Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

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normanescio
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Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von normanescio »

Jemand hat Anfang des Jahres seinem Stromanbieter regulär zum Jahresende gekündigt. Im Lauf des Jahres kam es zu einer Preiserhöhung mit außerordentlichem Kündigungsrecht, so dass außerordentliche Kündigung erfolgte.
Das sollte doch zulässig sein, oder kann man einen Vertrag nicht 2 x kündigen?
Weiterhin wurde bei der außerordentlichen Kündigung eine Bestätigung erbeten, die (wie üblich) nicht erfolgte. Daraufhin wurde telefonisch nach dem Eingang der Kündigung gefragt, die mündlich auch bestätigt wurde. Schriftlich liegt also nichts seitens des Stromanbieters vor. Der Anbieter ignoriert nun völlig die außerordentliche Kündigung und geht in seinen Schreiben von einer Lieferung bis zum Jahresende. Kann man dagegen vogehen oder muss man Kündigungen immer per Einschreiben und Rückschein aussprechen?

Gaia
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Gaia »

normanescio hat geschrieben:
15.05.20, 22:57
Das sollte doch zulässig sein
Ja.
Weiterhin wurde bei der außerordentlichen Kündigung eine Bestätigung erbeten, die (wie üblich) nicht erfolgte.
Es ist egal, ob das üblich ist. Der Empfänger ist jedenfalls nicht dazu verpflichtet.
Kann man dagegen vogehen
Klar. Man muß halt nur beweisen, daß die außerordentliche Kündigung beim Anbieter eingegangen ist.
oder muss man Kündigungen immer per Einschreiben und Rückschein aussprechen?
Nein. Wenn es keine anderslautenden Regelungen gibt, kann man Verträge auch mündlich kündigen. Der Kündigende muß halt nur den Zugang der Kündigung bei seinem Vertragspartner beweisen.

Was sagt denn der neue Stromanbieter? Und ist die Frist für die außerordentliche Kündigung schon abgelaufen?

normanescio
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von normanescio »

Allerdings hatte ich um eine Bestätigung gebeten. Jedenfalls ist das schlechter Stil.

Tastenspitz
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Tastenspitz »

Nein.
Das ist betriebswirtschaftlich gedacht. Wozu Schreiben versenden wenn man nicht muss.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

normanescio
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von normanescio »

Alos bleibt in solchen Fällen nur Einschreiben mit Rückschein.

normanescio
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von normanescio »

Noch was zum Thema betriebswirtschaftliches Denken. Der Anbieter betreibt ein Online-Portal, in das er auch die Stromabrechnungen stellt. Eine Nachricht hier wäre nicht zu viel verlangt im Hinblick auf guten Stil.

Gaia
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Gaia »

normanescio hat geschrieben:
16.05.20, 21:12
Alos bleibt in solchen Fällen nur Einschreiben mit Rückschein.
Einwurfeinschreiben reicht auch.

Und zur Stilfrage: Ja. Ja und?

Niemand2000
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Niemand2000 »

Gaia hat geschrieben:
17.05.20, 21:38
Einwurfeinschreiben reicht auch.
soll sogar die rechtlich bessere Variante sein

Tastenspitz
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Tastenspitz »

Jein.
Der Vorteil besteht darin, dass man sich nicht vom Empfänger abhängig macht.
EBfRü wie die anderen Einschreiben wird nur zugestellt, wenn einer die Tür aufmacht. Wenn nicht, kriegt man einen Zettel in den Briefkasten, dass man ein Einschreiben hätte bekommen sollen.
Einwurf EBf wird auch in den Briefkasten zugestellt. Hier unterschreibt der Postbote für die Zustellung und dokumetiert hiermit den Tag der Zustellung was bei Fristen ja oft der Streitpunkt ist.
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Pünktchen
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Pünktchen »

Niemand2000 hat geschrieben:
18.05.20, 09:04
Gaia hat geschrieben:
17.05.20, 21:38
Einwurfeinschreiben reicht auch.
soll sogar die rechtlich bessere Variante sein
Nicht, wenn das vom Gericht nicht anerkannt wird. Der Postbote kann viel Unterschreiben, ob er den Brief tatsächlich richtig ausgeliefert hat, ist die andere Frage.

Komischerweise wird eine PZU auch dann anerkannt, wenn nur der Postbote unterschrieben hat.

FM
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von FM »

In dem einen oft zitierten Urteil wo das Einwurfeinschreiben nicht gereicht hat, hatte der Postbote selbst als Zeuge gesagt dass er das immer einfach so schon frühmorgens unterschreibt. Das kann einem natürlich immer passieren, da kann auch bei Übergabe ein Postbote später aussagen er fälscht immer die Unterschriften.

Niemand2000
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Niemand2000 »

Pünktchen hat geschrieben:
20.05.20, 20:47
Niemand2000 hat geschrieben:
18.05.20, 09:04
Gaia hat geschrieben:
17.05.20, 21:38
Einwurfeinschreiben reicht auch.
soll sogar die rechtlich bessere Variante sein
Nicht, wenn das vom Gericht nicht anerkannt wird. Der Postbote kann viel Unterschreiben, ob er den Brief tatsächlich richtig ausgeliefert hat, ist die andere Frage.

Komischerweise wird eine PZU auch dann anerkannt, wenn nur der Postbote unterschrieben hat.
so viel ich weiß, kann man als Privatperson keine PZU über die Post versenden, ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren, so viel ich weiß, geht bei Privatpersonen die PZU nur über den Gerichtsvollzieher

FM
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von FM »

Da hat ja auch niemand gegenteiliges gesagt. Der Weg über den GV hat natürlich den Nachteil, dass kurze Fristen kaum zuverlässig eingehalten werden können.

Niemand2000
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von Niemand2000 »

FM hat geschrieben:
21.05.20, 11:54
Da hat ja auch niemand gegenteiliges gesagt. Der Weg über den GV hat natürlich den Nachteil, dass kurze Fristen kaum zuverlässig eingehalten werden können.
da hätte ich eine Rückfrage, und zwar, wie lange dauert es in etwa vom Gang zur Gerichtsvollzieherverteilerstelle bis zur Zustellung?

FM
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Re: Außerordentliche Kündigung nach bereits erfolgter Kündigung

Beitrag von FM »

Der GV soll die Zustellung innerhalb von 3 Arbeitstagen erledigen. Hinzu kommen die Zeiten für die Wege:

Auftraggeber - Amtsgericht
Amtsgericht - GV
GV - Post
Post - Empfänger

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