Entschädigung ?

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Verstehnix
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Entschädigung ?

Beitrag von Verstehnix »

Erstmal ein freundliche Hallo an das gesamte Forum.

Ob der Eintrag in dieses Forum richtig kann ich nicht wirklich beurteilen, falls es in ein anderes gehört bitte entsprechend verschieben.

Hier nun zum rein fiktiven Fall:

Ein Kunde (K) schießt einen Vertrag über einen Internetanschluss mit dem Provider ( P) über einen Neuanschluss ab. Alles verläuft so weit planmäßig, Vertrag und Verbindungsdaten werden übermittelt. Termin des Technikers wird benannt. Dieser soll, da ja die letzte Meile immer noch der Netzbetreiber XY gehört, von dieser gestellt werden. Zeitfenster 08.00 - 18.00 Uhr. Natürlich muss K einen Tag Urlaub opfern. Wer erscheint nicht? Richtig, der Netzbetreiber XY Mitarbeiter. Auf Nachfrage bei P erfährt K dass er nicht zu Hause gewesen sei. Dies war nachweislich nicht der Fall. Nun zur eigentlichen Frage: Hätte K ein Anrecht auf eine Entschädigung ( als Gutschrift oder wie auch immer ) da K ja gezwungen war einen Tag Urlaub zu nehmen? P hat dies schon abgelehnt, auch der Hinweis das ja intern eine Regressmöglichkeit bestehen könnte wurde abgetan.

Wie ist eure Meinung dazu?
Zuletzt geändert von ktown am 17.07.19, 13:20, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt

SusanneBerlin
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
Hätte K ein Anrecht auf eine Entschädigung ( als Gutschrift oder wie auch immer ) da K ja gezwungen war einen Tag Urlaub zu nehmen?
Für einen Urlaubstag zuhause verbringen gibt es leider keine Entschädigung. Anders wäre es u.U. wenn K einen unbezahlten Urlaubstag genommen hätte, ihm also eine Lohneinbuße entstanden wäre.
Auf Nachfrage bei P erfährt K dass er nicht zu Hause gewesen sei. Dies war nachweislich nicht der Fall.
Auf welche Weise kann K den Nachweis erbringen, dass er von 8 - 18 Uhr zuhause war?
Grüße, Susanne

webmaster76
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von webmaster76 »

Wie wurde der Vertrag abgeschlossen? Per Internet/Telefon oder in einem Geschäft?

Im ersten Fall könnte der Kunde bei P den Vertrag einfach widerrufen. Evtl. lässt dieser sich dann auf eine freiwillige Entschädigung (z.B. 3 Monate gebührenfrei) ein. Ansonsten ist man als AN i.d.R. bei den Geschichten gekniffen :x

Verstehnix
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von Verstehnix »

Schon mal danke für eure Antworten. Das Ergebnis hatte ich auch so fast erwartet. Der Vollständigkeit halber hier noch die zusätzlichen Infos. Der Nachweis über die Anwesenheit kann durch Zeugen erbracht werden ( Mitarbeiter einer anderen Firma die den ganzen Tag teils auch auf dem Grundstück von K gearbeitet haben sowie Nachbarn ). Der Vertrag wurde nach einer Informationsveranstaltung von P direkt vor Ort ( also nach der Veranstaltung ) abgeschlossen. Der Unmut richtet sich auch nicht unmittelbar gegen P sondern gegen den 3. im Boot. Aber Ansprechpartner ist ja nun mal P.

K möchte den Vertrag nicht kündigen da P der einzige ist, der die notwendige Bandbreite liefern kann die K berufsbedingt benötigt.

Aber der fiktive Fall ist ja nun geklärt. Danke euch.

Trotzdem noch eine Anmerkung dazu: Das Beispiel hinkt evtl. etwas, aber wenn ich bei einem Arzt einen festen Termin habe und dort "unentschuldigt" nicht erscheine, darf der Arzt mir ja auch eine Ausfallgebühr berechnen. Warum kann K dann nicht auch so etwas in dieser Art geltend machen. Natürlich hat K einen Tag zu Hause verbracht, aber vollkommen Sinn frei. Dieser Tag fehlt K ja nun schließlich bei seiner eigentlichen Urlaubsplanung. :liegestuhl:

webmaster76
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von webmaster76 »

Der Arzt kann aber auch nicht in jedem Fall eine Entschädigung verlangen.

https://www.verbraucherzentrale.de/wiss ... rmin-13939
Verstehnix hat geschrieben:
17.07.19, 11:38
K möchte den Vertrag nicht kündigen da P der einzige ist, der die notwendige Bandbreite liefern kann die K berufsbedingt benötigt
Mal abgesehen davon, dass K in der beschriebenen Konstellation den Vertrag nicht widerrufen könnte... Wenn P als Provider lediglich die Infrastruktur "vermittelt", können andere Anbieter mit Sicherheit dieselben Werte anbieten. Evtl. verspricht P ja nur eine "bis zu Mondangabe Mbit/s" Leitung.

Wie ich solche Verträge aus der Praxis kenne wird dem K nicht viel mehr übrig bleiben als einen weiteren Termin mit dem Techniker anstoßen zu lassen und bis zur Bereitstellung keine Zahlungen vorzunehmen.

winterspaziergang
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von winterspaziergang »

Verstehnix hat geschrieben:
17.07.19, 11:38
Trotzdem noch eine Anmerkung dazu: Das Beispiel hingt evtl. etwas, aber wenn ich bei einem Arzt einen festen Termin habe und dort "unentschuldigt" nicht erscheine, darf der Arzt mir ja auch eine Ausfallgebühr berechnen. Warum kann K dann nicht auch so etwas in dieser Art geltend machen.
Beim Arzt "bucht" man den Termin und eine Leistung und der Ausfall kann dann unter Umständen geltend machen, dass die Leistung klar eingegrenzt ist, in Dauer und Umfang und wenn nicht im Wartezimmer jemand sitzt, der den Termin wahrnimmt.

Das trifft beim Zuhause-warten nicht zu. Man wird ja nicht dafür bezahlt, zu Hause zu sitzen und hat nun einen Ausfall der Vergütung, die als Schaden geltend gemacht werden kann.
Natürlich hat K einen Tag zu Hause verbracht, aber vollkommen Sinn frei. Dieser Tag fehlt K ja nun schließlich bei seiner eigentlichen Urlaubsplanung. :liegestuhl:
K hätte durchaus die Zeit nutzen können.
(dass das ärgerlich ist, wenn ein derart großes Zeitfenster genannt wird UND niemand kommt, ist keine Frage)

Verstehnix
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von Verstehnix »

Tja, dann ist K halt der arme Tropf.......aber ein Tag ohne Büro kann auch schob für vieles entschädigen. :D

Danke für eure Antworten

FM
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von FM »

Es reicht ja schon, wenn der Monteur da war aber niemand öffnete, z.B. weil die Klingel nicht funktionierte oder man sie nicht hörte. Und danach klingt es wenn er sagt, es war niemand anzutreffen.

winterspaziergang
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Re: Entschädigung ?

Beitrag von winterspaziergang »

FM hat geschrieben:
17.07.19, 13:19
Es reicht ja schon, wenn der Monteur da war aber niemand öffnete, z.B. weil die Klingel nicht funktionierte oder man sie nicht hörte. Und danach klingt es wenn er sagt, es war niemand anzutreffen.
Klingt eher nach der Schutzbehauptung bzw. reine Unwahrheit des Monteurs und des Unternehmens.

Den Fall, dass man den ganzen Tag zu Hause ist und der Betreffende nicht kommt, hat so ziemlich jeder mal erlebt.

Dass alle die Klingel nicht gehört haben oder diese just in dem Moment defekt war, als dieser Monteur kam, davor und danach aber nicht, darf man ausschließen.

Wonach es eher klingt: Zu viele Aufträge, zu lange gedauert und dann einfach nicht gekommen.

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