Unwissentliche Fahrerflucht?

Moderator: FDR-Team

gmmg
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von gmmg »

SusanneBerlin hat geschrieben:Ich bleibe dabei, dass § 142 Abs 1 StGB nur dann vorliegt, wenn der Betreffende Kenntnis von seiner Unfallbeteiligung hat.

Dass es möglich ist, mit seinem Fahrzeug etwas zu beschädigen ohne es zu merken, bestreitet ja keiner. Nur ist es dann keine Straftat, dass man weitergefahren ist. Für den Schaden zivilrechtlich haftbar ist der Verursacher sowieso, ob er es gemerkt hat oder nicht.
In der Theorie ist dem so. Wenn aber die Umstände (falsche Zeugenaussage o.ä.) dafür sprechen, dass der Fahrer den Fall bemerkt haben muss, dann wird man deswegen auch belangt werden.

Thybald
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von Thybald »

so,....

heute war die Polzei bei mir zuhause :-) Muss morgen mit meinem Auto vorfahren! Die Dame hat ihr Fahrrad noch nicht Reparieren lassen und war recht unfreundlich weil sie dafür keine Zeit hat!
Kann man eine Anzeige "Unfall mit Fahrerflucht" Überhaupt erst 3-4 Tage nach dem Geschehen auf der Polizei melden?

Gammaflyer
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von Gammaflyer »

Ja, kann man.
Theoretisch noch Jahre danach, bis die Tat verjährt.

ktown
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von ktown »

Zu beachten ist, dass mit
Thybald hat geschrieben:mich Stellen bzw. erklären!
Weis ja jetzt von dem Rämpler und beteuere das es mir leid tut und etwaige schäden beseitige!
auch den Tatvorwurf der Fahrerflucht einräumt.
Bisher muss die Polizei die Kenntnis der Tat nachweisen.
Alles, was ich schreibe, ist meine private Meinung.

Gesetze sind eine misslungene Kreuzung aus dem Alphabet und einem Labyrinth.
"Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt" Zitat Goethe

gmmg
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von gmmg »

Thybald hat geschrieben:heute war die Polzei bei mir zuhause :-) Muss morgen mit meinem Auto vorfahren!
Und was wollten die bei dir zu Hause?

FelixSt
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von FelixSt »

Wer sagt denn bitte, dass man sein Auto bei der Polizei vorführen muss?! Gibt es eine richterliche Anordnung? Ohne eine solche besteht keine Verpflichtung, der Aufforderung nachzukommen, und man sollte sich auch sehr davor hüten, dergleichen Dummes zu tun. Überhaupt sollte man als Beschuldigter nicht mit der Polizei reden, sondern mit seinem Anwalt.
Ich empfehle jedem, selbst zu denken und es sich nicht von unseren Forengutmenschen wie z.B. lottchen abnehmen zu lassen.

emberhugofhell
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Re: Unwissentliche Fahrerflucht?

Beitrag von emberhugofhell »

Vorführen muss er das Fahrzeug nicht, es kann aber - da es sich um den Vorwurf einer Straftat handelt - durchaus von der Polizei als Beweismittel sichergestellt werden.

Ob das Rechtens ist, ist bei der Größe des Schadens noch eine andere Frage. Aber dann ist man erstmal übelst in der Defensive. Da da eventuelle Verursacher den Schaden ja bereinigen möchte - so tatsächlich eingetreteten - würde ich mich an seiner Stelle hier durchaus kooperativ zeigen.

Denn es geht ja nicht um den Willen zur Schadensbegleichung, sondern darum, den eventuellen Vorwurf einer Unfallflucht abzuwehren; nicht den eventuellen Unfall selbst zu negieren.

Insofern kann eine Vorführung des Fahrzeugs den Verlauf nicht zu seinen Ungunsten verändern - es sei denn, er hat hier nicht die ganze Wahrheit gesagt und der Fahrzeug ist so angeditscht, dass ein Nicht-Bemerken nicht mehr in Frage käme oder zumindest strittig sein könnte.

Beachte: Zivil- und Strafrecht sind zweierlei Dinge. So kann sich der mutmaßliche Beschuldigte zwar bereit erklären, die zivilrechtliche Verantwortung für eine kaputte Fahrradlampe zu übernehmen, strafrechtlich den Unfall oder zumindest die Fahrerflucht trotzdem negieren.

Wenn er den Wagen nicht "vorstellt", wird er ihn de facto nicht mehr aus seiner Garage bewegen können.

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