Schuldfrage Wendeversuch

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MarkusToe
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Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von MarkusToe » 21.03.16, 15:39

Hallo Gemeinde

wie siehts hier aus

A will auf einer breiten Straße wenden, in der Mitte ist eine (schlecht sehbare) Sperrfläche. A muss wegen Gegenverkehr anhalten und steht leicht schräg auf der eigenen Fahrbahn, Blinker links an
B fährt A in die Fahrertür - hat A eine Mitschuld?

ktown
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von ktown » 21.03.16, 15:49

Ist die Sperrfläche in irgendeiner Weise wichtig für den Sachverhalt, oder kann man diesen auf die Basis: A führt das Wenden in 3 Zügen durch und B fährt ihm ins Auto reduzieren?

Wenn dem so ist, folgende Fragen:
Wurde das Wendemanöver verkehrsrechtlich frühzeitig und korrekt angezeigt?
Wurde auf den fließenden Verkehr geachtet und Rücksicht genommen?

Wenn beides mit ja zu beantworten ist, dann trifft B die volle Schuld.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

MarkusToe
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von MarkusToe » 21.03.16, 16:18

kommentar der Polizei: das überfahren einer Sperrfläche ist verboten, deshalb unklare Schuldfrage.

A wollte diese überfahren, hat aber nicht....
Zuletzt geändert von hawethie am 21.03.16, 18:06, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: nanana

hambre
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von hambre » 21.03.16, 17:12

Wenn beides mit ja zu beantworten ist, dann trifft B die volle Schuld.
Das sehe ich nicht so (§ 9 Abs. 5 StVO). Wenn es beim Wenden zu einem Unfall kommt, dann hat derjenige, der wendet sich offenbar nicht so verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Außerdem hat (wollte) A noch eine Sperrfläche überfahren.

A hat daher sowohl gegen § 9 Abs. 5 StVO als auch gegen die Regeln zum Zeichen 298 (Sperrfläche) verstoßen. A trifft daher in jedem Fall eine Mitschuld. Aus der Darstellung wird nicht klar, was genau B falsch gemacht hat, d.h. gegen welche Vorschrift B verstoßen hat. Insgesamt ist daher auch denkbar, dass A die Alleinschuld trifft.
A wollte diese überfahren, hat aber nicht....
Man darf sich aber auch nicht quer auf die Straße stellen.

ktown
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von ktown » 21.03.16, 17:35

MarkusToe hat geschrieben:Trachtenverein kommentar
Was hat jetzt ein Trachtenverein mit der Rechtslage zutun? :?:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

hambre
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von hambre » 21.03.16, 17:56

Trachtenverein = Polizei

ktown
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von ktown » 21.03.16, 18:05

hambre hat geschrieben:Trachtenverein = Polizei
:lachen: :lachen: :lachen: ich werd alt.
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Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

hawethie
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von hawethie » 21.03.16, 18:09

ich hab den Trachtenverein oben mal rausgenommen, die Kommentare aber gelassen.

Ich weiss nicht, ob der TE es mögen würde, würde er hier durchgängig als "Verkehrsrüpel" bezeichnet.
Polizisten haben eh für ihre Arbeit ein schlechtes Standing - da brauchen sie nicht auch noch so "lustige Bezeichnungen"
Was du nicht willst, das man dir will, das will auch nicht -
was willst denn du.

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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von all-in » 21.03.16, 18:56

hambre hat geschrieben:Wenn es beim Wenden zu einem Unfall kommt, dann hat derjenige, der wendet sich offenbar nicht so verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.
Dem ist ja nun nicht so, denn auch durch ein denkbar höchstes Maß an Vorsicht kann nicht ausgeschlossen werden, dass jemand um die Ecke gedonnert kommt und in den wendenden Wagen kracht. Rein durch die Anwesenheit liegt meines Erachtens noch keine Gefährdung im Sinne der Vorschrift vor.

hambre
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von hambre » 21.03.16, 22:49

Dem ist ja nun nicht so, denn auch durch ein denkbar höchstes Maß an Vorsicht kann nicht ausgeschlossen werden, dass jemand um die Ecke gedonnert kommt und in den wendenden Wagen kracht.
Wenn man an einer Stelle wendet, an der das passieren kann, dann ist das denkbar höchste Maß an Vorsicht, dort nicht zu wenden.
Rein durch die Anwesenheit liegt meines Erachtens noch keine Gefährdung im Sinne der Vorschrift vor.
Wenn die Anwesenheit darin besteht, mehr oder weniger quer auf der Straße zu stehen, dann stellt schon die Anwesenheit eine Gefährdung dar.

Einzige Ausnahme dürfte der Fall sein, dass sich B grob verkehrswidrig verhalten hat. Darauf hat aber der TE nicht den geringsten Hinweis gegeben.

Da der TE aber keine gegenteiligen Hinweise gegeben hat, gehe ich davon aus, dass B lediglich gegen den § 1 StVO verstoßen hat, indem er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen hat. Mit so einem Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers muss A aber rechnen, wenn er wendet. Aber selbst für einen Verstoß des B gegen den § 1 StVO gibt es in der Fragestellung keinen Anhaltspunkt.

Wenn ich mir z.B. das Urteil des OLG Saarbrücken vom 15.03.2005 (Az.: 4 U 17/05) anschaue, dann darf man auch für den hier diskutierten Fall durchaus von einer Haftungsquote von 75% des A ausgehen. Sollte der TE das anders sehen, möge er bitte darlegen, welches Verschulden den B trifft. Sollte dem TE dazu gar nichts einfallen, dann erhöhe ich die Haftungsquote des A auf 100%.

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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von MarkusToe » 22.03.16, 07:43

wenn es zur Sache beträgt

Strasse sehr breit..., keine Kurve, Kuppe oder ähnliches

Hans Ulg
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von Hans Ulg » 22.03.16, 11:30

MarkusToe hat geschrieben:wenn es zur Sache beträgt

Strasse sehr breit..., keine Kurve, Kuppe oder ähnliches
Wenn die Fahrbahn breit genug für 2 Fahrstreifen war, dann hat A wahrscheinlich zusätzlich einen Fahrstreifenwechsel vom rechten auf den linken Fahrstreifen gemacht und ist dann auch noch quer auf diesem stehen geblieben. Dann sehe ich keinerlei Mitverschulden von B, weil ihm z.B. auch kein zu geringer Sicherheitsabstand vorgeworfen werden kann, wenn er auf dem linken Fahrstreifen fuhr.

MarkusToe
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von MarkusToe » 22.03.16, 16:06

nein eine Fahrspur...aber recht breit - ein PKW passt quer dicke drauf

hambre
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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von hambre » 22.03.16, 20:43

wenn es zur Sache beträgt

Strasse sehr breit..., keine Kurve, Kuppe oder ähnliches
Aus den Eigenschaften der Straße kann kein Fehlverhalten des B abgeleitet werden.

Wenn hier nicht einmal ansatzweise ein Fehlverhalten von B dargestellt werden kann, dann trifft A wohl die Alleinschuld.

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Re: Schuldfrage Wendeversuch

Beitrag von biscuitdealer » 29.03.16, 09:44

Vielleicht sollte geschildert werden wie es zum Unfall mit B kam

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