Haftung aus Reparatur

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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drei
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von drei »

Froggel hat geschrieben:
02.11.19, 16:36
Wenn nicht konkret vereinbart wurde, nach dem Sturz auf sämtliche mögliche weitere Probleme zu prüfen, sind die Nachbesserungsversuche auch noch nicht ausgeschöpft, da jeder Schaden für sich eine eigene Reparatur darstellt. Nur wenn dieser reparierte Schaden ohne Erfolg war, sodass das gleiche Problem erneut auftaucht, kann man die Folgereparatur als Nachbesserung bezeichnen.
Und wenn vereinbart wurde „Kostenvoranschlag/ Fehlersuche durchführen“? Wie verhält es sich dann?
Kann A die Werkstatt irgendwie in die Pflicht nehmen?

ktown
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von ktown »

Aha ich sehe schon. Der Sachverhalt wird nun solange verbogen, bis die Wunschantwort kommt. :wink:
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Froggel
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von Froggel »

drei hat geschrieben:
18.11.19, 13:18
Froggel hat geschrieben:
02.11.19, 16:36
Wenn nicht konkret vereinbart wurde, nach dem Sturz auf sämtliche mögliche weitere Probleme zu prüfen, sind die Nachbesserungsversuche auch noch nicht ausgeschöpft, da jeder Schaden für sich eine eigene Reparatur darstellt. Nur wenn dieser reparierte Schaden ohne Erfolg war, sodass das gleiche Problem erneut auftaucht, kann man die Folgereparatur als Nachbesserung bezeichnen.
Und wenn vereinbart wurde „Kostenvoranschlag/ Fehlersuche durchführen“? Wie verhält es sich dann?
Kann A die Werkstatt irgendwie in die Pflicht nehmen?
Das ist lediglich der Auftrag, eine Fehlersuche durchzuführen, nicht der Auftrag, sämtliche Fehler zu beheben. Erst wenn der Auftrag lautet, sämtliche Fehler zu beheben, kann das Ganze als eine einzige Reparaturmaßnahme gesehen werden.
Zuletzt geändert von Froggel am 18.11.19, 13:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Tastenspitz
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von Tastenspitz »

NmE. ist das Ganze zu komplex um zu einer Antwort zu führen.
Wenn also nicht Kulanz angeboten wird, kann man vermutlich nur mit einem den eigenen Standpunkt unterstützenden Gutachten hier weiter kommen.
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drei
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von drei »

ktown hat geschrieben:
18.11.19, 13:23
Aha ich sehe schon. Der Sachverhalt wird nun solange verbogen, bis die Wunschantwort kommt. :wink:
Nein, aber IMHO sehr unprofessionell dies zu unterstellen.

Froggel hat geschrieben:
18.11.19, 13:24
drei hat geschrieben:
18.11.19, 13:18
Und wenn vereinbart wurde „Kostenvoranschlag/ Fehlersuche durchführen“? Wie verhält es sich dann?
Kann A die Werkstatt irgendwie in die Pflicht nehmen?
Das ist lediglich der Auftrag, eine Fehlersuche durchzuführen, nicht der Auftrag, sämtliche Fehler zu beheben. Erst wenn der Auftrag lautet, sämtliche Fehler zu beheben, kann das Ganze als eine einzige Reparaturmaßnahme gesehen werden.
Es gab den Auftrag der Fehlersuche.
Der Kostenvoranschlag lautete lediglich über den Austausch des Displays, also musste A ja nun davon ausgehen, dass keine weiteren Fehler gefunden wurden. (Bei der ersten Analyse+Reparatur.)

Also hat die Werkstatt die Fehler bei ihrer angeblichen Fehlersuche wohl nicht entdeckt oder vielleicht die Fehlersuche gar nicht durchgeführt.

Bei dem Auftreten der späteren Probleme behauptet die Werkstatt ja, dass die Fehler nicht durch die Reparaturen entstanden sind, sondern nur durch den ursprünglichen Sturz verursacht worden seien können.

Irgendwie widerspricht sich da die Werkstatt ja schon selber: erst keine weiteren Probleme finden; dann waren Fehler später angeblich schon von Anfang an da... Hmm

Tastenspitz
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von Tastenspitz »

drei hat geschrieben:
19.11.19, 04:32
Der Kostenvoranschlag lautete lediglich über den Austausch des Displays, also musste A ja nun davon ausgehen, dass keine weiteren Fehler gefunden wurden.
Möglicherweise
drei hat geschrieben:
19.11.19, 04:32
Also hat die Werkstatt die Fehler bei ihrer angeblichen Fehlersuche wohl nicht entdeckt oder vielleicht die Fehlersuche gar nicht durchgeführt.
Könnte sein
drei hat geschrieben:
19.11.19, 04:32
Bei dem Auftreten der späteren Probleme behauptet die Werkstatt ja, dass die Fehler nicht durch die Reparaturen entstanden sind, sondern nur durch den ursprünglichen Sturz verursacht worden seien können.
"Worden sein können" ist der passende Terminus. Woher soll die Werkstatt auch wissen, was der Kunde in der Zwischenzeit mit seinem Telefon macht...
drei hat geschrieben:
19.11.19, 04:32
erst keine weiteren Probleme finden; dann waren Fehler später angeblich schon von Anfang an da... Hmm
Von dem ausgehend was da oben steht hat sie das eben nicht behauptet. Firma sagt, es könnte sein.
Vertiefend: Man muss den Erstauftrag genau betrachten, dazu die AGB der Firma. Danach muss der/die jetzige(n) Fehler beurteilt werden, ob der/die schon zum Zeitpunkt der Erstinstandsetzung mit der vereinbarten Fehlersuche nachweislich zu finden war (zu finden! Nicht ob er schon da war - das ist ein Unterschied).
Und dann kann man in der Konsequenz aus all diesen Daten ableiten, ob die Firma möglicherweise geschlampt hat. Und selbst wenn das alles nach Meinung des Kunden so ist, muss man dann das Ganze noch durchsetzen - bedeutet die Forderungen aufstellen und die Firma in Verzug setzen. Und ganz zum Schluss, wenn die Firma das nicht so sieht bleibt der Klageweg.
Fazit: Gutachter und Anwalt.
Abschließende Meinung: Die Chance das man ohne Kulanz zum gewünschten Ergebnis kommt sehe ich aufgerundet bei 0.
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ktown
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von ktown »

und die Kulanz scheint ihm nicht zu genügen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von Tastenspitz »

IMHO ist das Problem, dass das Telefon durch den Sturz kaputt war und der Kunde eben eine Instandsetzung aller Fehler erwartet hat. Sicher nicht von der Hand zu weisen. Allerdings sind diese Dinger eben auch so empfindlich, dass sich eine Beschädigung auch erst später zeigen kann.Ein feiner Riss in der Platine der länger wird, irgendwo bröselt in der Folge etwas ab und verursacht einen Fehler durch Kurzschluss, usw. usf.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fehlersuche eine komplette Inspektion aller Bauteile mit der Lupe/Mikroskop/Röntgengerät beinhaltet hat. Fehlersuche bedeutet idR. eben, dass man das offensichtlich defekte Teil (=hier Display) ausbaut, ein anderes anschließt und wenn das Gerät dann funktioniert, dann wars das.
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von drei »

Tastenspitz hat geschrieben:
19.11.19, 07:16
Danach muss der/die jetzige(n) Fehler beurteilt werden, ob der/die schon zum Zeitpunkt der Erstinstandsetzung mit der vereinbarten Fehlersuche nachweislich zu finden war (zu finden! Nicht ob er schon da war - das ist ein Unterschied).
Vielen Dank für den sehr guten Hinweis!
Tastenspitz hat geschrieben:
19.11.19, 07:16
[...] und die Firma in Verzug setzen. [...]
Wie genau müsste A das denn machen, nur um hier zumindest nicht Fristen verstreichen zu lassen und auch um die korrekte Formulierung zu wählen?

Ein Klageweg ergibt sicherlich keinen Sinn.

Danke dir!

ktown
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Re: Haftung aus Reparatur

Beitrag von ktown »

drei hat geschrieben:
07.12.19, 10:44
Wie genau müsste A das denn machen, nur um hier zumindest nicht Fristen verstreichen zu lassen und auch um die korrekte Formulierung zu wählen?
Dafür gibt es Anwälte. Dieses Forum ist kein Ersatz für eine anwaltliche Rechtsberatung.
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