Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

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gmmg
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von gmmg »

SusanneBerlin hat geschrieben:Der Plarz zwischen den Betonplanken ist nicht breiter als 3m eher 2,5m, man kann auf einer einspurigen Strecke die beidseitig von Betonplanken eingefasst ist, nicht überholen!
Dafür würde ich gern mal belastbare Angaben finden. Es existieren ja sicherlich Regelungen, wie solche Stellen einzurichten sind.

hambre
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von hambre »

Tom Ate hat geschrieben:Interessant ob durch freie Bahn schaffen müssen eine Übertretung der zulässigen Geschwindigkeit gedeckt ist
Ja ist es, genauso wie man über eine rote Ampel fahren darf, wenn es keine andere Möglichkeit gibt, Platz für ein Einsatzfahrzeug zu schaffen
Tom Ate hat geschrieben:und bis zu welcher Übertretung das gedeckt sein mag.


Das ist nicht genau festgelegt, jedoch muss die Übertretung noch vertretbar sein.
Tom Ate hat geschrieben:Ich denke, wenn es geblitzt hätte, wärst du Fußgänger.
Nein, es hätte kein Bußgeld gegeben, wohl auch nicht bei einer so hohen Geschwindigkeit (§ 16 OWiG).
Tom Ate hat geschrieben:Wenn es zu einem Unfall, gekommen wäre, hättest du eine erhebliche Mitschuld.
Das ist allerdings richtig. Letztlich gelten da die gleichen Regeln wie für das Einsatzfahrzeug. Wenn ein Einsatzfahrzeug die Geschwindigkeit in einem derart großen Maße überschreitet und dann in einen Unfall verwickelt wird, bekommt es auch eine erhebliche Mitschuld.
gmmg hat geschrieben:Kann denn jemand sagen, welche Breite solche Spuren normalerweise aufweisen?
Solche einspurigen Verschwenkungen sind in meiner Erinnerung in den Fällen, wo ich so etwas schon gesehen habe etwa so breit wie ein Fahrstreifen. Ein normaler Fahrstreifen einer Autobahn hat eine Breite von 3,75m.
ExDevil67 hat geschrieben:In Baustellenbereichen sind die linken Spuren im Regelfall nur für Fahrzeuge bis 2 Meter Breite mit Glück auch mal 2,20 oder 2,30 Meter freigegeben.
Richtig, hinzu kommt für die tatsächliche Breite des Fahrstreifens jedoch noch ein Sicherheitsabstand von 25cm auf beiden Seiten, so dass ein linker Fahrstreifen tatsächlich etwa 2,60m breit ist. Das gilt aber für die Fälle, bei denen zwei Fahrstreifen direkt nebeneinander verlaufen. Dennoch dürfte ein Vorbeifahren selbst im Schritttempo eine Fahrbahnbreite von mind. 4,20m erfordern, wenn es sich bei beiden Fahrzeugen um Mittelklassewagen handelt.
gmmg hat geschrieben:Schaue ich mir bspw. folgende beiden Foto an, dann wäre dort wohl ausreichend Platz um vorbei zu fahren.
Naja, in dem hier diskutierten Fall waren aber auf beiden Seiten Betonleitplanken. Auf den Bildern ist auch gut zu sehen, dass die einzelne Fahrspur etwa die Breite eines normalen Fahrstreifens, also ca. 3,75m hat. Das reicht im Regelfall nicht um an einem anderen Fahrzeug vorbeifahren zu können. Die Mindestfahrbahnbreite laut RSA-95 beträgt jedoch in so einem Fall nur 3,25m. Selbst wenn der Fahrstreifen tatsächlich etwas breiter war, muss man schon ein gutes Auge haben um Abschätzen zu können, ob da zwei Autos nebeneinander passen. Anhalten und Nachmessen ist in so einer Situation jedenfalls keine angemessene Reaktion.

gmmg
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von gmmg »

Gut, wie breit der Streifen konkret war könnte auch nur der TE beantworten. Aber wenn ein überholen nicht in Frage kam und schon 160 gefahren wurde bleibt die große Frage, was die Polizei eigentlich von dem Vorausfahrenden wollte. Man könnte ja mal dort nachfragen.

lerchenzunge
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von lerchenzunge »

Keineswegs will ich dem TE unterstellen zu lügen, aber ich habe noch nie eine Autobahnbaustelle dieser Länge ohne Nothaltebuchten gesehen, normalerweise werden solche bereits ab einer Baustellenlänge von einem Kilometer eingerichtet.
Möglicherweise hat der PKW Fahrer hier aufgrund seiner Geschwindigkeit diese Buchten, in die er hätte reinfahren und die Polizei passieren lassen sollen, übersehen / nicht erkannt?

hambre
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von hambre »

Keineswegs will ich dem TE unterstellen zu lügen, aber ich habe noch nie eine Autobahnbaustelle dieser Länge ohne Nothaltebuchten gesehen, normalerweise werden solche bereits ab einer Baustellenlänge von einem Kilometer eingerichtet.
Möglicherweise hat der PKW Fahrer hier aufgrund seiner Geschwindigkeit diese Buchten, in die er hätte reinfahren und die Polizei passieren lassen sollen, übersehen / nicht erkannt?
In einem Rechtsforum wie diesem dürfe nur fiktive Fälle diskutiert werden und ich glaube, dass dieser Fall hier auch tatsächlich fiktiv ist und jedenfalls so nie passiert ist. Es sind gleich mehrere Dinge, die die Darstellung unglaubwürdig machen:
- In einer Baustelle mit einer relativ schmalen Fahrspur, für die eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80km/h gilt, 160 km/h zu fahren, erfordert hohes fahrerischen Können
- Dass die Polizei in einem Abstand von nur 1-2m bei der Geschwindigkeit hinterhergefahren ist, glaube ich auch nicht. Der Polizist wäre dann wohl lebensmüde.
- Dass man auf einer deutschen Autobahn mit 160 km/h bei zulässigen 80 km/h nicht innerhalb kürzester Zeit auf ein vorausfahrendes Fahrzeug aufläuft, halte ich für nahezu ausgeschlossen. Das passiert selbst in sehr verkehrsarmen Zeiten nicht.
- Dass bei einer derart schmalen Fahrspur nicht in angemessenem Abstand Nothaltebuchten eingerichtet sind, glaube ich auch nicht. Andernfalls wäre ja bei jeder Fahrzeugpanne sofort die Fahrspur blockiert und das Beiseiteschaffen des liegengebliebenen Fahrzeugs ist nahezu unmöglich.

Daher nehme ich an, dass bei der Schilderung erheblich übertrieben wurde.

Gammaflyer
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von Gammaflyer »

hambre hat geschrieben:In einem Rechtsforum wie diesem dürfe nur fiktive Fälle diskutiert werden (...)
Das ist in dieser Pauschalität falsch.

fragenfueralle
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Re: Nötigung durch Polizei mit Blaulicht

Beitrag von fragenfueralle »

Tom Ate hat geschrieben:...Ich denke, wenn es geblitzt hätte, wärdt du Fußgänger.
Wenn es zu einem Unfall,gekommen wäre, hättest du eine erhebliche Mitschuld.
Ich denke, wenn es geblitzt hätte, wären die Beamten Fußgänger -und den Job los.
Wenn es zu einem Unfall gekommen wäre, könnte den Beamten möglicherweise auch die Alleinschuld zugesprochen werden, und wegen
myLord hat geschrieben:Die Polizei klebt förmlich an seinem Auto, immer noch mit 1-2 Metern Abstand...
hoffe ich doch, dass auch unter Einsatz von Blaulicht der Tatbestand von Nötigung und des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr seitens der Beamten erfüllt wäre
FM hat geschrieben:Haben Streifenwagen der Autobahnpolizei nicht einen Lautsprecher, um in solchen Fällen Anweisungen zu erteilen?
Offensichtlich haben die Beamten lieber Straßen von San Fransisco oder Alarm für Cobra 11 nachstellen wollen -wenn die vorangegangene Schilderung so stimmt.
gmmg hat geschrieben:
SusanneBerlin hat geschrieben:Der Plarz zwischen den Betonplanken ist nicht breiter als 3m eher 2,5m, man kann auf einer einspurigen Strecke die beidseitig von Betonplanken eingefasst ist, nicht überholen!
Dafür würde ich gern mal belastbare Angaben finden. Es existieren ja sicherlich Regelungen, wie solche Stellen einzurichten sind.
Das nutzt aber alles nichts, wenn die Beamten sich so wie beschrieben verhalten haben sollten.
lerchenzunge hat geschrieben:...Möglicherweise hat der PKW Fahrer hier aufgrund seiner Geschwindigkeit diese Buchten, in die er hätte reinfahren und die Polizei passieren lassen sollen, übersehen / nicht erkannt?
Eher wäre es zu einem Auffahrunfall gekommen, wäre er auch nur mit dem Fuß vom Gaspedal gegangen, geschweige denn er hätte gebremst.
hambre hat geschrieben:...Daher nehme ich an, dass bei der Schilderung erheblich übertrieben wurde.
Denke ich auch; oder wichtiges weggelassen wurde. Zumindest scheint der dargestellte Sachverhalt aus der Fragensammlung des TEs erhebliche Lücken zu haben, dass man ihn nur unter erheblichen Vorbehalt diskutieren kann.
Viele Menschen hinterlassen Spuren.
Nur wenige hinterlassen Eindrücke.

Manche aber hinterlassen nur beim Eindrücken Spuren.

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