Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region bei ein und demselben Anbieter.

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luke1010
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Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region bei ein und demselben Anbieter.

Beitrag von luke1010 »

Angenommen, ein Verbraucher in z.B. Rostock hatte bislang bei einem Anbieter einen Verbrauchspreis von 11,24 Cent/kWh und bekommt jetzt eine Erhöhung zum 01.10.22 von genannten 11,24Cent/kWh auf 35,34Cent/kWh. Derselbe Anbieter erhöht in Berlin die Preise zum 01.10.22 aber nur von 10,92Cent/kWh auf dann 14,55Cent/kWh. Kann er die Preiserhöhung in Rostock auf das 3,14 fache dann noch mit erhöhten Beschaffungskosten rechtfertigen, wenn er es in Berlin schafft, den Arbeitspreis pro kWh nur auf das 1,33 fache zu erhöhen? Der verbrauchsunabhängige Grundpreis bleibt in beiden Gebieten stabil, somit wird der Preisanstieg nur mit den Beschaffungskosten des Erdgases begründet. Dies erscheint aber aufgrund des riesigen Unterschiedes des kWh Preises in Rostock zu Berlin unglaubwürdig, da das Erdgas für Rostock ja nicht noch mit Gold angereichert wird. :D

Vielleicht kennt sich hier ja jemand aus, inwieweit solche unterschiedlichen Preiserhöhungen einzig und allein auf die Region begrenzt erlaubt sind.
Zuletzt geändert von luke1010 am 31.08.22, 19:52, insgesamt 2-mal geändert.
fodeure
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Re: GASAG Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region.

Beitrag von fodeure »

luke1010 hat geschrieben: 31.08.22, 19:21Kann er die Preiserhöhung in Rostock auf das 3,14 fache dann noch mit erhöhten Beschaffungskosten rechtfertigen, wenn er es in Berlin schafft, den Arbeitspreis pro kWh nur auf das 1,33 fache zu erhöhen?
Er muß das überhaupt nicht rechtfertigen. Er kann es einfach machen.
Heiko66
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Re: GASAG Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region.

Beitrag von Heiko66 »

fodeure hat geschrieben: 31.08.22, 19:40
luke1010 hat geschrieben: 31.08.22, 19:21Kann er die Preiserhöhung in Rostock auf das 3,14 fache dann noch mit erhöhten Beschaffungskosten rechtfertigen, wenn er es in Berlin schafft, den Arbeitspreis pro kWh nur auf das 1,33 fache zu erhöhen?
Er muß das überhaupt nicht rechtfertigen. Er kann es einfach machen.
Unter der Annahme es gäbe ein Kündigungs-/Preisanpassungsrecht zum 01.10.22. Diverse Anbieter versuchen wohl im Rahmen der Gaspreisumlage ungerechtfertiger Weise gleich noch Preiserhöhungen durchzudrücken, obwohl der Vertrag dies nicht hergibt. Bei dem genannten Anbieter, der hier vermutlich eigentlich nicht geannt hätte werden dürfen, würde ich das aber nicht vermuten.
FM
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Re: Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region bei ein und demselben Anbieter.

Beitrag von FM »

luke1010 hat geschrieben: 31.08.22, 19:21 Kann er die Preiserhöhung in Rostock auf das 3,14 fache dann noch mit erhöhten Beschaffungskosten rechtfertigen, wenn er es in Berlin schafft, den Arbeitspreis pro kWh nur auf das 1,33 fache zu erhöhen?
Kein Unternehmen muss in ganz Deutschland einheitliche Preise anbieten. Hatte der Kunde in Rostock denn eine vertragliche Garantie, dass der Preis überhaupt nicht oder nur im selben Umfang wie in Berlin erhöht werden darf?

Dem Kunden steht es natürlich frei, den Vertrag zu kündigen. Eine entsprechende Vertragsklausel gibt es bei einseitigen Preiserhöhungen wohl immer.
hambre
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Re: Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region bei ein und demselben Anbieter.

Beitrag von hambre »

fodeure hat geschrieben:Er muß das überhaupt nicht rechtfertigen. Er kann es einfach machen.
Doch, der Gasversorger muss das rechtfertigen, wenn er Grundversorger ist (§ 5 Abs. 2 GasGVV).

Der genannte Gaslieferant ist in Berlin Grundversorger, aber nicht in Rostock. Der Gasversorger will in Rostock offenbar seine Kunden los werden, denn die Stadtwerke Rostock liefern in der Grundversorgung das Gas zu einem Preis, der niedriger ist als der Preis der Grundversorgung in Berlin.
ktown
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Re: Gaspreiserhöhung extreme Unterschiede je Region bei ein und demselben Anbieter.

Beitrag von ktown »

hambre hat geschrieben: 31.08.22, 22:10 Doch, der Gasversorger muss das rechtfertigen, wenn er Grundversorger ist (§ 5 Abs. 2 GasGVV).
Was hat das mit den unterschiedlichen Preisen zu tun?
1. Er ist nur dort wo er Grundversorger ist zur Aufklärung, gemäß GasGVV, verpflichtet und auch nur über den Grund der Erhöhung.
2. Er ist nicht verpflichtet die Höhe der Preiserhöhung zu erklären.
3. Wo er nicht Grundversorger ist gilt nicht zwangsläufig die GasGVV und wenn sie gelten würde siehe Pkt 1. und Pkt 2.

Schon aufgrund der zu zahlenden Netzentgelte kann es keinen gleichen Preis geben.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe
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