den Verkäufer ist die Sache aber klar. Mit zuschicken des geänderten Angebots ist für ihn der Kaufvertrag zustande gekommen. Er hat den Kaufvertrag unterschrieben zugeschickt und bedankt sich für den Auftrag.

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von SusanneBerlin »

Lief denn alles über e-mail? Hat der Kunde auf ein Online-Angebot reagiert oder war er vor Ort im Autohaus?

Wenn alles online ablief, hat der Kunde ein Widerrufsrecht.
Grüße, Susanne

Pünktchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 5610
Registriert: 14.09.04, 16:23

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von Pünktchen »

Eine Auftragsbestätigung ist eigentlich kein Angebot, sondern die Annahme eines Angebots. Auch Kunden können Angebote abgeben. Das deckt sich auch mit dem (abgesehen davon, dass das Wort "Angebot" nicht passt):
Mit zuschicken des geänderten Angebots ist für ihn der Kaufvertrag zustande gekommen.
Es kann auch gut sein, dass bereits mündlich ein Kaufvertrag vereinbart wurde. Was vereinbart wurde, kann kein Ausstehender sagen.

Mel_Jana
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 5
Registriert: 29.12.12, 16:03

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von Mel_Jana »

Aus Sicht des Käufers wurde noch kein Kaufvertrag abgeschlossen weil er ja erst noch ein geändertes Angebot erhalten sollte. Wenn das der Verkäufer als Kaufvertrag deutet, ist das ja nicht vom Käufer die Schuld. Ist der Käufer jetzt etwa in der Beweispflicht das er noch nicht gekauft hat? Zuerst wurde das Auto im Autohaus besichtigt. Das anschließende Gespräch wegen der Änderung fand dann telefonisch statt....also mündlich. Steht also Aussage gegen Aussage. Ob der Verkäufer damit Recht bekommt? Gerade bei größeren Geschäften, alles was beim Einklauf im Supermarkt hinausgeht sollte doch vom Käufer unterschrieben werden. Beim letzten Möbelkauf mußte auch ein Kaufvertrag unterschrieben werden.

webmaster76
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2556
Registriert: 18.01.05, 10:53

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von webmaster76 »

Man könnte es so betrachten:

1. Autohaus schickt dem Kunden das Angebot1 per eMail zu
2. Kunde lehnt dies ab, weil er einen anderen Stoff möchte
3. Telefonisch sagt der Kunde, mit der neuen Konfiguration zum selben Preis möchte er das Auto haben = Angebot2
4. Autohaus nimmt das Angebot an = Annahme Angebot2
--> Vertrag zustande gekommen

Bleibt das Autohaus dabei, dass aus seiner Sicht der Vertrag zustande gekommen ist, müsste es im Zweifelsfall nachweisen, dass dem auch so ist. Hier scheint das Wesentliche jedoch nur mündlich abgelaufen zu sein. D.h. wenn das Autohaus das Gespräch nicht (mit Erlaubnis) mitgeschnitten hat o.ä. dürfte das ziemlich schwierig werden.

Aus meinen Erfahrungen lassen sich solche Konflikte sehr schnell lösen, wenn sich der Kunde an das Beschwerdemanagement des Autohauses wendet :wink:

lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 3131
Registriert: 04.07.12, 14:01

Re: Angebot = Auftragsbestätigung?

Beitrag von lottchen »

Es gab ein Angebot. Der Kunde sagt, das nehme ich an wenn zum selben Preis die andere Stofffarbe verwendet wird. Der Verkäufer stimmt zu....Es gibt keinen Grund, da nochmal ein extra Angebot zu schicken. Es ist doch alles vereinbart und das steht dann auch in der Auftragsbestätigung.
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Antworten