Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

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neologica
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Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von neologica » 11.05.12, 13:17

Guten Tag,

gibt es eine Möglichkeit eine Organisation offiziell als Sekte bezeichnen und einordnen zu können?

Danke.
Grüße
neologica

Elyss
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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von Elyss » 11.05.12, 13:25

Das ist ein sehr schwieriges Thema und wird sehr unterschiedlich definiert, abhängig davon, ob man z.B. von der theologischen oder der soziologischen Seite an die Sache ran geht.

Auf staatlicher Ebene gibt es auch Ansichten, die den Begriff komplett "Sekte" vermeiden.
Grüßle

Elyss

juggernaut
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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von juggernaut » 11.05.12, 13:26

neologica hat geschrieben:gibt es eine Möglichkeit eine Organisation offiziell als Sekte bezeichnen und einordnen zu können?
nein, warum auch, denn "sekte" ist kein rechts- oder staatswissenschaftlicher begriff.


welchem ziel soll denn diese einordnung dienen?
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von neologica » 11.05.12, 13:37

Das Ziel wäre eine Organisation, die sektiererisch vorgeht, zu schließen.

Die Seite wäre eher die soziologische. Weil die Organisation nicht direkt religiöser Natur ist.

Gibt es da einen "rechts- und staatswissenschaftlichen Begriff" für solche Organisationen?

Auf diesem Link ist eine sehr gute Beschreibung zu finden und sie trifft auf das, was da "umgangssprachlich" bezeichnet worden ist:
http://www.hilfe24.de/sekten_definition.htm
Grüße
neologica

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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von Elyss » 11.05.12, 13:39

Selbst wenn man die Organisation als Sekte definieren würde, könnte man sie noch lange nicht "schließen"
Grüßle

Elyss

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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von neologica » 11.05.12, 13:48

ok.. aber offiziell zu "Definieren" wäre schon mal ein Fortschritt. Gibt es da Möglichkeiten so etwas zu erreichen?
Grüße
neologica

juggernaut
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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von juggernaut » 11.05.12, 13:52

neologica hat geschrieben:ok.. aber offiziell zu "Definieren" wäre schon mal ein Fortschritt. Gibt es da Möglichkeiten so etwas zu erreichen?
was soll denn das werden? ich hatte doch schon geschrieben, dass "sekte" kein fachbegriff ist. also gibt´s dazu auch keine definition, schon gar nicht eine offizielle. und selbst wenn es eine definition gäbe, nutzt das ebenfalls nix.

verbieten kann man organisationen zB, wenn sie verfassungswidrig sind. dazu reicht es aber beileibe nicht aus, dass man an das fliegende spaghettimoster glaubt oder nachts tote hühner isst und dabei 3x über die linke schulter guckt.
juggernaut
Redfox hat geschrieben:Das ist ein Irrtum. Beamte arbeiten nicht. Sondern ... machen sonstwas. Aber arbeiten tun sie nicht.

neologica
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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von neologica » 11.05.12, 14:10

was das werden soll habe ich hingeschrieben.

dass die Organisation "an das fliegende spaghettimoster glaubt oder nachts tote hühner isst" habe ich nicht gesagt...
solche Banalitäten sind mir klar.

ist also die einzige Möglichkeit eine derartige Einrichtung rechtlich anzugreifen der Verfassungsschutz?
Grüße
neologica

DeaGereet
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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von DeaGereet » 17.05.12, 00:03

nur wenn diese Vereinigung verfassungsfeindliche Absichten hat, wie z.B. die Demokratie abzuschaffen.

Demand
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Re: Organisation als Sekte entlarven. Rechtslage?

Beitrag von Demand » 25.06.12, 21:19

@DeaGerreet

Genau so ist es.
Sekten * (Ich habe die Auffälligkeiten mal unten eingefügt) haben viele Gesichter und Ziele.
Eigentlich heisst Sekte "Glaubensgemeinschaft" hat aber mit Glauben im religiösen Sinne oft wenig zu tun. Denn Glaubende sind freiheitsliebende, lieberale und liebevolle Menschen...Gläubige hingegen tendieren stets zum Fanatismus, zur Zwangsmissionierung und zum Dogma schlechthin....
und müssen sich immer rechtsfertigen, wieso sie an etwas glauben, was es offiziell nicht gibt.

Will niemandem seine religöse Gefühle verletzen. Ist nur meine Meinung und ich unterscheide schon zwischen glaubend und gläubig.

Wenn z.B. paramilitärische Gruppen oder konspirative Vereinigungen / Organisationen / Vereine
beweisbar verfassungsfeindliches Gedankengut verbreiten und zur Gewalt gegen den Staat aufrufen und dergleichen.... dann können die verboten werden.

Das solche Extremgruppierungen "sektenartige Strukturen" innehaben, dürfte klar sein.
Zumindest muß es immer einen Oberguru geben, der das Sagen hat....und die Finanzen verwaltet :devil:

Sekten
Bei DER Gruppe finden Sie genau DAS, was Sie bisher vergeblich gesucht haben. Sie weiß erstaunlich genau, was Ihnen fehlt und was Sie bis jetzt alles falsch gemacht haben und warum Sie heute unglücklich oder krank sind.

Schon der erste Kontakt eröffnet Ihnen eine völlig neue Sicht der Dinge

Das Weltbild der Gruppe ist verblüffend einfach und erklärt jedes Problem.

Man versucht Sie emotional einzubinden. Die Mitglieder sind schnell Ihre "guten Freunde". Sie haben das aufklärungsverhindernde Gefühl, Ihre neuen Freunde mit Ihren kritischen Nachfragen zu enttäuschen.

Es ist schwer, sich ein genaues Bild von der Gruppe zu machen.
Sie sollen nicht nachdenken und prüfen. Ihre neuen Freunde sagen:
'Das kann man nicht erklären, das muß man erlebt haben;
hier geht es um andere Ebenen ...' und ähnliches...

Die Gruppe hat einen Führer, Meister, Guru oder ein Medium, der/die/das sich allein im Besitz der Wahrheit glaubt.

Die Lehre der Gruppe gilt als einzig echtes, ewig währendes und unantastbares und kostbares Wissen.

Wissenschaftliche Erklärungen, das eigene rationale Denken, der Verstand werden als Verkopfung, als negativ, satanisch oder unerleuchtet oder als Verschwörung einer politischen Gruppierung und als gefährliches Halbwissen abgelehnt.

Kritik durch Außenstehende wird als Beweis betrachtet,
daß die Gruppe (Sekte) recht hat. Das Motto einer Sekte heißt stets:
' Wer nicht für uns ist, ist automatisch gegen uns und wer gegen uns ist,
den ignorieren oder bekämpfen wir ! *

Die Welt treibt auf eine Katastrophe zu, und nur die Gruppe weiß,
wie die Welt zu retten ist. Es wird mit subtiler Erpressung gearbeitet.

Die Gruppe sieht sich als Elite, alle außerhalb sind auf dem falschen Weg.

Die Gruppe grenzt sich von der übrigen Welt durch detaillierte Verhaltensregeln ab, etwa durch eine eigene Sprache, Kleidung, Ernährung, Reglementierung des Alltags und der Gestaltung privater Beziehungen.

Die Gruppe bewirkt den Abbruch bisheriger Sozialbeziehungen, wenn es sein muß, sogar zu Familienmitgliedern, weil diese vermeintlich Ihre Entwicklung behinderten.

Die Gruppe reduziert Ihre Informationsaufnahme auf die eigene Ideologie (keine Medien, Presse, Literatur etc., Lektürebeschränkung auf gruppeneigene Informationsquellen) und beschäftigt sich mit nichts anderem.

Die Gruppe absorbiert nahezu Ihre gesamte Zeit mit Aufgaben und Gruppenaktivitäten (Verkauf von Büchern, Besuch von Kursen, Veranstaltungen, gruppeneigener Literatur, Werbung neuer Mitglieder usw.).

Sie sind selten allein, jemand aus der Gruppe holt sie ab, ruft Sie an, möglicherweise sollen Sie sogar in eine Wohngemeinschaft der Gruppe ziehen.

Die Kontrolle Ihres Privatlebens und ständiger Kontakt wird als "Unterstützung" bezeichnet, damit Sie den einzig rechten Weg nicht verfehlen.

Sie werden mehr und mehr isoliert, vom normalen Alltagsleben abgetrennt.

Wenn Sie zweifeln, ist das ein Ausdruck Ihres "Noch-nicht-soweit-Seins". Das System der Gruppe stimmt immer. Stellt sich der Erfolg bei Ihnen nicht ein, ist das Ihre Schuld, haben Sie nicht genug geglaubt, gelesen, verstanden, noch nicht ausreichend Seminare u.ä. besucht.

Die Gruppe verlangt (offen oder subtil) strikte Gefolgschaft und Unterordnung bis zur Selbstaufgabe - als den einzigen Weg zu Ihrer Entwicklung oder Rettung.

WER den tatsächlichen Nutzen davon hat, tritt nicht in den Vordergrund.

Es geht dabei aber immer um Geld und gesellschaftlichen Einfluß. Sektenbosse suchen stets Schlüsselpositionen in der Politik und Wirtschaft, um bestehende politische und soziale Systeme zu unterwandern.

Der Griff nach der eigenen Macht steht im Vordergrund, nicht die vorgegebene Verbesserung der Lebensbedingungen und der persönlichen Freiheit der Bevölkerung !

Das macht sie so gefährlich.
Nie hat ein Dichter die Natur so frei ausgelegt, wie ein Jurist die Wirklichkeit.
(Zitat von Jean Giraudoux)

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