Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Moderator: FDR-Team

Heckersbruch
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von Heckersbruch »

Da möchte ich wiedersprechen:
Aus der gesetzlichen Regelung geht nicht hervor, was da gemeint sein könnte. Dort steht nur, dass der Verkehr, der sich auf diesem fahrstreifen befindet, Vorfahrt hat. Der Sportwagen befindet sich auf diesem Fahrstreifen, ergo hat er Vorfahrt.

In wie weit sich dies auf eventuelle Haftungsfragen im falle eines Unfalls auswirkt, dass er sich zuvor eventuell (und nochmal: Das geht aus dem Eingangs-Threat nicht hervor) verbotswidrig verhalten hat, steht auf einem anderen Blatt, denn auch von einem Unfall, bei dem ein Schaden entstanden ist, steht hier nichts.
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung!

ACHTUNG: Recht und Gerechtigkeit sind zwei verschiedene Paar Schuhe!

rabenthaus
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von rabenthaus »

Hallo

da deuteln Sie aber viel am Gesetz herum. Vorfahrt hat wer sich schon auf dem durchgehenden Fahrstereifen befand, nicht derjenige der Verbotsswidrig auf diesem Fahrstreifen überholt.

Man muss seine Geschwidigkeit an das vor einem fahrende Fahrzeug anpassen. Zu spekulieren der könne ja beschleunigen oder einen links vorbeifahren lassen, obwohl man sich hinter ihm einordnen müsste ist grob fehlerhaft und straßenverkehrswidrig.

Wie heiß er so schön "Rücksicht kommt an". Auich wenn es witziger Weise immer wieder behauptet wird. Im Sportpakett ist keine eigebaute Vorfahrt enthalten.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

flokon
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von flokon »

rabenthaus hat geschrieben:
Wie heiß er so schön "Rücksicht kommt an". Auich wenn es witziger Weise immer wieder behauptet wird. Im Sportpakett ist keine eigebaute Vorfahrt enthalten.
Och wer weiß, der ein oder andere Sportwagenhersteller hat sicher schon ein Konzept zu einem Annährungssensor in der Schublade, der automatisch bei zu wenig Abstand auf dem linken Fahrstreifen die Lichthupe betätigt, so dass der Fahrer in Ruhe weiter telefonieren kann. :christmas

Tastenspitz
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von Tastenspitz »

Schildern wir das Ganze spasseshalber doch mal aus Sicht des Sportwagenfahrers:

Der fährt hinter einem Fahrzeug auf den Beschleunigungsstreifen in Richtung Autobahn auf. Plötzlich wird das Fahrzeug ohne einen für ihn erkennbaren Grund langsamer und bremst (?). Um nicht ebenfalls dort hinter einem mglw. defekten Fahrzeug zu stehen, fährt der Sportwagenfahrer auf die Autobahn auf. In dem Moment fahrt der langsame Fahrer ebenfalls mit sehr geringer Geschwindigkeit abrupt vor dem Sportwagen auf die rechte Spur. Um einen Unfall zu vermeiden muß eine Gefahrenbremsung gemacht werden. Auch mehrere Fahrzeuge hinter dem Sportwagen wird noch heftig gebremst um Auffahrunfälle zu vermeiden.
Wer für generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen ist, hebe bitte den rechten Fuß.
Für individuelle Rechtsberatung bitte "ALT" und "F4" auf der Tastatur gleichzeitig drücken.

Hans Ulg
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von Hans Ulg »

Wenn man davon ausgeht, dass Vorfahrtrecht auch zwischen Fahrzeugen, die auf ein Vorfahrtstraße auffahren untereinander gilt, dann hätte also auch ein Linksabbieger Vorfahrt gegenüber Entgegenkommenden, weil er sich früher auf der Vorfahrtstraße befand.

kode
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von kode »

Tastenspitz hat geschrieben:Schildern wir das Ganze spasseshalber doch mal aus Sicht des Sportwagenfahrers:

Der fährt hinter einem Fahrzeug auf den Beschleunigungsstreifen in Richtung Autobahn auf. Plötzlich wird das Fahrzeug ohne einen für ihn erkennbaren Grund langsamer und bremst (?).
Der vorausschauend fahrende Sportwagenfahrer erkennt hier natürlich den Grund: Ein weiteres Fahrzeug befindet sich auf der rechten Fahrspur auf Höhe des vorausfahrenden Fahrzeuges. Um die Lücke hinter diesem Fahrzeug zum Einscheren zu nutzen, verringert der Auffahrende seine Geschwindigkeit.
Tastenspitz hat geschrieben:Um nicht ebenfalls dort hinter einem mglw. defekten Fahrzeug zu stehen, fährt der Sportwagenfahrer auf die Autobahn auf. In dem Moment fahrt der langsame Fahrer ebenfalls mit sehr geringer Geschwindigkeit abrupt vor dem Sportwagen auf die rechte Spur.
Den Idealfahrer vorausgesetzt (!) hat der vorausfahrende natürlich bereits seinen Blinker links gesetzt und macht somit unmissverständlich klar, dass er einen Spurwechsel beabsichtigt. Somit kann ein "abruptes Fahren auf die rechte Spur" wohl ausgeschlossen werden.
Tastenspitz hat geschrieben: Um einen Unfall zu vermeiden muß eine Gefahrenbremsung gemacht werden. Auch mehrere Fahrzeuge hinter dem Sportwagen wird noch heftig gebremst um Auffahrunfälle zu vermeiden.
Das starke Beschleunigen, worauf die Gefahrenbremsung folgt, hätte sich der Sportwagenfahrer schenken können, da es anscheinend die Verkehrslage nicht zugelassen hat.

Uwe Mettmann
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von Uwe Mettmann »

kode hat geschrieben:
Das starke Beschleunigen, worauf die Gefahrenbremsung folgt, hätte sich der Sportwagenfahrer schenken können, da es anscheinend die Verkehrslage nicht zugelassen hat.
Nun, wenn sich der Sportwagen auf der Beschleunigungsstreifen in einem üblichen Sicherheitsabstand hinter dem Fahrzeug des TEs befand, dann konnte er auf der rechten Spur doch gar nicht stark beschleunigen, weil er sonst in den LKW reingeknallt wäre, der sich nun mal auf der Höhe des TE-Fahrzeugs befand.


Gruß

Uwe

rabenthaus
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Re: Vorfahrt auf der Autobahn - Rechtslage

Beitrag von rabenthaus »

Hallo

ich denke der grundsätzliche Ansatz von Tastenspitz ist schon eine gute Idee. Die Frage ist nur wie man dass dann am Ende interpretiert.

Aus meiner Sicht: Wenn man das so stehen lässt wie Tastenspitz es schreibt zeigt es, dass der Sportwagenfahrer ein unnötiges Risiko eingegangen und weder den nachfolgenden Verkehr, noch den vorausfahrenden Verkehr beobachtet hat. Der Sportwagenfahrer hat darauf spekulioert, dass er schneller ist als die anderen und deshalb mal eben so vorbei ziehen kann. Er hat also nur eine mögliche Ursache für das Verhalten der anderen Autofahrer in betracht gezogen und damit die falschen Schlussfolgerungen aus dem Verhalten der anderen Fahrer gezogen.
Wir sind dafür, dass wir dagegen sind.

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