Eines Parkplatzunfall beschuldigt + Polizeibesuch

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-q-
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Eines Parkplatzunfall beschuldigt + Polizeibesuch

Beitrag von -q- » 25.11.13, 16:22

Hallo Zusammen,

ich habe mal einige Fragen zu folgenden fiktiven Fall der mich gerade interessiert:
A und B bekommen einen Brief, in dem Sie des Unfalls auf einem Parkplatz beschuldigt werden. A und B könnten aber anhand von Kassenbons belegen, dass sie dort nicht einkaufen waren sondern ca. 35-40 km davon. (In mehreren Läden wie Real, (Wortsperre: Firmenname), (Wortsperre: Firma) etc.) In dem Brief wird angekündigt, dass sich die Polizei das Auto anschauen will.

Nun meine Fragen:
- Reicht die Tatsache, dass Einkaufsbelege für den Zeitraum vorliegen aus, um seine Unschuld zu beweisen? (Hinweis: Es wurde nicht mit Karte sondern Bar gezahlt)

- Sollten die Belege der Polizei, die sich das Auto anschauen will, mitgegeben werden (als Kopie ggf. beglaubigt)? Was wäre mit den entstandenen Kosten dafür?

- Haben A und B die Möglichkeit herauszubekommen, wer die Beiden beschuldigt hat? (ggf. Gegenanzeige möglich)

Gruß -Q-

Ronny1958
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Re: Eines Parkplatzunfall beschuldigt + Polizeibesuch

Beitrag von Ronny1958 » 25.11.13, 16:55

Die Kassenbons belegen eigentlich nur, dass irgendwer irgendwann etwas bei den genannten Firmen gekauft hat, mehr nicht.
Das Bonner Grundgesetz ist unverändert in Kraft. Eine deutsche Reichsverfassung, eine kommissarische Reichs-Regierung oder ein kommissarisches Reichsgericht existieren ebenso wenig, wie die Erde eine Scheibe ist. (AG Duisburg 26.01.2006)

Hans Ulg
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Re: Eines Parkplatzunfall beschuldigt + Polizeibesuch

Beitrag von Hans Ulg » 25.11.13, 16:58

Wer Ansprüche stellt muss den Beweis bringen, nicht A und B müssen etwas beweisen. Wenn allerdings Zeugenaussagen und Fahrzeugschaden stimmen, dann hilft auch nicht irgend ein Kassenbon.

Deputy
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Re: Eines Parkplatzunfall beschuldigt + Polizeibesuch

Beitrag von Deputy » 25.11.13, 17:01

Der Einkaufsbeleg bringt erst in Zusammenhang mit den Aussagen von A und B etwas (dass man dort eingekauft hat), da auf dem Einkaufsbeleg nicht vermerkt ist, wer tatsächlich eingekauft hat. Diesen Aussagen kann man glauben oder nicht.

Es kann auf jeden Fall nicht schaden, die Belege der Polizei mitzugeben. Die Kosten für die Kopie müsste man selber tragen. Alternativ könnte man die Beleg auch scannen und per eMail schicken. Die Belege sollten aufgehoben werden, damit sie vielleicht auch mal im Original in Augenschein genommen werden können. Auch Belege können gefälscht sein. Man kann auch bei der zuständigen Wache vorbeigehen, die Originale vorlegen und darum bitten, dass die Polizei sie kopiert - dann lagen der Polizei die Originale wenigstens vor.

Man kann bei der StA Einsicht in die Akte beantragen - die Frage ist aber, ob die StA schon was von dem Verfahren weiß. Wegen was wollen sie denn eine "Gegenanzeige" machen - sie wissen doch gar nicht, was der Anzeige zu Grunde liegt? Wäre es nicht erstmal sinnvoll, das herauszufinden?

MrMurphy
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Re: Eines Parkplatzunfall beschuldigt + Polizeibesuch

Beitrag von MrMurphy » 25.11.13, 17:44

Hallo,
Reicht die Tatsache, dass Einkaufsbelege für den Zeitraum vorliegen aus, um seine Unschuld zu beweisen?
Nein, eher im Gegenteil.

Es ist eine beliebte "Taktik" von Unfallflüchtigen schnell zu einem entfernten Supermarkt zu fahren und sich dort eine passende Quittung aus einem Papierkorb oder Einkaufswagen zu organisieren. Zudem sagt die Quittung weder etwas über den Käufer aus noch mit welchem Fahrzeug er vor Ort war.

Die Quittung wird nur hilfreich sein den persönlichen Schuldvorwurf zu entkräften, wenn gleichzeitig weitere (am besten mehrere) Angaben (Insider oder logisch) hinzukommen oder passen, zum Beispiel:

- Man kann den Kassierer / die Kassiererin beschreiben
- Man kauft regelmäßig in dem Supermarkt ein
- Der Supermarkt liegt auf einem üblichen Weg, zum Beispiel dem täglichen Arbeitsweg oder ist dem zumindest näher als der Unfallort
- Man kann belegen (zum Beispiel durch Vorzeigen) das man regelmäßig über einen längeren Zeitraum (mehrere Jahre) Quittungen ähnlicher Art sammelt und die älteren auch vorweisen. Ansonsten ist das Aufbewahren unglaubwürdig, da man zum Einkaufszeitpunkt nicht wusste, das sie als "Beweis" benötigt wird
- Man kann genau angeben, was man gekauft hat, grade auch die Gegenstände, die nicht aus einem eventuellen Text aus der Quittung hervorgehen, die aber vom Supermarkt bestätigt werden können
- Die (meisten) der Gegenstände kauft man regelmäßig und kann dies belegen
- Am besten wäre natürlich wenn es eine Kameraüberwachung gibt, auf der der Einkauf aufgezeichnet und mit den Daten auf dem Kassenbon in Einklang gebracht werden kann

Einen Kassenbon ohne weitere Insider-Angaben, die nur der Käufer kennen kann, kannst du auch gleich entsorgen.
Haben A und B die Möglichkeit herauszubekommen, wer die Beiden beschuldigt hat? (ggf. Gegenanzeige möglich)
Zeugen genießen einen gewissen Schutz. Deren Namen muss erst bei einem eventuellen Gerichtsverfahren offenbart werden. Vorher kommt es darauf an ob zu befürchten ist, das die Beschuldigten die Zeugen zum Beispiel einschüchtern wollen.

Gruss

MrMurphy

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