Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

Moderator: FDR-Team

Antworten
Nordsachse
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 26.06.13, 09:58

Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von Nordsachse » 28.10.19, 09:30

Hallo
Es wurden gebrauchte Pkw Reifen verkauft.
Der Käufer war der Meinung es handelt sich um Räder da auf einem der Bilder auch ein Teil der Felge zu sehen war.
Davon war aber nirgends die rede. Auch in der Konversation betreffs Versand und Bezahlung war immer von Reifen die rede.
Als der Käufer die Reifen hatte, hat er sich erst 4 tage nach Erhalt gemeldet und gefragt wo den die Felgen dazu wären.
Daraufhin wurde ihm geantwortet das er Reifen gekauft hat und keine Räder.
Daraufhin sind nun plötzlich die Reifen nicht in dem zustand wie beschrieben (Profiltiefe).
Käufer will das Geld zurück. Es gibt keinen Kaufvertrag oder ähnliches.
Da es über Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] bezahlt wurde wurde das ganze auch bei Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] schon bei der Konfliktlösung so angegeben.
Leider gibt es die Anzeige nicht mehr (Social-Network-Portal [Name geändert] Marketplace), sie wurde nach versand der Ware gelöscht.

webmaster76
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2458
Registriert: 18.01.05, 10:53

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von webmaster76 » 28.10.19, 10:12

Ist der Käufer der Meinung, dass die Felgen Vertragsbestandteil waren, müsste er dies beweisen (z.B. über den Angebotstext etc.). Von dieser Meinung scheint er nunmehr abgerückt zu sein?

Nun geht es um die Beschaffenheit der Reifen. Hier macht der Käufer einen Sachmangel geltend in der Form, dass die Profiltiefe geringer als angegeben ist. Auch hier müsste er den Beweis über diese Tatsache antreten. D.h. das "Fehlen" der Anzeige (die durch die Plattform sicherlich noch gespeichert ist) ist zunächst das Problem des Käufers, da er in der Beweispflicht ist. Sofern das Geld über das Zahlungsportal bereits beim Verkäufer gelandet ist, könnte dieser nunmehr abwarten was weiter passiert. Der Käufer wird u.U. mit Anwalt, Anzeige oder was auch immer drohen. Solange kein Mahnbescheid oder Anwaltsschreiben eintrudelt könnte er sich erst einmal gelassen zurücklehnen.

Rein theoretisch könnte der Käufer ja die Reifen auf andere Felgen aufziehen, an einem Auto montieren und am Wochenende an einer Driftchallenge teilnehmen. Danach wird die Profiltiefe mit Sicherheit nicht mehr dem Anzeigetext entsprechen...

Nordsachse
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 26.06.13, 09:58

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von Nordsachse » 28.10.19, 11:29

Von dieser Meinung scheint er nunmehr abgerückt zu sein?
Ja scheinbar hat er gemerkt das er selber einen Fehler gemacht hat. Es waren nur Reifen die angeboten wurden, keine Räder.
Deswegen jetzt das mit der Profiltiefe. Das kam aber erst nachdem ihm mitgeteilt wurde das er ja "nur" Reifen gekauft hat.
Das Geld hat der Verkäufer bereits. Internet-Zahlungs-Methode/Portal [Name geändert] hat nun aber bereits versucht das Geld wieder einzuziehen, was aber nicht ging da es dem VK bereits wieder auf sein "normales" Konto überwiesen wurde.

fragenfueralle
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 606
Registriert: 12.04.05, 16:44
Wohnort: Krefeld

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von fragenfueralle » 28.10.19, 14:00

Sicherlich hat der Verkäufer ja noch die Bilder der Reifen, auf denen (üblicherweise) das Profil zu erkennen ist, evtl sogar gut abgebildet mit erkennbarer Profiltiefe. Dann dürfte die Gefahr vor den Folgen einer nachträglich durchgeführten Driftchallenge (durch den Käufer) gebannt sein.
Wenn die 4 Reifen auch noch ohne Felgen fotografiert wurden (also im von der Felge abgezogenen Zustand) und tatsächlich ein Teil einer Felge auf einem Bild doch noch im Hintergrund zu erkennen gewesen sein sollte, braucht der Vekäufer sich m.E. keine Sorgen machen.
Wenn der Käufer auf die tatsächlich nur zum Teil abgebildeten Gegenstände, die in der Anzeige ja wohl nicht beschrieben waren, besteht, könnte man ihn ja fragen, was er mit einer einzigen Felge will, denn nur die eine war ja zufällig auf einem Foto zu erkennen und das auch nur teilweise.
Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.

lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2465
Registriert: 04.07.12, 13:01

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von lottchen » 28.10.19, 16:40

Fragt hier der Verkäufer? Hat denn der Verkäufer wenigstens noch die Bilder, die er in der Annonce stehen hatte?
Wie hat denn der Käufer die Reifen übernommen? Selber abgeholt? Per Paket zugeschickt bekommen?
Wer klagt muss beweisen, dass ihm das zusteht, was er behauptet. Der Käufer müsste also beweisen, dass er diese Reifen gekauft hat (und keine anderen) und dass diese nicht die Profiltiefe haben, die in der Annonce angegeben war (also braucht er die Annonce). Um wieviel Geld geht es denn?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Tastenspitz
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 19646
Registriert: 05.07.07, 07:27
Wohnort: Daheim

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von Tastenspitz » 28.10.19, 16:54

fragenfueralle hat geschrieben:
28.10.19, 14:00
Wenn die 4 Reifen auch noch ohne Felgen fotografiert wurden (also im von der Felge abgezogenen Zustand) und tatsächlich ein Teil einer Felge auf einem Bild doch noch im Hintergrund zu erkennen gewesen sein sollte, braucht der Vekäufer sich m.E. keine Sorgen machen.
Auch im montierten Zustand bleiben angebotene Reifen Reifen. Wenn der Käufer den Unterschied zwischen Rad und Reifen nicht kennt, ist das nicht das Problem des Verkäufers.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Nordsachse
Topicstarter
FDR-Mitglied
Beiträge: 40
Registriert: 26.06.13, 09:58

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von Nordsachse » 28.10.19, 19:38

Bilder die in der Anzeige sind gibt es noch. Auf allen ist leider immer die Felge mit zu sehen. Und es gibt leider kein Bild mit dem Profil bzw der Tiefe.
Reifen wurden versendet.
Und: Im Angebotstext steht nichts von Felgen, sondern: Reifen für zb XY und andere SUV
Text der Anzeige:

Sind knapp 20.000 km gefahren. Und haben alle 5-6mm Profiltiefe
Neupreis pro stk ca 180€
Dot 0518 mit M&S Kennung
Reifen für zb XY und andere SUV
Versand möglich

Die Anzeige hat der Verkäufer noch, aber der Käufer (wahrscheinlich) nicht, da sie dort gelöscht wurde wo er sie gesehen hat.
Zuletzt geändert von ktown am 28.10.19, 20:39, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Klarnamen entfernt

lottchen
FDR-Mitglied
FDR-Mitglied
Beiträge: 2465
Registriert: 04.07.12, 13:01

Re: Reifen verkauft, Käufer will geld zurück

Beitrag von lottchen » 28.10.19, 19:42

Na wenn der Käufer die Annonce nicht mehr hat - wie will er dann nachweisen, von wem er etwas gekauft hat und was genau angeboten wurde?
Ich empfehle, Beiträge unserer Forentrolle BäckerHD, FelixSt und Dieter_Meisenkaiser konsequent zu ignorieren!

Antworten