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Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 06:02
von Oktavia
Verbraucher A bestellt ein Gerät über eine Webseite bei Händler B. Geräte dieser Art gibt es nicht überall da sie entweder im gewerblichen Bereich oder bei Hobbybastlern genutzt werden.
Das Gerät kommt an, wird ausgepackt und Verbraucher A stellt fest dass es einen Produktionsfehler hat. Die Schweißnaht eines Anschlags passt nicht so dass das Gerät nur sehr eingeschränkt genutzt werden könnte.
A reklamiert und der Händler bietet Minderung über einen Gutschein an oder das Gerät soll zurückgeschickt werden. Lieferkosten soll aber A tragen. Dies lehnt A beides ab und beruft sich auf seine Verbraucherrechte.
Daraufhin schickt der Händler B ein Retourenlabel und will das Gerät nicht mehr tauschen sondern bittet darum das Gerät woanders zu kaufen.
A hat jetzt ein 30 kg Gerät dass er zur Post bringen soll, bekommt auch vielleicht sein Geld zurück...

Eigentlich will A nur ein funktionierendes Gerät. Was könnte er tun?

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 07:31
von webmaster76
Dass der B die Portokosten zu tragen hat, hat er ja nunmehr eingesehen und dem A ein Retourenlabel zukommen lassen.

Aus meiner Sicht hat A wahlweise das Recht auf:
1. Widerruf des Kaufvertrags
2. Nachbesserung
3. Nachlieferung

1. wurde ja bereits von B angeboten wobei A sich auf keinen Fall auf einen Gutschein einlassen muss. A hat Anspruch auf Rückzahlung des vollen Kaufpreises.
2. könnte in Betracht kommen, wird aber abhängig vom Kaufpreis bzw. Wert der Ware u.U. wirtschaftlich keinen Sinn machen
3. scheint hier das Mittel der Wahl. Sollte der B dasselbe Gerät nicht mehr auf Lager haben bzw. besorgen können, so hätte A einen Anspruch auf Schadensersatz (= A kauft das Gerät woanders teurer und verlangt von B den Differenzbetrag)

Soweit die Theorie. In der Praxis sollte sich A überlegen, ob er das Gerät nicht lieber zurück schickt, sich das Geld erstatten lässt und woanders kauft. Denn wenn das Ganze schon so losgeht, gibt es bei einem Gewährleistungsfall etc. mit Sicherheit wieder so einen Zirkus. A muss sich überlegen, ob sich das für ihn lohnt.

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 08:12
von ktown
Wenn die Ware zu schwer ist, dann hat der Verkäufer auch dafür sorge zu tragen, dass die Ware abgeholt wird.

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 08:29
von Oktavia
Danke für die Erläuterungen :D

Einziges Problem von A ist, dass es so ein Gerät woanders nicht in dem Preissegment zu kaufen gibt. Es handelt sich vermutlich um einen China-Import. Bestellt man dort selbst, kostet das Gerät nur ca 30-40 % des nun bezahlten Preises, man hat aber die Zollmodalitäten etc. und wird zum Importeur.

B kann das Gerät im angenommenen Fall besorgen (Lagerware) er will aber nicht. D.H, er will den Vertrag nicht erfüllen.

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 08:46
von ktown
Oktavia hat geschrieben:
07.11.19, 08:29
B kann das Gerät im angenommenen Fall besorgen (Lagerware) er will aber nicht. D.H, er will den Vertrag nicht erfüllen.
Braucht er ja auch nicht. Er muss nur dann die Differenz zum neuen Kauf übernehmen.
Was man tunlichst vermeiden sollte, dass eine Kündigung durch den A ausgeht. :wink:

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 09:48
von webmaster76
ktown hat geschrieben:
07.11.19, 08:46
Was man tunlichst vermeiden sollte, dass eine Kündigung durch den A ausgeht. :wink:
Wobei die Kündigung wohl die bessere Alternative ist bedenkt man, dass es sich offenbar um Billigware aus China handelt. Selbst wenn das Gerät im ersten Moment tut ist absehbar, dass dies kein Dauerläufer wird. Und nach 6 Monaten - wenn die Beweislastumkehr zieht - kann der A das Ganze bei einem Defekt direkt in die Tonne werfen. Dann lieber Geld zurück und auf ein Qualitätsgerät sparen...

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 09:52
von Celestro
A bittet einen Freund, das Teil zu bestellen. Sofern der Händler noch eins auf Lager hat, würde er ein anderes Gerät raus schicken und man könnte dann das Defekte zurück senden und sein Geld zurück bekommen. Das gibt man dann dem Freund und gut ist.

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 13:59
von Oktavia
Danke für die Tipps und Hinweise zu diesem selbstverständlich konstruierten Fall :D

Leider sind die Profigeräte in diesem Gerätefall so kostenintensiv, dass sie für ein Hobby in einem völlig illusorischen Bereich liegen. Die Kosten ca das 25-fache.

Re: Kaufvertrag

Verfasst: 07.11.19, 14:02
von ktown
Oktavia hat geschrieben:
07.11.19, 13:59
Danke für die Tipps und Hinweise zu diesem selbstverständlich konstruierten Fall :D

Leider sind die Profigeräte in diesem Gerätefall so kostenintensiv, dass sie für ein Hobby in einem völlig illusorischen Bereich liegen. Die Kosten ca das 25-fache.
und genau deshalb kann sich B diese Gangart leisten.