Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Moderator: FDR-Team

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Altbauer
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Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von Altbauer »

Herrn A ist ein Fehler unterlaufen :
Eine Autobahnauffahrt führt in eine Autobahn-Baustelle.
An dieser Stelle ist die Autobahn nur noch einspurig, Die Geschwindigkeit ist auf 60 km/h beschränkt.
Herr A hat ein STOP - Schild zu beachten.

Herr A hält am STOP-Schild . Er sieht von links einen LKW auf der Autobahn herankommen.
Er glaubt, noch gefahrlos auffahren zu können.
Also fährt er auf die Autobahn auf und beschleunigt zügig auf 60 km/h

Nun ertönt die Hupe des LKWs.
Herr A sieht im Rückspiegel den LKW sehr dicht aufgefahren. Offensichtlich hat er die Geschwindigkeit des LKWs
falsch eingeschätzt.

Der LKW bleibt ca 1 Minute lang sehr dicht hinter Herrn A ( der 60 km/h fährt / entsprechend der Beschilderung an der Autobahn) Außerdem hupt der LKW andauern und durchgehen etwa eine halbe Minute lang.
Zu einem Unfall kommt es gottlob nicht.


Frage : Wie sollte sich Herr A nun verhalten ?
- Ich gehe davon aus, dass Herr A einen Verstoß begangen hat, als er auf die Autobahn auffuhr und er die
Geschwindigkeit des LKWs falsch eingeschätzt hat.
- Das dichte Auffahren LKWs könnte aus dem Zorn des Fahrers heraus geschehen sein, aber auch deswegen,
weil der LKW nun wegen eigener zu hoher Geschwindigkeit nun echte Probleme hat.
Wenn Herr A aber nun schneller als die erlaubten 60 km/h , dann begeht er gleich den nächsten Verstoß.

SusanneBerlin
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von SusanneBerlin »

Altplenker hat geschrieben:Frage : Wie sollte sich Herr A nun verhalten ?
Man ist nicht verpflichtet, sich bei begangenen Verkehrsverstößen selber anzuzeigen. Herr A kann/darf also einfach nichts machen und sich vornehmen, beim nächstenmal besser aufzupassen.

Hier ist noch eine informative Seite für Sie:
http://www.pflegewiki.de/wiki/Plenken
Grüße, Susanne

ktown
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von ktown »

Altbauer hat geschrieben:Ich gehe davon aus, dass Herr A einen Verstoß begangen hat, als er auf die Autobahn auffuhr und er die
Geschwindigkeit des LKWs falsch eingeschätzt hat.
Wieso? Kann es nicht auch sein, dass der LKW zu schnell fuhr?
Altbauer hat geschrieben:Wie sollte sich Herr A nun verhalten ?
das! :liegestuhl: und mehr nicht.
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Hans Ulg
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von Hans Ulg »

"Mit Lkw über 3,5 t bei mehr als 50 km/h auf der Autobahn den Mindestabstand von 50 m nicht eingehalten." Macht 80 EUR + 1 Punkt . Der LKW-Fahrer sitzt ganz schön im Glashaus und sollte daher nicht mit Anzeigen werfen.
Zuletzt geändert von Hans Ulg am 11.11.17, 16:19, insgesamt 1-mal geändert.

ktown
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von ktown »

Hans Ulg hat geschrieben:
Nichteinhalten des erforderlichen Mindestabstandes von 50 m bei einer Geschwindigkeit von mehr als 50 km/h auf einer Bundesautobahn mit einem kennzeichnungspflichtigen Kraftfahrzeug über 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht/Kraftomnibusses mit Fahrgästen
Macht 120 EUR + 1 Punkt
Das wird der LKW-Fahrer wohl nicht riskieren wollen.
Was zu beweisen wäre. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

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winterspaziergang
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von winterspaziergang »

Altbauer hat geschrieben: Nun ertönt die Hupe des LKWs.
Herr A sieht im Rückspiegel den LKW sehr dicht aufgefahren. Offensichtlich hat er die Geschwindigkeit des LKWs
falsch eingeschätzt.

Der LKW bleibt ca 1 Minute lang sehr dicht hinter Herrn A ( der 60 km/h fährt / entsprechend der Beschilderung an der Autobahn) Außerdem hupt der LKW andauern und durchgehen etwa eine halbe Minute lang.
Zu einem Unfall kommt es gottlob nicht.


Frage : Wie sollte sich Herr A nun verhalten ?
- Ich gehe davon aus, dass Herr A einen Verstoß begangen hat, als er auf die Autobahn auffuhr und er die
Geschwindigkeit des LKWs falsch eingeschätzt hat.
mag sein- das berechtigt den LKW-Fahrer aber nicht zum Missbrauch des Warnhinweises einer Hupe.
- Das dichte Auffahren LKWs könnte aus dem Zorn des Fahrers heraus geschehen sein, aber auch deswegen,
weil der LKW nun wegen eigener zu hoher Geschwindigkeit nun echte Probleme hat.
Das ist das Problem des LKW-Fahrer.
Im Übrigen hat jeder Verkehrsteilnehmer sich so zu verhalten, dass er andere nicht gefährdet.

Ein Fehler eines anderen berechtigt weder einen eigenen Verstoß zu begehen, noch ist man als Fahrer davon befreit durch eigenes mögliches Reagieren, eine Gefahr abzuwenden.
Im Fall eines Unfalls kann es zu einer Mitschuld bis Straffälligkeit führen, wenn sich herausstellt, dass das Beharren auf die eigene Vorfahrt oder das Abstrafen eines Vorfahrtsmissachtung durch Nichtdrosselung der eigenen Geschwindigkeit erst den Unfall provoziert hat.
Wenn Herr A aber nun schneller als die erlaubten 60 km/h , dann begeht er gleich den nächsten Verstoß.
Wenn Herr A schneller fahren muss, weil der Lkw-Fahrer nicht abbremst, obwohl er konnte und Herr A sonst den LKW im Kofferraum hängen hat, hat der LKW-Fahrer sich der Nötigung schuldig gemacht.

ktown
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von ktown »

winterspaziergang hat geschrieben:hat der LKW-Fahrer sich der Nötigung schuldig gemacht.
was im Gegensatz zum unvorsichtigen einfahren keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat wäre. :wink:
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

gmmg
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von gmmg »

Altbauer hat geschrieben:Der LKW bleibt ca 1 Minute lang sehr dicht hinter Herrn A ( der 60 km/h fährt / entsprechend der Beschilderung an der Autobahn) Außerdem hupt der LKW andauern und durchgehen etwa eine halbe Minute lang.
Zu einem Unfall kommt es gottlob nicht.
Nicht auszuschliesne ist, dass es hinter dem LKW zu einem Unfall kam, auf den der Fahrer ausmerksam machen wollte. Dann prost Mahlzeit!
Altbauer hat geschrieben:Herrn A ( der 60 km/h fährt / entsprechend der Beschilderung an der Autobahn)
Kleine Anmerkung: im Gegensatz zum Tacho von LKW sind die von PKW nicht geeicht und zeigen meiste eine höhere Geschwindigkeit an als tatsächlich gefahren. Mit einer App wie "GPS Status" kann man die Abweichung überprüfen.
https://www.derwesten.de/auto/wie-genau-ist-eigentlich-der-tacho-im-auto-id4811954.html hat geschrieben:Gesetzlich ist es vorgeschrieben, dass die Tachometer im Auto nicht ganz exakt die wahre Geschwindigkeit anzeigen. Sie müssen innerhalb bestimmter Toleranzen immer zu viel anzeigen.Zulässig ist eine Voreilung von 10 Prozent zuzüglich 4 km/h (§57 StVZO). Bei 50 Stundenkilometern darf die Voreilung also bis zu 9 km/h, bei Tempo 100 bis zu 14 km/h betragen.

fodeure
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von fodeure »

gmmg hat geschrieben:Zu einem Unfall kommt es gottlob nicht.
Nicht auszuschliesne ist, dass es hinter dem LKW zu einem Unfall kam, auf den der Fahrer ausmerksam machen wollte. Dann prost Mahlzeit![/quote]Indem er eine halbe Minute zu dicht auffährt? Blödsinn! Und selbst wenn er darauf aufmerksam machen wollte, was soll das ändern?
gmmg hat geschrieben:Kleine Anmerkung: im Gegensatz zum Tacho von LKW sind die von PKW nicht geeicht und zeigen meiste eine höhere Geschwindigkeit an als tatsächlich gefahren. Mit einer App wie "GPS Status" kann man die Abweichung überprüfen.
Das ist für den Sachverhalt völlig irrelevant.

Abgesehen davon, würde ich aufgrund der Sachverhaltsschilderung einen Vorfahrtsverstoß eher ausschließen. Eine zumindest wesentliche Behinderung des Lkw-Fahrers, welche für einen Vorfahrtsverstoß erforderlich ist, kann ich jedenfalls nicht erkennen.

winterspaziergang
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Re: Verhalten nach Vorfahrtvergehen ?

Beitrag von winterspaziergang »

gmmg hat geschrieben:Nicht auszuschliesne ist, dass es hinter dem LKW zu einem Unfall kam, auf den der Fahrer ausmerksam machen wollte. Dann prost Mahlzeit!
:roll:
Welche Warnung soll der weiter fahrende LKW bezüglich eines hinter ihm passierten Unfalls an das vor ihm fahrende Auto senden?

Der Rest zum Tacho ist völlig OT. Was jeder Autofahrer, der schon mal auf einer Autobahn gefahren ist, sich hier vorstellen kann: PKW fährt auf die AB, übersieht LKW, der bremst oder auch nicht und es ist zum Glück nichts passiert.
Nicht so für den LKW-Fahrer: Der bekanntlich Hüter der Verkehrsregeln :ironie: muss den dreist vor ihm weiter fahrenden Autofahrer, der angesichts seines Fahrfehlers mit Behinderung des LKW-Fahrers nicht in Demut und Reue an den Fahrbahnrand gefahren ist, natürlich auf seinen Verstoß hinweisen. Mit Hupe, Lichthupe und ganz dichtem Auffahren.

:arrow: Es bleibt dabei, dass die Hupe bei der Eingangsschilderung nicht hätte benutzt werden dürfen und jeder Verkehrsteilnehmer durch eigenes mögliches Reagieren, eine Gefahr abzuwenden hat.

Im Fall eines Unfalls kann es mind. zu einer Mitschuld führen, wenn sich herausstellt, dass das Beharren auf die eigene Vorfahrt oder das Abstrafen eines Vorfahrtsmissachtung durch Nichtdrosselung der eigenen Geschwindigkeit erst den Unfall provoziert hat.

und zur Eingangsfrage
Wie sollte sich Herr A nun verhalten ?
passt nur
das! :liegestuhl: und mehr nicht.

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