Preisanpassungsrecht § 24 EnSiG

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Heiko66
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Preisanpassungsrecht § 24 EnSiG

Beitrag von Heiko66 »

Hallo liebe Foristen,

ich hätte folgende Frage. Lese ich das EnSiG richtig, dass es derzeit nur ein Preisanpassungsrecht für Gas aber keines für den Strompreis gibt?

Wenn ich mir den Gaspreis so angucke und meinen Stromtarif der noch über ein Jahr gilt, fehlt noch 1 Cent, dass ich direkt mit Strom anfangen werde zu heizen. Man könnte schon fast auf den absurden Gedanken kommen ins Power2Gas-Geschäft eizusteigen, wenn man vertraglich einen günstigeren Strompreis hat, als der aktuelle Gaspreis auf dem Markt ist.

Gibt es bereits ein entsprechendes Preisanpassungsrecht bereits auch für Stromverträge (oder kommt das quasi aus den oben genannten Gründen erst noch in absehbarer Zeit)?
Heiko66
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Re: Preisanpassungsrecht § 24 EnSiG

Beitrag von Heiko66 »

Hmm gibt zum Preisanpassungsrecht bei Strom wirklicht nichts? Gibt es das wirklich derzeit nur für Gas? Hat niemand dazu etwas gefunden oder weiß etwas dazu?

Überall in der Presse darf man Ähnliches lesen
https://www.swp.de/panorama/heizen-mit- ... 72623.html
Aus Preisgründen sollte man das aber nicht tun: Gas wird teuer, Strom aber auch. Wenn die Gaspreise steigen, werden das die Strompreise auch tun.
Das stimmt aber nur, wenn der Gaspreis nicht weiter explodiert. Wenn es beim Strom keine Preisanpassungsklausel wie beim Gas gibt, wird das ja auf absehbare Zeit flächendeckend der Fall sein, dass die Strom/Gaspreisparaität erreicht ist oder Gas sogar teurer ist. Bei mir ist es jetzt schon so und mit jedem Cent das die kWh-Gas teurer wird kommen weitere Altverträge mit garantiertem Strompreis dazu.

Hinzu kommt noch der Fakt, wenn man direkt mit Strom heizt, dann kommt die Wärme auch direkt dort an. Bei älteren Gasheizungen kommt wenn man eine kWh-Gas verfeuert keine kWh Wärme am gewünschten Ort an. Da sind noch diverse Leitungsverluste zu beklagen, so dass es sich bereits schon früher rein rechnerisch lohnt direkt mit Strom zu heizen. Wenn die Stromnetze das aushalten (würden) ist das ja ggf. sogar sinnvoll, um denen Gas zu lassen, die nicht substituieren können.

Es gäbe noch eine einfache Lösung das Problem zu reduzieren. Split-Klimanalgen sind ja noch einfach erhältlich und auch nichts anderes als eine dezentrale Wärmepumpe. Man findet nur keinen Handwerker der einem eine installiert. Selber installieren ist verboten. Man müsste an dem Verbot Übergangsweise rütteln. Ist ja kein rocket science sich einen Klimanalge selber einzubauen und selbst wenn ein wenig RL32 mehr in die Umwelt kommt, kann das nicht so viel schlimmer sein als Tonnenweise mehr Kohle zu verfeuern, um dann direkt mit Strom zu heizen.
Heiko66
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Re: Preisanpassungsrecht § 24 EnSiG

Beitrag von Heiko66 »

Spätestens jetzt dürfte obige Frage flächendeckend akut sein.

Schon vor der Gasumlage die da kommen soll steht der aktuelle Gaspreis für Neuverträge in vielen Regionen bei fast 30 Cent. Es gibt mit Sicherheit noch eine Vielzahl von Stromaltverträgen mit Preisgarantie mit (insbesondere durch Absenkung der EEG-Umlage) einem deutlich günstigeren kWh-Preis. Da weiß man schon direkt was im Winter kommt, wenn dann schon alleine aus wirtschaftlichen Erwägungen alle ihre Heizlüfter/Ölradiator anschmeißen. Die Gasheizung dient dann nur noch zum Zuheizen dessen, was die Stromheizungen/Heizlüfter nicht schaffen.

Ist dann nicht nur kalt in der Bude sondern es gibt auch kein Strom mehr.

In der Presse scheint diese Tatsache noch nicht angekommen zu sein. Da wird weiterhin nur stur behauptet wer auf Stromheizungen setzt begeht ökonomischen Irrsin, dabei dürfte das mittlerweile für eine Vielzahl an Vertragskonstellationen gar nicht mehr gelten, insbesondere dann nicht mehr, wenn ab Oktober die Umlage den Gaspreis noch einmal weiter in die Höhe jagd. Der Blackout ist nahezu sicher und es wird immer noch überlegt, ob man wohl die Atomkraftwerke nicht vielleicht doch nicht weiterlaufen lassen sollte. Fast nur noch ideologisch Verblendete in der Regierung.
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