Limitierung beim Discounter

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Celestro
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Celestro »

karli hat geschrieben:
06.04.20, 14:43
Das ist genau so ein Nonsens wie ein Schild auf dem steht, Eltern haften für ihre Kinder.
Richtig!

https://anwaltauskunft.de/magazin/leben ... auf?full=1

FM
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von FM »

Celestro hat geschrieben:
06.04.20, 14:28
karli hat geschrieben:
06.04.20, 14:21
Aber würde deshalb ein Anspruch auf Schadensersatz oder der sachliche Grund für ein Hausverbot wegfallen?
Woher nehmen Sie noch immer einen Schaden?
Für Waren die gekühlt werden müssen gibt es sicherlich streng festgelegte Zeiten, wie lange sie bei welcher Raumtemperatur außerhalb des Kühlregales oder der Tiefkühltruhe sein dürfen. Sollte diese Zeit recht kurz sein, also z.B. weniger als eine Stunde, wird das Personal kaum feststellen können ob sie überschritten ist.

karli
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von karli »

Ein Schaden dürfte, wie FM bereits schrieb, bereits durch das unterbrechen der Kühlkette entstehen.
Ausserdem muß die Ware wieder zurückgeräumt werden, wodurch Kosten entstehen könnten.
Allerdings steht in § 823 BGB
Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.
Ich mag da weder Vorsatz noch Fahrlässigkeit erkennen.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
Achtung: Meine Beiträge können Meinungsäusserungen, Denkanstösse, sowie Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

Ghastwriter
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Ghastwriter »

Celestro hat geschrieben:
06.04.20, 14:50
karli hat geschrieben:
06.04.20, 14:43
Das ist genau so ein Nonsens wie ein Schild auf dem steht, Eltern haften für ihre Kinder.
Richtig!

https://anwaltauskunft.de/magazin/leben ... auf?full=1
Diese Ansicht ist allerdings keineswegs zwingend, noch besonders durchdacht. Da hat man sich ehern in bloß journalistischer Qualität auf eben die Volksweisheit gestützt, dass es ja "eher anzunehmen" sei, dass es sich nur um ein unverbindliches Angebot handelt. Das kann man ganz sicher so vertreten; um ein handfestes Argument in einer ernsthaften Diskussion handelt es sich dabei nicht und als solches wird es auch vom Autor nicht gedacht gewesen sein.
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hawethie
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von hawethie »

invitatio ad offerendum. Der Kunde macht damit nur eine Aufforderung ein Angebot zu machen.
knapp daneben...
der Laden mach mit Auslage der Waren und der Angabe eines Preises eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes.
Dieses Angebot macht der Kunde, indem er die Ware auf das Band legt bzw. an der Kasse vorzeigt.
In dem Fall hier wurde dann das Angebot "ich kaufe x Packungen Brötchen" durch die Verkäuferin abgelehnt und ein neues Angebot "ich verkaufe y Packungen" ersetzt.
Dies ist nun ein Angebot an den Käufer, das er annehmen oder ablehnen kann.
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

Niemand2000
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Niemand2000 »

Ghastwriter hat geschrieben:
06.04.20, 15:13
Celestro hat geschrieben:
06.04.20, 14:50
karli hat geschrieben:
06.04.20, 14:43
Das ist genau so ein Nonsens wie ein Schild auf dem steht, Eltern haften für ihre Kinder.
Richtig!

https://anwaltauskunft.de/magazin/leben ... auf?full=1
Diese Ansicht ist allerdings keineswegs zwingend, noch besonders durchdacht. Da hat man sich ehern in bloß journalistischer Qualität auf eben die Volksweisheit gestützt, dass es ja "eher anzunehmen" sei, dass es sich nur um ein unverbindliches Angebot handelt. Das kann man ganz sicher so vertreten; um ein handfestes Argument in einer ernsthaften Diskussion handelt es sich dabei nicht und als solches wird es auch vom Autor nicht gedacht gewesen sein.
Ich habe eben nach dem ich eine Suchmaschine bemühte ebenfalls diesen Link gefunden, dort steht auch noch, dass der Verkäufer unter Umständen einen Anspruch auf Schadenersatz haben könnte
Schadensersatz?
Die „Verpflichtung zum Kauf“ ist rechtlich also äußert fragwürdig. Vor Gericht hätte ein solcher Satz – sollte es jemals wegen eines verun­rei­nigten Brotes oder Brötchens zu einem Prozess kommen – wohl kaum Bestand. Darf man deshalb ungestraft mit schmut­zigen Fingern im Backwa­ren­regal herumwühlen? Eher nicht.

„Sollte man Backwaren tatsächlich dadurch unverkäuflich machen, dass man sie berührt, könnte der Supermarkt Schadensersatz verlangen“, sagt die Stuttgarter Anwältin Caren Hertfelder. Abgesehen davon, dass jemand diesen Vorgang beobachten und dokumentieren müsste, gibt es beim Thema Schadensersatz noch eine andere Hürde: Der konkrete Vermögensschaden muss im Einzelfall nachgewiesen werden.

„Der Markt müsste in diesem Fall belegen können, dass genau jenes Brötchen verkauft worden wäre, wenn der Kunde es nicht berührt hätte.“ Gerade bei der Massenware aus der Plastikbox dürfte das schwierig werden.

Niemand2000
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Niemand2000 »

hawethie hat geschrieben:
06.04.20, 15:36
invitatio ad offerendum. Der Kunde macht damit nur eine Aufforderung ein Angebot zu machen.
knapp daneben...
der Laden mach mit Auslage der Waren und der Angabe eines Preises eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes.
Dieses Angebot macht der Kunde, indem er die Ware auf das Band legt bzw. an der Kasse vorzeigt.
In dem Fall hier wurde dann das Angebot "ich kaufe x Packungen Brötchen" durch die Verkäuferin abgelehnt und ein neues Angebot "ich verkaufe y Packungen" ersetzt.
Dies ist nun ein Angebot an den Käufer, das er annehmen oder ablehnen kann.
demnach müsste der Käufer die bereits über den Scanner gezogenen Waren entsprechend bezahlen oder habe ich das jetzt falsch verstanden?

karli
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von karli »

hawethie hat geschrieben:
06.04.20, 15:36
In dem Fall hier wurde dann das Angebot "ich kaufe x Packungen Brötchen" durch die Verkäuferin abgelehnt und ein neues Angebot "ich verkaufe y Packungen" ersetzt.
Dies ist nun ein Angebot an den Käufer, das er annehmen oder ablehnen kann.
Nur daß das Angebot lautete, Ich kaufe x Packungen Brötchen plus die anderen Waren in meinem Einkaufskorb.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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Ghastwriter
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Ghastwriter »

Niemand2000 hat geschrieben:
06.04.20, 16:45
Ich habe eben nach dem ich eine Suchmaschine bemühte ebenfalls diesen Link gefunden
"Jetzt haben schon zwei Leute über die Suchmaschine denselben Link gefunden, also würde es sich ja doch um ein handfestes Argument in einer ernsthaften Diskussion handeln müssen." oder wie soll ich den Beitrag verstehen? :D Nichts für ungut =) wie gesagt, sicherlich kann man das vertretbar so darstellen. Deswegen ist es nur eben keineswegs ein zwingender Schluss, noch wird es von der Autorin als solcher beabsichtigt gewesen sein.
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Celestro
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Celestro »

Niemand2000 hat geschrieben:
06.04.20, 16:45
Ich habe eben nach dem ich eine Suchmaschine bemühte ebenfalls diesen Link gefunden, dort steht auch noch, dass der Verkäufer unter Umständen einen Anspruch auf Schadenersatz haben könnte
Allerdings sollte man schon von vorne bis hinten lesen und verstehen.

1.) Steht zwar zwischendurch etwas von "könnte ggf. schadenersatzpflichtig werden" ... am Ende wird aber deutlich gemacht, dass der Supermarkt erst einmal nachweisen müsste, das auch diese Brötchen sonst verkauft worden wären (was regelmäßig nicht gelingen wird)

und

2.) ging es zuletzt um die Frage, was anstelle von verpackten Brötchen mit diesen offenen Brötchen wäre. Würde hier die Person an der Kasse verhindern wollen, dass ich "zuviele" mitnehme, oder auch einem anderen Grund ablehnen, das ich meinen Einkauf mitnehme, dann habe ich als Kunde den "Schaden" nicht verursacht und bin erneut aus dem Schneider.

Ghastwriter hat geschrieben:
06.04.20, 17:22
Deswegen ist es nur eben keineswegs ein zwingender Schluss, noch wird es von der Autorin als solcher beabsichtigt gewesen sein.
Hören Sie doch bitte auf, uns Ihre Weisheiten aus der Glaskugel verkaufen zu wollen, ja?

Niemand2000
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Niemand2000 »

Celestro hat geschrieben:
06.04.20, 17:27
Niemand2000 hat geschrieben:
06.04.20, 16:45
Ich habe eben nach dem ich eine Suchmaschine bemühte ebenfalls diesen Link gefunden, dort steht auch noch, dass der Verkäufer unter Umständen einen Anspruch auf Schadenersatz haben könnte
Allerdings sollte man schon von vorne bis hinten lesen und verstehen.

1.) Steht zwar zwischendurch etwas von "könnte ggf. schadenersatzpflichtig werden" ... am Ende wird aber deutlich gemacht, dass der Supermarkt erst einmal nachweisen müsste, das auch diese Brötchen sonst verkauft worden wären (was regelmäßig nicht gelingen wird)

und

2.) ging es zuletzt um die Frage, was anstelle von verpackten Brötchen mit diesen offenen Brötchen wäre. Würde hier die Person an der Kasse verhindern wollen, dass ich "zuviele" mitnehme, oder auch einem anderen Grund ablehnen, das ich meinen Einkauf mitnehme, dann habe ich als Kunde den "Schaden" nicht verursacht und bin erneut aus dem Schneider.

Ghastwriter hat geschrieben:
06.04.20, 17:22
Deswegen ist es nur eben keineswegs ein zwingender Schluss, noch wird es von der Autorin als solcher beabsichtigt gewesen sein.
Hören Sie doch bitte auf, uns Ihre Weisheiten aus der Glaskugel verkaufen zu wollen, ja?
Den link habe ich gelesen und verstanden, ob Sie ihn verstanden haben, weiß ich nicht

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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Ghastwriter »

Celestro hat geschrieben:
06.04.20, 17:27
Ghastwriter hat geschrieben:
06.04.20, 17:22
Deswegen ist es nur eben keineswegs ein zwingender Schluss, noch wird es von der Autorin als solcher beabsichtigt gewesen sein.
Hören Sie doch bitte auf, uns Ihre Weisheiten aus der Glaskugel verkaufen zu wollen, ja?
Geschenkt. Es ist im Grunde egal, ob die Autorin es ernst gemeint hätte; ich schrieb das nur, falls irgendjemand auf die Idee kommen wollte, ich würde die Autorin dafür kritisieren wollen. Dabei ist es schlicht so, dass ernsthafte juristische Auseinandersetzungen auf solchen Publikumsseiten (streiche: genauso selten) noch seltener stattfinden werden als hier im Forum. Daher sollte, wer den Link hier als ernst gemeinten Ersatz für ein Argument einsetzen möchte, ruhig darüber informiert werden. Wer dagegen etwas in so großväterlichem Ton einzuwenden hat, der hat hier wohl eher etwas zu "verkaufen".
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windalf
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von windalf »

der Laden mach mit Auslage der Waren und der Angabe eines Preises eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes.
Ja hast recht. Ändern aber am Ergebnis nix, wenn die Verkäuferin ein Gegenangebot macht, dass der Kunde nicht annimmt... Es gabe zu keinem Zeitpunkt ein Vertrag (höchstens Vertragsanbahnung).
...fleißig wie zwei Weißbrote
0x2B | ~0x2B
Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Niemand2000
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von Niemand2000 »

windalf hat geschrieben:
06.04.20, 18:31
der Laden mach mit Auslage der Waren und der Angabe eines Preises eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes.
Ja hast recht. Ändern aber am Ergebnis nix, wenn die Verkäuferin ein Gegenangebot macht, dass der Kunde nicht annimmt... Es gabe zu keinem Zeitpunkt ein Vertrag (höchstens Vertragsanbahnung).
Wie sieht es rein vertragstechnisch mit den Waren aus, die die Verkäuferin bereits gescannt hat?

karli
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Re: Limitierung beim Discounter

Beitrag von karli »

Niemand2000 hat geschrieben:
06.04.20, 18:50
Wie sieht es rein vertragstechnisch mit den Waren aus, die die Verkäuferin bereits gescannt hat?
Die Registrierung der einzelnen Artikel zur Ermittlung der gesamten Kaufsumme dürfte dem Händler zuzuordnen sein.
Meiner Ansicht nach könnte der Kunde selbst nach Nennung der Gesamtsumme noch entscheiden, ob er kauft oder nicht.
Wenn du kritisiert wirst, dann mußt du irgend etwas richtig machen, denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. (Bruce Lee)
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