Rückversand Nachweis

Rechtsgeschäfte des täglichen Lebens, Kaufrecht für Käufer und Verkäufer, Werkvertragsrecht

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Winfried M.
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Rückversand Nachweis

Beitrag von Winfried M. »

Hallo,

eine mangelhafte Ware wird über einen Retourenschein an den Verkäufer zurück geschickt. Leider geht der Rücksendenachweis verloren...

Der Kaufpreis (als Lastschrifteinzug) wird online von der Bank zurück geholt (Widerruf Lastschrifteinzug).

Vom Verkäufer hört man nichts mehr.


Nach einem halben Jahr fordert ein Online-Bezahlservice über ein Inkassobüro den Kaufpreis mit Gebühren jedoch vom Käufer wieder ein.


Der Käufer zahlt aus Angst vor einem Mahnverfahren dem Inkassobüro den geforderten Betrag und teilt den Sachverhalt zur Rückerstattung mit.
Nach Überprüfung des Sachverhaltes erstattet das Inkassobüro tatsächlich den geforderten Betrag wieder dem Käufer zurück!

Wieder nach ein paar Monaten wird vom gleichen Inkassobüro im Auftrag des Online-Bezahldienstes wieder der gleiche Forderungsbetrag vom Käufer eingefordert.


Der Käufer hatte die Ware zum Versender gebracht, leider eben den Rücksendenachweis nicht aufgehoben.


Frage: Muss der Käufer den Rückversand tatsächlich beweisen oder hat auch dafür der Verkäufer das Versandrisiko?

Bedauerlicherweise kann der Verkäufer nicht mehr kontaktiert werden.


Vielen Dank für die Einschätzung.

Grüsse vom Win
Tastenspitz
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Re: Rückversand Nachweis

Beitrag von Tastenspitz »

Winfried M. hat geschrieben: 14.04.21, 12:29 Muss der Käufer den Rückversand tatsächlich beweisen oder hat auch dafür der Verkäufer das Versandrisiko?
Er muss beweisen, dass er die Ware überhaupt zurückgeschickt hat, sprich bei Versender abgegeben hat.
Mit Versandrisiko hat das nichts zu tun. Das trägt der Verkäufer, sofern gewerblich und nicht Privat.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.
ktown
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Re: Rückversand Nachweis

Beitrag von ktown »

1. Es war selten dämlich die Bank dazu zu beauftragen de Lastschrifteinzug zu stornieren. Wie man hier nun erkennen kann, löste dies verschiedene, unabhängig voneinander verlaufende, Vorgänge aus.
2. Ganz pragmatisch den ersten Stornierungsvorgang dem Inkassobüro vor Augen führen. Aus dem sollte eigentlich die Sachlage eindeutig hervorgehen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
winterspaziergang
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Re: Rückversand Nachweis

Beitrag von winterspaziergang »

Winfried M. hat geschrieben: 14.04.21, 12:29 Hallo,

eine mangelhafte Ware wird über einen Retourenschein an den Verkäufer zurück geschickt. Leider geht der Rücksendenachweis verloren...
Da Retourenscheine kein eigenes Handeln haben, geht wohl weniger der Schein verloren und mehr der Käufer verlegt/verliert ihn
Der Kaufpreis (als Lastschrifteinzug) wird online von der Bank zurück geholt (Widerruf Lastschrifteinzug).
nur für alle Fälle: Das steht dem Käufer nicht zu
Der Käufer zahlt aus Angst vor einem Mahnverfahren dem Inkassobüro den geforderten Betrag und teilt den Sachverhalt zur Rückerstattung mit.
Also, wenn er retourniert, holt er sich eigenmächtig das Geld wieder und wenn er vom Inkasso Post bekommt und die Forderung gar nicht berechtigt ist, zahlt er sofort und wartet dann auf die Rückerstattung?
Nach Überprüfung des Sachverhaltes erstattet das Inkassobüro tatsächlich den geforderten Betrag wieder dem Käufer zurück!
das kann das Inkasso auch vorher machen und zum gleichen Schluss kommen
Frage: Muss der Käufer den Rückversand tatsächlich beweisen oder hat auch dafür der Verkäufer das Versandrisiko?
wie bereits genannt, bringt der Käufer hier was durcheinander. Er kann sich nicht auf "Versandrisiko" berufen, wenn er nicht nachweisen kann, dass er die Ware zurückgeschickt hat.

Eigentlich logisch: Der Verkäufer kann nicht dafür haftbar gemacht und auf "Versandrisiko" verwiesen werden, wenn der Käufer evtl. das Paket gar nicht erst zum Versand bringt.
Celestro
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Re: Rückversand Nachweis

Beitrag von Celestro »

sieht nach schlechter Dokumentation des Inkasso-Unternehmens aus. Da hilft mMn. nur anrufen und ggf. mit rechtlichen Schritten drohen.
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