[Inkasso] Forderung und Gebühr

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joli
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[Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von joli » 26.10.19, 11:06

Hallo,

nehmen wir mal an...

1. Bankkonto wird gekündingt, welches im Soll ist, weil der Kunde den Dispo in Anspruch genommen hat.
2. Bank fordert den Betrag X
3. Ex-Kunde schreibt der Bank, dass er das nur in Raten begleichen kann.
4. Bank hat das an ein "Inkasso" übergeben. Ex-Kunde bekommt Brief vom Inkasso. Dort ist eine Geschäftsgebühr (1,3 gem. §4 Abs. 5...) aufgeführt.
Zusätzlich die Pauschale von 20 Euro (Post).

Ist diese Gebühr gerechtfertigt ?

Vielen Dank und Grüße von Joli

Tastenspitz
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von Tastenspitz » 29.10.19, 07:10

5. Weshalb hat man das nicht mittels Kredit umgeschuldet und bietet statt dessen Ratenzahlung an. Wo ist denn da die Sinngebung. War die Erwartung auf die Art ein zinsloses Darlehen zu kriegen? :roll:
Die Gebühren sind nmE. - wenn das da
joli hat geschrieben:
26.10.19, 11:06
(1,3 gem. §4 Abs. 5...
sich auf die RDGEG bezieht wohl nicht zu beanstanden. Die Pauschale ebensowenig.
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ktown
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von ktown » 29.10.19, 07:52

joli hat geschrieben:
26.10.19, 11:06
Bankkonto wird gekündingt, welches im Soll ist, weil der Kunde den Dispo in Anspruch genommen hat.
in heutigen Zeiten der Niedrigzinspolitik reicht die Nutzung des Dispo sicherlich nicht aus, dass eine Bank einem das Konto kündigt. Da muss schon sehr viel mehr passiert sein.
joli hat geschrieben:
26.10.19, 11:06
Bank hat das an ein "Inkasso" übergeben.
zeigt überdeutlich, dass hier viel mehr dahinter stecken muss als eine einfache Nutzung des Dispo.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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winterspaziergang
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von winterspaziergang » 29.10.19, 07:54

Eine Ergänzung zur bereits beantworteten Frage
joli hat geschrieben:
26.10.19, 11:06
Hallo,

nehmen wir mal an...

1. Bankkonto wird gekündingt, welches im Soll ist, weil der Kunde den Dispo in Anspruch genommen hat.
hier kann man hier nur annehmen, dass ein Teil der fiktiven Geschichte fehlt. Keine Bank kündigt das Konto, weil man den Dispo in Anspruch nimmt und das Konto nun im Soll ist. Für die Bank ist das eine schöne Einnahme.
2. Bank fordert den Betrag X
3. Ex-Kunde schreibt der Bank, dass er das nur in Raten begleichen kann.
Die Aussage des Schuldners, dass er nur in Raten begleichen "kann" muss kein Gläubiger berücksichtigen.

Pünktchen
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von Pünktchen » 29.10.19, 14:41

Es steht nirgendwo, dass die Bank das Konto gekündigt hat. Auch Kunden können ihre Bankkonten kündigen.

ktown
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von ktown » 29.10.19, 14:48

Pünktchen hat geschrieben:
29.10.19, 14:41
Es steht nirgendwo, dass die Bank das Konto gekündigt hat. Auch Kunden können ihre Bankkonten kündigen.
Sie meinen, der Kunde hat gekündigt, weil er im Soll ist und den Dispo genutzt hat?
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Pünktchen
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von Pünktchen » 29.10.19, 15:08

ktown hat geschrieben:
29.10.19, 14:48
Pünktchen hat geschrieben:
29.10.19, 14:41
Es steht nirgendwo, dass die Bank das Konto gekündigt hat. Auch Kunden können ihre Bankkonten kündigen.
Sie meinen, der Kunde hat gekündigt, weil er im Soll ist und den Dispo genutzt hat?
Nein, ich meine, man kann es auch verstehen, dass der Kunde im Soll ist, weil er den Dispo benutzt hat.

Celestro
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von Celestro » 29.10.19, 15:38

Tastenspitz hat geschrieben:
29.10.19, 07:10
Die Pauschale ebensowenig.
NACH der Geschäftsgebühr noch 20 Euro für einen kleinen Brief ist nicht zu beanstanden? Können sie das belegen?

winterspaziergang
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von winterspaziergang » 29.10.19, 15:52

Pünktchen hat geschrieben:
29.10.19, 15:08
ktown hat geschrieben:
29.10.19, 14:48
Pünktchen hat geschrieben:
29.10.19, 14:41
Es steht nirgendwo, dass die Bank das Konto gekündigt hat. Auch Kunden können ihre Bankkonten kündigen.
Sie meinen, der Kunde hat gekündigt, weil er im Soll ist und den Dispo genutzt hat?
Nein, ich meine, man kann es auch verstehen, dass der Kunde im Soll ist, weil er den Dispo benutzt hat.
jedes Konto ist im eigentlich Soll, sobald der Dispo benutzt wurde. Ansonsten hebt man ja nur Guthaben ab.

ExDevil67
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von ExDevil67 » 29.10.19, 16:07

Celestro hat geschrieben:
29.10.19, 15:38
NACH der Geschäftsgebühr noch 20 Euro für einen kleinen Brief ist nicht zu beanstanden? Können sie das belegen?
Hat er doch genannt, RDGEG. Und das bezieht sich auf das RVG und nach der fällt die Pauschale zusätzlich zur Geschäftsgebühr an.

Celestro
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von Celestro » 29.10.19, 16:21

ExDevil67 hat geschrieben:
29.10.19, 16:07
Hat er doch genannt, RDGEG. Und das bezieht sich auf das RVG und nach der fällt die Pauschale zusätzlich zur Geschäftsgebühr an.
Zitat:
Auslagen sind Kosten für Porto, Büromaterial etc. Grundsätzlich ist eine Auslagenpauschale in Höhe von 20% der erstattungsfähigen Inkassokosten erlaubt, maximal jedoch 20 €.
ob also hierbei die vollen 20 Euro gerechtfertigt sind, müsste man sehen ... kommt auf die Höhe der Forderung an.

joli
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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von joli » 02.11.19, 08:05

Hallo und vielen Dank für eure Beiträge.
Die Kundin hatte in diesem fiktive Fall den Dispo jahrelang in Anspruch genommen. Das waren teilweise bis zu 7000 Euro.
Vor über einem Jahr hat die Kundin mit der Bank eine Vereinbarung getroffen, dass der Dispo monatlich um 300 Euro heruntergesetzt wird.
Dann war es der Kundin möglich den Dispo schneller als gedacht ganz zu tilgen. Daraufhin hat die Kundin das Konto schriftlich gekündigt.
Bis das Konto endgültig gekündigt / geschlossen wurde sind einige Wochen vergangen.
In der Zwischenzeit hat die Kundin dann wieder schnell Geld gebraucht und das Konto wieder überzogen.
Gleichzeitig hat sie die Bank schriftlich gebeten, die Kündigung "rückgängig" zu machen und alles beim Alten zu lassen.
Dem Wunsch hat die Bank nicht erfüllt und eben das Geld gefordert.
Die Kundin hatte der Bank daraufhin mitgeteilt, dass sie nur in Raten abzahlen kann.

Ich hatte mich zu so einem Fall auch mit einem Fachmann unterhalten.
Aus seiner Sicht sind die Kosten Inkasso-Kosten ebenfalls in Ordnung.
Allerdings hat er angemerkt, dass es Gerichte gibt, die die Beauftragung eines Inkassos durch die Bank in einem solchen Fall nicht gerade unterstützen könnten.
Denn insbesondere die Bank könnte die Angelegenheit selbst mit der eigenen Abteilung klären.

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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von ktown » 02.11.19, 09:49

Na wenn der Fachmann das sagt. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

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Re: [Inkasso] Forderung und Gebühr

Beitrag von joli » 15.11.19, 15:43

@ktown
Mein Beitrag vom 02.11.19 sollte keine Abwertung der Kommentare hier sein. :|
Es tut mir leid, wenn das so angekommen ist.

Wie seht ihr das, wenn:
Der Schuldner widerspricht der Höhe der Forderung und erkennt nur die Hauptforderung an.
Der Schuldner bittet auch schriftlich um eine Kopie der Abtretungserklärung.
Dabei macht er einen Ratenzahlungs-Vorschlag an das Inkasso und überweist die erste Rate sofort.
Im Verwendungszweck wird deutlich angegeben, dass es sich um die Rate für die Hauptforderung handelt.
Der Schuldner gibt daher auch nicht einmal das gewünschte Aktenzeichen an. Das Konto ist dasselbe auf das die Bank die Forderung wollte.
Gut, aber das ist ja nichts außergewöhnliches.

Nach einer Weile kommt vom Inkasso ein "Standard-Schreiben", dass man die Ratenzahlung akzeptiert.
Dort ist wieder der Gesamtbetrag (Hauptforderung, Nebenforderungen...) angegeben.
Das Inkasso geht nicht näher auf das Schreiben vom Schuldner ein.
Es ist auch keine Kopie der Abtretungserklärung mitgeschickt worden.

Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, dass wenn man einen Betrag abzahlt und im Verwendungszweck angibt, dass es auf die Hauptforderung gilt, dann müsste der Empfänger das Geld zurück überweisen - sofern er damit nicht einverstanden ist.
Was sagt ihr dazu ?

Vielen Dank !!!

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