PKV Private Krankenkassen Versicherung Verfassungskonform?

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Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath » 06.07.09, 10:46

Von dem Problem, daß es bei der von Ihnen angesprochenen Änderung nach Ihrer eigenen Aussage zu Fällen kommen könnte, die aus der KV in die "soziale Hängematte" fallen, also aus der KV heraus, was ja dem Sinn ein wenig widerspricht.

Problemfälle in einen anderen Topf auszulagern, ist zwar in der Politik beliebt, macht aber mehr Probleme als es löst.
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Ronny1958
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Re: PKV Private Krankenkassen Versicherung Verfassungskonfor

Beitrag von Ronny1958 » 06.07.09, 11:38

toscano hat geschrieben:.


Es geht um die Möglichkeit, dass anhand des Gehaltes, jemand in der Lage ist zu entscheiden, ob man Privat oder Gesetzlich versichert werden darf.
Ich finde das ist eine reine Diskrimienierung, die im normalen Fall, die Verfassung nicht zulassen sollte.
Hallo,

unterschiedliche Gehaltshöhen haben in der Tat einen diskriminierenden Charakter, der aber im Normalfall von der Verfassung zugelassen ist.

Ebenso wie die Gehaltshöhe darüber entscheiden kann, ob jemand in der PKV versichert werden muß oder in die GKV schlüpfen kann, wird die Gehaltshöhe darüber entscheiden ob jemand einen Kleinwagen aus dem Volkskonzern oder einen Luxuswagen aus dem Sternkonzern fährt.

Diskriminierend zwar, aber verfassungskonform.;)

Und glauben Sie einem (zwangsweise) privat Versicherten:

Wernn ich wählen dürfte, wäre ich in der GKV und würde das, was ich durch den wesentlich niedrigeren Satz in der GKV monatlich übrig hätte in entsprechende Zusatzversorgung stecken.
Den langjährigen Vorteil der beitragsfreien Mitversicherung meiner besseren Hälfte mal aussen vor gelassen, ginge es mir in der GKV incl. privater Zusatzversorgung zum gleichen Preis wie heute erheblich besser.

Nur mein Arbeitgeber wäre wegen den erheblich höheren Kosten für seinen Haushalt nicht mit meiner Wahl einverstanden.

Meine GKV-versicherten Kollegen haben regelmäßige Kuren in Anspruch nehmen können, mir blieb das in der PKV (mangels Deckung) bislang versagt.
Sollte ich deswegen mal eine Verfassungsklage anstrengen?

Grüße
Ronny ;)
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

windalf
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Beitrag von windalf » 06.07.09, 13:01

Von dem Problem, daß es bei der von Ihnen angesprochenen Änderung nach Ihrer eigenen Aussage zu Fällen kommen könnte, die aus der KV in die "soziale Hängematte" fallen, also aus der KV heraus, was ja dem Sinn ein wenig widerspricht.

Problemfälle in einen anderen Topf auszulagern, ist zwar in der Politik beliebt, macht aber mehr Probleme als es löst.
Ich rede ja genaugenommen nicht von verschieben, sondern vom Abschaffen der Privaten (oder von dem Abschaffen der Versicherungspflicht)...
...
Ebenso wie die Gehaltshöhe darüber entscheiden kann, ob jemand in der PKV versichert werden muß oder in die GKV schlüpfen kann, wird die Gehaltshöhe darüber entscheiden ob jemand einen Kleinwagen aus dem Volkskonzern oder einen Luxuswagen aus dem Sternkonzern fährt.
...
Wenn man sich anguckt wieviel einem von jedem EUR der dazu verdient wird bleibt, dann ist es bei angestellten gkv.Versicherten so, dass denen pro zusätzlichen EUR deutlich mehr abgezogen wird und da liegt die eigentliche Krux...

Und gerade bei Beamten ist es lächerlich, dass diese überhaupt privat versichert sein dürfen. Der Staat predigt Solidarität aber bei seinen eigenen ANgestellten hat er aus Kostengründen dafür gesorgt, dass die mehr oder weniger alle privat versichert sind...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update » 06.07.09, 21:54

windalf hat geschrieben:@Mount'N'Update
Es ist deshalb keine Milchmädchenrechnung weil das System viele Möglichkeiten bietet im Fall des Falles zurückzuspringen in die soziale Hängematte, wenn man denn zum unerfreulichen Risiko mutiert ist.... In der privaten halten sich bevorzugt die guten Risiken auf. Jeder der zum schlechten Risiko wird springt wenn er kann ins andere System... Es haben zwar nicht alle diese Möglichkeit aber viele...
Doch, es ist eine Milchmädchenrechnung, weil es in der Tat leichter ist, von der GKV in die PKV zu wechseln als umgekehrt.

Das schreibt dir ein chronisch kranker Privatpatient, der pro Quartal etwa 1.500 - 1.800 € Kosten verursacht. Ich kann damit leben, weil ich mich wegen der guten ärztlichen Behandlung weitgehend gesund fühle und weil ich sicher bin, dass es mir in der GKV wohl nicht so gut ginge, weil meine Eigenanteile wesentlich größer wären.

Glaubst du, ich bin ein schwarzes Schaf der PKV? Wohl kaum. Auch hier gibt es das Problem der rapide steigenden Gesundheitskosten. Dem wäre wohl nicht so, wenn alle gesund wären, oder? :roll:

windalf
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Beitrag von windalf » 06.07.09, 22:16

Doch, es ist eine Milchmädchenrechnung, weil es in der Tat leichter ist, von der GKV in die PKV zu wechseln als umgekehrt.
Das ist schlicht falsch. Für die Mehrzahl nämlich die Angestellten ist das schlicht fast unmöglich. Viele würden gerne wenn Sie dürften...

Als Angestellter wieder zurück in die GKV zu kommen ist super leicht. Für die anderen mag das schwerer sein aber das ist nicht die Mehrzahl...
Glaubst du, ich bin ein schwarzes Schaf der PKV? Wohl kaum. Auch hier gibt es das Problem der rapide steigenden Gesundheitskosten. Dem wäre wohl nicht so, wenn alle gesund wären, oder?
Wie kann es denn sein das mich eine Vollversicherung bei der PKV nur ein Drittel kostet gegenüber der gesetzlichen und das bei im Schnitt deutlich besseren Leistungungen. Das liegt einfach daran, dass der zur Solidarität verpflichtet Gutverdiener sich dieser durch einen Wechsel entziehen kann... Wer nicht ganz so gut verdient darf, dann die Zeche von so Leuten wie mir zahlen...

Das ist vom Prinzip her himmelschreiend ungerecht...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update » 06.07.09, 22:46

windalf hat geschrieben:
Doch, es ist eine Milchmädchenrechnung, weil es in der Tat leichter ist, von der GKV in die PKV zu wechseln als umgekehrt.
Das ist schlicht falsch. Für die Mehrzahl nämlich die Angestellten ist das schlicht fast unmöglich. Viele würden gerne wenn Sie dürften...

Als Angestellter wieder zurück in die GKV zu kommen ist super leicht. Für die anderen mag das schwerer sein aber das ist nicht die Mehrzahl...
Wenn du meinst... :roll:

windalf
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Beitrag von windalf » 06.07.09, 23:08

@Mount'N'Update
Die von dir zitierte Quelle zeigt aber nicht die Lücken auf mit denen man doch wieder zurück kommt wenn man will...

Eine ist es z.B. 2 Monate unbezahlten Urlaub zu machen oder eben das Gehalt so zu steuern, dass sein Jahresverdienst unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Oder man macht sich kurz selbständig und ist dann wieder angestellt usw... Es gibt da die verschiedensten Möglichkeiten

Du kannnst mir glauben für einen Angstellten der in dem Bereich verdient ist es ohne weiteres möglich sein Gehalt entsprechend zu steuern...

Schwer ist es nur erstmal raus zu kommen, weil man jetzt neuerdings 3 Jahre über der JAEG verdienen muss bevor man in die Private darf...

(Und selbst wenn man schon die 55 überschritten hat kann man ggf. über eine Familienversicherung wieder in das Boot gkv springen...)
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

Mount'N'Update

Beitrag von Mount'N'Update » 07.07.09, 20:27

@windalf:

Klar, Möglichkeiten gibt es immer. Aber ob die wirklich so einfach sind?

Kenn mich da nicht aus. :?:

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