Gleichberechtigung - kosten für Männer und Frauen Disco,Club

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ERC-3947
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Gleichberechtigung - kosten für Männer und Frauen Disco,Club

Beitrag von ERC-3947 » 13.07.09, 15:10

Auf vielen Comunities ,Kontaktseiten , Discos , Swingerclubs , in einigen Lokalen und auch auf vielen Veranstaltungen ist es mittlerweile üblich geworden das Männer teilweise enorme Anmelde bzw Eintrittspreise zahlen müssen und Frauen kostenlos reinkommen .

Ich wollte mal fragen in wie fern man dagegen etwas tun kann, denn Art 3 des Grundgesetzes sagt ja eindeutig das Niemand wegen seines Geschlechtes benachteiligt oder bevorzugt werden darf .

bin für Antworten dankbar

Questor

Beitrag von Questor » 13.07.09, 15:24

Gar nicht. Erstens soll das ein Schutz für Frauen sein und zweitens gibt es da schon ein Urteil über Friseure. Dort bezahlen Männer erheblich weniger als Frauen - für den selben Schnitt. Eine Frau hat dagegen auch geklagt und wurde abgewiesen, es sei rechtens.
Und hier ist es nun mal umgekehrt.

Elektrikör
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Beitrag von Elektrikör » 13.07.09, 18:14

Hallo,

das GG regelt m. W. nach die Dinge zw. Staat und Privatmensch, nicht aber zw. Privatmensch und Privatmensch



MfG
Alles hier von mir geschriebene stellt meine persönlichGanzFürMichAlleineMeinung dar
Falls in einer Antwort Fragen stehen, ist es ungemein hilfreich, wenn der Fragesteller diese auch beantwortet

windalf
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Beitrag von windalf » 13.07.09, 19:01

Gar nicht. Erstens soll das ein Schutz für Frauen sein und zweitens gibt es da schon ein Urteil über Friseure. Dort bezahlen Männer erheblich weniger als Frauen - für den selben Schnitt. Eine Frau hat dagegen auch geklagt und wurde abgewiesen, es sei rechtens.
Die Begründung finde ich so pauschal vergleichsweise arm, da die Leistungen bei einem Herren- bzw. Damenhaarschnitt wie oft am Zeitaufwand zu erkennen erheblich differieren...

Der Grund für unterschiedliche Preise beim Friseur liegt doch eigentlich nicht im Geschlecht begründet sondern in der Leistung selbst. Es gibt auch viele Friseure die Frauen zu Männerpreisen die Haare schneiden, wenn die auch "nur kürzer" bestellen...
...fleißig wie zwei Weißbrote
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

spraadhans
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Beitrag von spraadhans » 13.07.09, 19:25

Und genau die Kombination meiner beiden Vorredner ist auch des Rätsels Lösung:

1.) Nur der Staat ist unmittelbar an die Grundrechte gebunden, vgl. Art. 1 III GG

2.) Um überhaupt eine Verletzung von Art. 3 II GG rügen zu können, müssen vergleichbare Sachverhalte vorliegen, was beim Friseur ja schon mal abwegig ist.
Für alle anderen Fälle kann eine Ungleichbehandlung sachlich gerechtfertigt sein.

Die Kontrolle über die mittelbare Drittwirkung kann im Privatrecht m.E. nur sehr grobe UNgleichbehandlungen korrigieren und das ist letztlich auch gut so.

questionable content
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Beitrag von questionable content » 13.07.09, 20:45

Questor hat geschrieben:Gar nicht. Erstens soll das ein Schutz für Frauen sein und zweitens gibt es da schon ein Urteil über Friseure. Dort bezahlen Männer erheblich weniger als Frauen - für den selben Schnitt. Eine Frau hat dagegen auch geklagt und wurde abgewiesen, es sei rechtens.
Und hier ist es nun mal umgekehrt.
Und bevor die Frage aufkommt: das AGG erfasst solche Konstellationen nicht. Es gibt i.W. nur für einige wenige bestimmte Vertragsarten.

Weiterhin muss man auch ganz klar darauf hinweisen, dass es für eine Diskriminierung absolut nicht ausreicht, wenn eine Person "ungleich" behandelt wird.
Vielmehr ist stets erfoderlich, dass diese Ungleichbehandlung weiterhin nicht durch einen sachlichen (rechtlich anerkennenswerten) Grund begründet ist.

Liegt eine solche sachliche Rechtfertigung vor, dann war es das.

Vorliegend könnte man eine solche Rechtfertigung durchaus andenken. Denn selbst das Bundesverfassungsgericht hat zu Art 3 GG eindeutig anerkannt, dass sexuell und genetisch determinierte Aspekte der Geschlechter ebenso wie deren unmittelbare soziale Ausstrahlungen eine sachliche Rechtfertigung bilden, wenn sie den Hintergrund der jeweiligen Regelung bilden..

So mags denn auch nicht überraschen, dass das Mutterschutzgesetz verfasungskonform ist, obwohl hier doch glatt nur Frauen Sonderleistungen von Staat und Arbeitgeber anlässlich Schwangerschaft und Geburt erhalten. Streng genommen nicht nur sachlich gerechtfertigt, sondern sogar trotz dieser Rechtfertigung eine völlig überflüssige Geschlechtertrennung...das ganze Gesetz hätte komplett geschlechtsneutral formuliert werden können und es hätte sich im Ergebnis auch nichts geändert.

Nun ja...jedenfalls bis zu dem Tag, an dem ein Transsexueller mit rechtlicher Anerkennung als Mann aufgrund verpatzter Operation oder aus sonstigen Gründen verbleibender Gebärfähigkeit "Vaterschutz" beantragt.


Konkret am Beispiel von Clubs oder Kontakplattformen konnte man daher auf folgende rechtliche Idee kommen:

Wenn nun aber bei solchen Plattformen nun mal *Männlein* mit *Weiblein* verkuppelt werden sollen und es sind nicht genug *Weiblein* pro* Männlein* vorhanden, dann könnte z.B. der Aspekt "ausgewogenes Mischverhältnis der Geschlechter" für eine "Frauenförderung" durch einen Preisnachlass rechtfertigend sein.
Few people are capable of expressing with equanimity opinions which differ from the prejudices of their social environment. Most people are even incapable of forming such opinions.

windalf
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Beitrag von windalf » 13.07.09, 23:46

So mags denn auch nicht überraschen, dass das Mutterschutzgesetz verfasungskonform ist, obwohl hier doch glatt nur Frauen Sonderleistungen von Staat und Arbeitgeber anlässlich Schwangerschaft und Geburt erhalten. Streng genommen nicht nur sachlich gerechtfertigt, sondern sogar trotz dieser Rechtfertigung eine völlig überflüssige Geschlechtertrennung...das ganze Gesetz hätte komplett geschlechtsneutral formuliert werden können und es hätte sich im Ergebnis auch nichts geändert.
Wobei genau betrachtet sorgt diese Regelung doch erst für eine stärkere Diskriminierung des weiblichen Geschlechts bei Arbeitgebern. Würde man auch den Männern das einräumen, würde das die aus Sicht der Gleichberechtigung eigentlich einen Schritt in die Richtung Richtung sein (Männer würden dann als AN einen Schritt unbeliebter werden in Richtung Frauen)...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

0Klaus
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Beitrag von 0Klaus » 14.07.09, 20:50

Hallo,

der Anwendungsbereich des AGG ist grundsätzlich eröffnet.

Nach § 19 Abs. 1 Nr. 1 AGG gilt:
[Verträge die] typischerweise ohne Ansehen der Person zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen (Massengeschäfte) oder bei denen das Ansehen der Person nach der Art des Schuldverhältnisses eine nachrangige Bedeutung hat und die zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen
Eine unterschiedliche Behandlung setzt einen sachlichen Grund voraus. Dabei kommt man auf das gleiche Problem aus dem Arbeitsrecht zurück. Hier stellt sich die Frage ob solche Einrichtungen nur bestimmte Personengruppen eines Geschlechts einstellen dürfen, da hierdruch Kunden des anderen Geschlechts angesprochen werden sollen.

Jedenfalls hat die Österreichische Gleichbehandlungskommisson eine Diskriminierung bei unterschiedlichen Diskopreisen festgestellt:
http://journal.juridicum.at/?c=142&a=2105

Da in diesem Bereich im wesentlichen europäische Richtlinien umgesetzt worden sind, dürfte der Fall in Dtschl. ähnlich sein.
mfg
Klaus

Tastenspitz
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Beitrag von Tastenspitz » 14.07.09, 21:15

Was zahlt dann wohl ein Transsexueller :shock: :?
Ach egal. AGG wird´s schon richten.
Irgend einer/eine wird schon die obersten Richter/Richterinnen in dieser Sache bemühen. Und dann werden alle das gleiche Zahlen. Gleichviel. Nicht gleichwenig wohlgemerkt :wink:
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

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Beitrag von Ronny1958 » 15.07.09, 06:22

Tastenspitz hat geschrieben:AGG wird´s schon richten.

Irgend einer/eine wird schon die obersten Richter/Richterinnen in dieser Sache bemühen. Und dann werden alle das gleiche Zahlen. Gleichviel. Nicht gleichwenig wohlgemerkt :wink:
Das AGG stand von Anfang an im Verdacht zu einem Totschlagargument zu verkommen.

Was bislang an Entscheidungen hierzu bekannt wurde (Stichwort: Bewerbungsabzocker), lässt weiteres Übel befürchten.

Möglicherweise wird dann der in einigen Rechtsbereichen zum Jehova (Monty Python) mutierte Art. 6 GG abgelöst ;)
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Michael A. Schaffrath
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Beitrag von Michael A. Schaffrath » 15.07.09, 10:47

0Klaus hat geschrieben:
[Verträge die] typischerweise ohne Ansehen der Person zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen (Massengeschäfte) oder bei denen das Ansehen der Person nach der Art des Schuldverhältnisses eine nachrangige Bedeutung hat und die zu vergleichbaren Bedingungen in einer Vielzahl von Fällen zustande kommen
Richtig soweit; das ist aber in der Beispielsituation eben nicht so, weil hier das "Ansehen der Person" eine vorrangige Bedeutung hat (Stichwort: "Du kommst hier net rein").
0Klaus hat geschrieben:Hier stellt sich die Frage ob solche Einrichtungen nur bestimmte Personengruppen eines Geschlechts einstellen dürfen, da hierdruch Kunden des anderen Geschlechts angesprochen werden sollen.
"Einstellen"? Es geht doch um Kontrahierung.

Natürlich sind solche Überlegungen (ausgewogenes Geschlechterverhältnis) in solchen Fällen sachbezogen. Von einer Tanzschule wird auch niemand verlangen, daß sie bei Anmeldungen zu Tanzkursen nicht mehr darauf achten darf, daß gleich viele Männlein wie Weiblein dabei sind.
DefPimp: Mein Gott
Biber: Nö, war nur M.A.S. Aber hier im Forum ist das schon ziemlich dicht dran.

Chabos wissen, wer der M.A.S. ist.

Dipl.-Sozialarbeiter
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Re: Gleichberechtigung - kosten für Männer und Frauen Disco,

Beitrag von Dipl.-Sozialarbeiter » 15.07.09, 11:32

ERC-3947 hat geschrieben:Auf vielen Comunities ,Kontaktseiten , Discos , Swingerclubs , in einigen Lokalen und auch auf vielen Veranstaltungen ist es mittlerweile üblich geworden das Männer teilweise enorme Anmelde bzw Eintrittspreise zahlen müssen und Frauen kostenlos reinkommen .
...
Dem Männerüberschuß steht bei solchem Kram meist ein Frauenunterangebot gegenüber. Im Fach Wirtschaft wird Dir gerne das ökonomische Prinzip von Angebot und Nachfrage erklärt. Dies nennt sich dann freie Marktwirtschaft.
ERC-3947 hat geschrieben:...
Ich wollte mal fragen in wie fern man dagegen etwas tun kann, denn Art 3 des Grundgesetzes sagt ja eindeutig das Niemand wegen seines Geschlechtes benachteiligt oder bevorzugt werden darf .

bin für Antworten dankbar
Art. 3 GG kannste hier knicken. Entweder eine eigene Frau suchen oder zahlen.

Und nun weiter mit den wirklich wichtigen Themen. Was gibt es heute Abend zu essen?

windalf
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Beitrag von windalf » 15.07.09, 11:49

Dem Männerüberschuß steht bei solchem Kram meist ein Frauenunterangebot gegenüber. Im Fach Wirtschaft wird Dir gerne das ökonomische Prinzip von Angebot und Nachfrage erklärt. Dies nennt sich dann freie Marktwirtschaft.
Hmm also in dem einen oder anderem FIlm lernt man doch aber, dass ein 1:1 Verhältnis... äh zur äh vollständigen Befriedigung von (Angbot und) Nachfrage gar nicht äh notwendendig und altbacken ist.

Äh wie hieß der eine doch gleich. Irgendwas mit Dreilochstuten oder so ...

Da Gleichberechtigung etwas ganz modernes ist könnte man nun doch ableiten ... *und weg*...
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Zitat Karsten: Das beweist vor Allem, dass es windalf auch nicht gibt.

0Klaus
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Beitrag von 0Klaus » 15.07.09, 18:39

Hallo,

die Regelung in Österreich scheint auch nicht zu einem Zusammenbruch der Diskotheken geführt zu haben, so dass das Vorliegen eines sachlichen Grundes fraglich ist.
mfg
Klaus

Wächter
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Beitrag von Wächter » 17.08.09, 08:51

Elektrikör hat geschrieben:Hallo,

das GG regelt m. W. nach die Dinge zw. Staat und Privatmensch, nicht aber zw. Privatmensch und Privatmensch



MfG
seit dem Lüth Urteil findet der Grundrechtsschutz auch Auswirkungen im Verhältnis Bürger / Bürger; wobei die Grundrechte primär Abwehrrechte gegen den Staat darstellen.

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