Kündigung aus wichtigem Grund

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Haderlump
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Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von Haderlump » 08.10.19, 10:19

Hallo,
angenommen, man kündigt einen Dienstleistungsvertrag(Flötenunterricht) nach 2 Jahren aus wichtigem Grund.
Muss der Dienstleister die Kündigung schriftlich erwidern, obwohl er schon gesagt hat, dass ein wichtiger Grund nicht vorliegt?
D.h.: Wenn er nicht schriftlich innerhalb von 2 Wochen antwortet, gilt dann die Kündigung aus w. G. automatisch?

mfg
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Tastenspitz
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von Tastenspitz » 08.10.19, 10:34

Man muss eine Kündigung nicht bestätigen, es sei denn, es ist so vereinbart.
Haderlump hat geschrieben:
08.10.19, 10:19
Wenn er nicht schriftlich innerhalb von 2 Wochen antwortet, gilt dann die Kündigung aus w. G. automatisch?
Nein.
Die Kündigung scheint eingegangen zu sein. Strittig ist die Frist (Verkürzung aus wichtigem Grund). Man sollte also davon ausgehen, dass eine fristgerechte Kündigung vorliegt und man um die Verkürzung streiten muss.
btw.
Was ist den bei Flötenunterricht ein wichtiger Grund? :)
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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ktown
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von ktown » 08.10.19, 10:36

Eine Flötenallergie!
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SusanneBerlin
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von SusanneBerlin » 08.10.19, 10:36

2x nein.

Eine Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung.

Eine Reaktion oder Nicht-Reaktion des Empfängers hat keinen Einfluss auf die rechtliche Wirkung der Kündigung, die Nicht-Reaktion macht eine Kündigung also nicht gültiger als sie ohnehin schon ist bzw. die Nicht-Reaktion des Empfängers macht eine unwirksame Kündigung nicht zu einer wirksamen.
Zuletzt geändert von SusanneBerlin am 08.10.19, 10:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grüße, Susanne

ExDevil67
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von ExDevil67 » 08.10.19, 10:39

Eine Kündigung ist erstmal eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung.
Sprich, es reicht wenn der der kündigen will dies seinem Vertragspartner mitteilt. Die Form ist dabei frei, ggf gibt es aber gesetzliche Vorgaben dazu und optimalerweise wählt man dabei eine Form deren Zugang man auch nachweisen kann.

Ob und ggf wann und wie sich der Empfänger dazu äußert, ändert nichts an der Wirksamkeit. Da hilft nur abwarten wie die Gegenseite reagiert.
Spätestens wenn die Gegenseite einem z.B. eine Rechnung für den Zeitraum nach der eigenen Kündigung schickt, weiß man diese die nicht akzeptiert.

Prognose von mir wenn man selber fristlos kündigt und die Gegenseite dafür keinen Grund sieht: man wird sich früher oder später vor Gericht treffen.

webmaster76
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von webmaster76 » 08.10.19, 11:31

ktown hat geschrieben:
08.10.19, 10:36
Eine Flötenallergie!
Besser als eine Lungenembolie :lachen:

ktown
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von ktown » 08.10.19, 11:37

Mit solch einer Allergie ist nicht zu spaßen. :(
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
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Tastenspitz
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von Tastenspitz » 08.10.19, 12:20

ktown hat geschrieben:
08.10.19, 10:36
Eine Flötenallergie!
Ich dachte eher an Blasenschwäche..... :devil:
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winterspaziergang
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Re: Kündigung aus wichtigem Grund

Beitrag von winterspaziergang » 08.10.19, 12:38

Haderlump hat geschrieben:
08.10.19, 10:19
Hallo,
angenommen, man kündigt einen Dienstleistungsvertrag(Flötenunterricht) nach 2 Jahren aus wichtigem Grund.
Muss der Dienstleister die Kündigung schriftlich erwidern, obwohl er schon gesagt hat, dass ein wichtiger Grund nicht vorliegt?
wozu soll er sich noch äußern, wenn der Grund für ihn nicht wichtig ist?
Oft verwechseln Verbraucher den für sie wichtigen Grund mit einem Grund, der eine Kündigung eines Vertrages rechtfertigt oder setzen das gleich.
Der "wichtige Grund", der nicht in der Schule begründet ist, muss den Betreiber aber nicht interessieren.
D.h.: Wenn er nicht schriftlich innerhalb von 2 Wochen antwortet, gilt dann die Kündigung aus w. G. automatisch?
nein

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