Preisaushangspflicht

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Tember
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Preisaushangspflicht

Beitrag von Tember » 23.11.19, 13:46

Hallo,
Habe mal gehört, dass es so etwas wie eine Preisaushangspflicht gibt, z.B Dienstleistern wie Gaststätten, Sportcenter....auch bei Internetwerbung ? Stimmt dies ? Und wenn, wer ist bei Verstoss in NRW dann zuständig. ?
Für die Beantwortung vielen Dank
Tember

Tastenspitz
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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tastenspitz » 23.11.19, 13:52

Gemeint ist die PAngV §7 wenn es um den Aushang geht.
Ansprechpartner ist das zuständige Gewerbeamt.
Bei Internetwerbung? Wie ist das gemeint? Das da dann vor dem Serverraum ein Aushang sein muss...? :mrgreen:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tember » 23.11.19, 14:14

.... Sportcenter hat keinen Preisaushang und auch auf der Internetpräsenz gibt es keine Preisangaben.....man soll Kontakt aunehmen und würde dann im Einzelgespräch die Preise erfahren.....es wären soviele Leistungen,da wäre es schlecht möglich alle Preise zu nennen....habe so etwas noch nie gehört...

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tastenspitz » 23.11.19, 14:23

Man muss nicht alle Preise aushängen. Für gewöhnlich genügt es die Kernprodukte zu nennen und gut. Im Zweifel soll der Wirt bei der IHK, DEHOGA oder dem Gewerbeamt nachfragen.
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FM
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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von FM » 23.11.19, 14:28

Es dürfte auch nicht verboten sein, Preise von Fall zu Fall auszuhandeln.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tember » 23.11.19, 14:57

... es sind aber nirgendswo Preise zu finden , weder Aushänge noch Internet, man will Interessenten erst zu einem Gespräch in dem Sportcentercafe anlocken, die Mitarbeiter sind gut geschult, im Gepräch wird dann ein Preis von 15,99 Euro genannt,....jedoch ist dies nur für eine Woche.....anstatt wie andere Studios wo Preise offen zugänglich und deutlich günstiger sind ....

FM
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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von FM » 23.11.19, 15:11

Die Preisangabenverordnung bezieht sich nur auf die Werbung, die überhaupt Preise nennt. Werbung ohne Preisangaben ist dort weder geregelt noch verboten.

Was auch naheliegend ist: eine Kfz-Werkstatt kann zwar auf ihrer Internetseite mitteilen, dass sie Unfallschäden repariert, aber unmöglich jeden denkbaren Preis dafür aufzählen. Bei einem Sportstudio mag das zwar eher möglich sein, aber es ist nicht verpflichtend.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tember » 24.11.19, 10:49

Okay,
danke für die Informationen. :)

karli
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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von karli » 24.11.19, 11:16

Tember hat geschrieben:
23.11.19, 14:57
im Gepräch wird dann ein Preis von 15,99 Euro genannt,....jedoch ist dies nur für eine Woche.....
Unter Umständen könnte hier eine Täuschung vorliegen.
Hier könnten, je nach genauem Sachverhalt, die §§ 236 StGB und 123 BGB relevant sein.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von fodeure » 24.11.19, 11:50

karli hat geschrieben:
24.11.19, 11:16
Unter Umständen könnte hier eine Täuschung vorliegen.
Das ist hanebüchen.
karli hat geschrieben:
24.11.19, 11:16
Hier könnten, je nach genauem Sachverhalt, die §§ 236 StGB und 123 BGB relevant sein.
Nein.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tastenspitz » 25.11.19, 07:08

Tember hat geschrieben:
23.11.19, 14:57
... es sind aber nirgendswo Preise zu finden , weder Aushänge noch Internet, man will Interessenten erst zu einem Gespräch in dem Sportcentercafe anlocken, die Mitarbeiter sind gut geschult, im Gepräch wird dann ein Preis von 15,99 Euro genannt,....jedoch ist dies nur für eine Woche.....anstatt wie andere Studios wo Preise offen zugänglich und deutlich günstiger sind ....
Also gehts um keine reine Gaststätte, dann ist der genannte § 7 auch nur auf die im Cafe angebotenen Leistungen anzuwenden.
Und wenn andere hier offener und billiger sind. Dann geht man eben dahin.
Aber vermutlich hat man sich hier bereits belabern lassen und etwas unterschrieben und sucht nun einen Strohhalm, das wieder auszubügeln. Die PAngV dürfte hier aber nicht hilfreich sein. Auch wenn dort keine Kaffeepreise am Eingang stehen hat das keine Auswirkungen auf das mutmaßliche Schwitzhüttenabo.
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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von hawethie » 26.11.19, 13:27

FM hat geschrieben:
23.11.19, 14:28
Es dürfte auch nicht verboten sein, Preise von Fall zu Fall auszuhandeln.
Das ist grundsätzlich so.
Der vom Anbieter genannte Preis ist nur eine "Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes".
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Zafilutsche » 27.11.19, 01:21

FM hat geschrieben:
23.11.19, 15:11
... eine Kfz-Werkstatt kann zwar auf ihrer Internetseite mitteilen, dass sie Unfallschäden repariert, aber unmöglich jeden denkbaren Preis dafür aufzählen.
Hm- In Werkstätten habe ich allerdings schon so etwas gelesen wie:
1 Arbeitseinheit (Kurz Ae) = 15 min : x Euro
Der Hersteller gibt vorgaben wieviele Einheiten für welche Leistung veranschlagt werden.
Der Preis ergibt sich aus der Arbeitseinheit x dem Kostensatz zzgl. Materialien usw.
PAngV §5
(1) Wer Leistungen anbietet, hat ein Preisverzeichnis mit den Preisen für seine wesentlichen Leistungen oder in den Fällen des § 1 Abs. 3 mit seinen Verrechnungssätzen aufzustellen. Dieses ist im Geschäftslokal oder am sonstigen Ort des Leistungsangebots und, sofern vorhanden, zusätzlich im Schaufenster oder Schaukasten anzubringen. Ort des Leistungsangebots ist auch die Bildschirmanzeige. Wird eine Leistung über Bildschirmanzeige erbracht und nach Einheiten berechnet, ist eine gesonderte Anzeige über den Preis der fortlaufenden Nutzung unentgeltlich anzubieten.
(2) Werden entsprechend der allgemeinen Verkehrsauffassung die Preise und Verrechnungssätze für sämtliche angebotenen Leistungen in Preisverzeichnisse aufgenommen, so sind diese zur Einsichtnahme am Ort des Leistungsangebots bereitzuhalten, wenn das Anbringen der Preisverzeichnisse wegen ihres Umfangs nicht zumutbar ist.
(3) Werden die Leistungen in Fachabteilungen von Handelsbetrieben angeboten, so genügt das Anbringen der Preisverzeichnisse in den Fachabteilungen.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von FM » 27.11.19, 08:30

Zafilutsche hat geschrieben:
27.11.19, 01:21
FM hat geschrieben:
23.11.19, 15:11
... eine Kfz-Werkstatt kann zwar auf ihrer Internetseite mitteilen, dass sie Unfallschäden repariert, aber unmöglich jeden denkbaren Preis dafür aufzählen.
Hm- In Werkstätten habe ich allerdings schon so etwas gelesen wie:
1 Arbeitseinheit (Kurz Ae) = 15 min : x Euro
Der Hersteller gibt vorgaben wieviele Einheiten für welche Leistung veranschlagt werden.
Der Preis ergibt sich aus der Arbeitseinheit x dem Kostensatz zzgl. Materialien usw.
Das machen manche Werkstätten so, aber keineswegs alle. Bei Standardarbeiten wie Bremsscheibenwechsel mag das gut funktionieren, bei Unfallschäden die jedesmal anders sind aber kaum. Auch ein Stundensatz wäre hier schwierig, da z.B. unterschiedlich qualifizierte Mitarbeiter und unterschiedliche Maschinen notwendig sein können.
Man wird das so lösen, dass man die Leistung dem Verbraucher nicht anbietet, sondern nur dafür wirbt und dies ohne Preisangabe (damit sie nicht in unzulässiger Form ist). Und so kann es das Fitnesstudio auch machen.

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Re: Preisaushangspflicht

Beitrag von Tastenspitz » 27.11.19, 08:51

Und allgemein wird auch sehr oft das Zauberwort "ab" auf allerlei Druckwerken die da so rumhängen zu finden sein, um hier die Unverbindlichkeit zu erreichen.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
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