Ratenkauf bei Privat zu Privat

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

Antworten
Mythrilhammer
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 43
Registriert: 06.05.07, 20:23

Ratenkauf bei Privat zu Privat

Beitrag von Mythrilhammer »

Hallo liebe Recht Community,

ich habe mal eine Frage (natürlich rein hypothetischer Natur) zur Rechtssicherheit bei Verkäufen Privat zu Privat über das Internet, wenn die beiden Parteien sich dazu entscheiden, dass der Käufer die Sache in Raten abzahlt. Wie verhält es sich mit einem entsprechend aufgesetzten Vertrag bezüglich der Rechtssicherheit für beide Parteien?
Wenn beide Parteien bspw. Einen Vertrag aufsetzen, Ausweiskopien beifügen und entsprechende Klauseln für den Gefahrenübergang und der Klärung von Besitz und Eigentum bis zur vollständigen Abgeltung der Sache machen, welche beim Verkäufer liegt bis die Raten getilgt wurden.
Wie sieht hier die Rechtslage aus, wenn bspw. der Käufer sich dazu entschließt ein oder zweimal die Rate zu zahlen und dann nicht mehr.
Hat der Käufer dann durchsetzbare Ansprüche?
Oder gelten hier wieder irgendwelche Klauseln oder Rechtssprüche zu Geschäften des Fernhandels oder der Privatverkäufe, die hier Ansprüche ausschließen?

Mir freundlichen Grüßen

SusanneBerlin
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 16199
Registriert: 05.11.12, 13:35

Re: Ratenkauf bei Privat zu Privat

Beitrag von SusanneBerlin »

Hallo,
Wie sieht hier die Rechtslage aus, wenn bspw. der Käufer sich dazu entschließt ein oder zweimal die Rate zu zahlen und dann nicht mehr.
Dann kann der Verkäufer die vereinbarten Optionen der unpünktlichen Ratenzahlung einfordern.
Rechtssprüche zu Geschäften des Fernhandels
gelten nur bei Geschäften zwischen Verbraucher und Unternehmer.
Hat der Käufer dann durchsetzbare Ansprüche?
Er hat die Ansprüche, die im Vertrag vereinbart wurden.

Solange es sich nicht um Rechtsgeschäfte handelt, die der notariellen Beurkundung bedürfen, gilt das was vertraglich vereinbart wurde und das lässt sich auch gerichtlich durchsetzen.

Für den Kreditgeber ist es natürlich nachteilig, wenn sich der Vertragspartner die Ausweiskopie sonstwoher besorgt hat oder gefälscht hat und sich dann beim Versuch des Geltendmachens der Ansprüche herausstellt, dass die wahre Identität nicht bekannt ist.

Sicher ist das also keineswegs, ohne persönliche Begegnung IRL, sich bei einer fremden Person auf das Einhalten von Vereinbarungen zu verlassen. Auch die Ausweiskopie bringt keine Sicherheit wenn man es mit einem Betrüger zu tun hat.
Grüße, Susanne

Mythrilhammer
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 43
Registriert: 06.05.07, 20:23

Re: Ratenkauf bei Privat zu Privat

Beitrag von Mythrilhammer »

SusanneBerlin hat geschrieben:
27.08.19, 13:59
Hallo,
Wie sieht hier die Rechtslage aus, wenn bspw. der Käufer sich dazu entschließt ein oder zweimal die Rate zu zahlen und dann nicht mehr.
Dann kann der Verkäufer die vereinbarten Optionen der unpünktlichen Ratenzahlung einfordern.
Rechtssprüche zu Geschäften des Fernhandels
gelten nur bei Geschäften zwischen Verbraucher und Unternehmer.
Hat der Käufer dann durchsetzbare Ansprüche?
Er hat die Ansprüche, die im Vertrag vereinbart wurden.

Solange es sich nicht um Rechtsgeschäfte handelt, die der notariellen Beurkundung bedürfen, gilt das was vertraglich vereinbart wurde und das lässt sich auch gerichtlich durchsetzen.

Für den Kreditgeber ist es natürlich nachteilig, wenn sich der Vertragspartner die Ausweiskopie sonstwoher besorgt hat oder gefälscht hat und sich dann beim Versuch des Geltendmachens der Ansprüche herausstellt, dass die wahre Identität nicht bekannt ist.

Sicher ist das also keineswegs, ohne persönliche Begegnung IRL, sich bei einer fremden Person auf das Einhalten von Vereinbarungen zu verlassen. Auch die Ausweiskopie bringt keine Sicherheit wenn man es mit einem Betrüger zu tun hat.
Danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Dasbestätigt meine Vermutung.
Damit kann die Sache auch eigentlich schon ad acta gelegt werden

Antworten